Neue Wege für Köche

Kita-Lunch statt Abendkarte: Als Koch-Azubi im Catering

Horrorgeschichten von ewig langen Arbeitstagen und herumbrüllenden Küchenchefs kann Koch-Azubi Nick Grabert nicht bestätigen. Das liegt vielleicht auch daran, dass er bei einem Caterer lernt und nicht in einer klassischen Küche. Foto: Karolin Krämer/dpa-tmn
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Horrorgeschichten von ewig langen Arbeitstagen und herumbrüllenden Küchenchefs kann Koch-Azubi Nick Grabert nicht bestätigen. Das liegt vielleicht auch daran, dass er bei einem Caterer lernt und nicht in einer klassischen Küche. Foto: Karolin Krämer/dpa-tmn
Neben dem Kochen beschäftigt sich Koch-Azubi Nick Grabert beim Caterer Optimahl in Berlin auch mit der Planung und Durchführung von Events. Foto: Karolin Krämer/dpa-tmn
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Neben dem Kochen beschäftigt sich Koch-Azubi Nick Grabert beim Caterer Optimahl in Berlin auch mit der Planung und Durchführung von Events. Foto: Karolin Krämer/dpa-tmn
Sauce ansetzen oder Fleisch braten - Wie jeder Koch-Azubi lernt auch Nick Grabert den Beruf von A bis Z. Nur die Portionen sind im Catering häufig viel größer als im Restaurant. Foto: Karolin Krämer/dpa-tmn
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Sauce ansetzen oder Fleisch braten - Wie jeder Koch-Azubi lernt auch Nick Grabert den Beruf von A bis Z. Nur die Portionen sind im Catering häufig viel größer als im Restaurant. Foto: Karolin Krämer/dpa-tmn
Das gleiche Gericht für sehr viele Menschen kochen - das gehört für Nick Grabert zum Alltag. Foto: Karolin Krämer/dpa-tmn
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Das gleiche Gericht für sehr viele Menschen kochen - das gehört für Nick Grabert zum Alltag. Foto: Karolin Krämer/dpa-tmn
Nicht kleckern - klotzen! Die Portionen, die Koch-Azubi Nick Grabert manchmal kocht, sind gigantisch. Ein Catering für 2000 Personen ist bei seinem Arbeitgeber Optimahl in Berlin keine Seltenheit. Foto: Karolin Krämer/dpa-tmn
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Nicht kleckern - klotzen! Die Portionen, die Koch-Azubi Nick Grabert manchmal kocht, sind gigantisch. Ein Catering für 2000 Personen ist bei seinem Arbeitgeber Optimahl in Berlin keine Seltenheit. Foto: Karolin Krämer/dpa-tmn
Nick Grabert absolviert seine Ausbildung zum Koch nicht im Restaurant, sondern in einem Catering-Betrieb. Gemüseschnippeln gehört natürlich auch hier dazu. Foto: Karolin Krämer/dpa-tmn
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Nick Grabert absolviert seine Ausbildung zum Koch nicht im Restaurant, sondern in einem Catering-Betrieb. Gemüseschnippeln gehört natürlich auch hier dazu. Foto: Karolin Krämer/dpa-tmn

Köche müssen ihre Lehre nicht zwingend im Restaurant absolvieren. Eine Alternative ist das Catering, zum Beispiel für Events oder Kitas. Die Ausbildung dort ist dieselbe wie in der klassischen Küche - die Herausforderungen allerdings sind andere.

Berlin/Grafschaft (dpa/tmn) - Köche arbeiten hektisch bis spät in die Nacht und unter hohem Druck. In der Lehre schneiden sie ein Jahr Zwiebeln. Ob es stimmt oder nicht: das Klischee hat dafür gesorgt, dass der Koch Spitzenplätze auf den Ranglisten der unbeliebtesten Ausbildungsberufe belegt.

Dabei kann Nick Grabert die Horrorgeschichten aus der Küche gar nicht bestätigen. "Ich habe ganz normale Arbeitszeiten von 8.00 Uhr bis 16.30 Uhr", sagt er. Und: "Dass man hier angeschrien wird, hab ich so noch nicht mitgekriegt, kann ich mir aber auch nicht vorstellen." Das mag allerdings auch an seinem Arbeitsplatz liegen. Denn der 28-Jährige absolviert eine Ausbildung zum Koch nicht klassisch in Hotel- oder Restaurantküche, sondern beim Berliner Caterer Optimahl.

Statt dem Lunch für Hotelgäste oder dem Abendessen für Restaurantbesucher kocht Grabert also Mittagessen für Kitas und Schulen, Menüs für Staatsempfänge oder Buffets für Großveranstaltungen. Im Kern ist das Handwerk aber dasselbe wie in jeder anderen Küche. "Die Azubis lernen das Kochen hier ganz normal und von Grund auf", erklärt Graberts Ausbilder Maik Heptner.

Doch natürlich gibt es auch Unterschiede. "Die Mengen sind natürlich teilweise riesig", sagt Nick Grabert. Die dafür nötigen Berge an Gemüse zu schnippeln, das ist Schwerstarbeit - und nur im Team zu schaffen. Dafür gibt es aber auch jede Menge Abwechslung, je nach Kunde und Saison.

Vor allem geht es beim Catering aber nicht nur ums Kochen, sondern auch um das ganze Drumherum. "Es ist uns sehr wichtig, dass die Auszubildenden nicht denken, dass die Arbeit beendet ist, wenn das Essen die Küche verlässt", erklärt Ausbilder Heptner. "Präsentation, Auf- und Abbau - das gehört alles auch dazu."

Von solchen Besonderheiten abgesehen, ist die duale Ausbildung zum Koch im Eventcatering aber formell dieselbe wie in Restaurant oder Hotel. Das bedeutet: Drei Jahre in Lehrbetrieb und Berufsschule, bei einer Ausbildungsvergütung zwischen 459 und 755 Euro im ersten sowie 680 und 950 Euro im dritten Lehrjahr. Das geht aus den Beispiel-Richtwerten der Bundesagentur für Arbeit hervor. Das Einkommen schwankt dabei je nach Wohnort und Ausbildungsbetrieb.

Ein bestimmter Schulabschluss ist für den Start in die Koch-Lehre nicht vorgeschrieben. Und im Gegensatz zu vielen anderen Ausbildungsberufen, die dann in der Praxis doch nur Schulabgänger mit mittlerer Reife oder Abitur einstellen, ist das hier Realität. "Wir gucken zurzeit jede Bewerbung an, was anderes können wir uns auch gar nicht leisten", sagt Heiko Becker, der beim Verband der Köche Deutschlands (VKD) für die Ausbildung zuständig ist.

Denn die Branche hat ein Riesenproblem mit dem Nachwuchs. Die Kehrseite der Medaille sind gute Aufstiegschancen. "Es suchen gerade fast alle Betriebe nach Köchen, ob Hotel oder Restaurant", sagt Becker. "Vom Tellerwäscher zum Küchenchef zu kommen ist aktuell definitiv möglich."

Auch für Nick Grabert steht noch nicht fest, ob er sein ganzes Berufsleben im Catering verbringen will. "Später würde ich schon gerne ein eigenes Restaurant haben wollen. Das ist aber noch so weit weg, das kann ich mir noch gar nicht richtig vorstellen", sagt er. Schließlich steht er noch ganz am Anfang seiner Ausbildung. "Vielleicht bleib ich ja auch hier."

Informationen zur Ausbildung bei BERUFENET

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