"Den Job kann ich empfehlen"

Benedikt (20) erlebte das spannendste Praktikum der Welt

AREA 47/dpa
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Der Österreicher Benedikt Jörg im Funpark "Area47" im Tiroler Ötztal.

Ötz - In seinem Lebenslauf hat Benedikt Jörg nun einen ungewöhnlichen Eintrag: „Extrempraktikant“. Das bedeutete weder Hungerlohn noch Kaffeekochen, sondern Action und Spaß.

Der 20-jährige Österreicher Benedikt Jörg hat einen Ferienjob der anderen Art hinter sich. Als sogenannter Extrempraktikant tobte er sich in einem Freizeit- und Funpark im Tiroler Ötztal aus - im Auftrag von Menschen, die sich selbst nicht trauten oder aus anderen Gründen nicht zur Area 47 kommen konnten. Für sie ließ er sich von einem riesigen Luftkissen ins Wasser katapultieren, rauschte mit einem Bob über eine Wasserschanze oder kämpfte sich beim Canyoning durch Gebirgsbach-Schluchten. Dabei filmte er sich. Die Videos posteten viele seiner Auftraggeber bei Facebook. „In diesem Sommer waren sehr viele neidisch auf mich“, sagte Jörg zum Abschluss des Praktikums im dpa-Interview.

Wie sind Sie zu dem Praktikum gekommen?

Jörg: Ich mache viel Sport, bin sehr guter Skifahrer, Schwimmer, Radfahrer. Der Praktikant sollte auch gut mit Foto und Video umgehen können. Das kann ich. Eine ideale Kombination. Es gab noch etwa 40 andere Bewerber.

Welche Kriterien gab es für die Auswahl der Aufträge?

Jörg:Die Leute mussten mir einen einigermaßen originellen Grund schreiben, warum sie nicht selbst in den Funpark kommen können. Ein „Ich bin zu müde“ reichte nicht. Einer schrieb, dass er seinen kranken Hamster pflegen müsse und nicht weg könne. Den Auftrag habe ich angenommen. Eine Frau mit Handicap hat mich gebeten, für sie Motocross zu fahren. Sie hat sich sehr über das Video gefreut. Es gab rund 500 Anfragen. Etwa die Hälfte habe ich erledigt.

Welche Herausforderungen waren besonders schwierig?

Jörg:Der Sprung vom Turm aus zehn Metern Höhe hat mich anfangs schon einige Überwindung gekostet. Die Cliff-Diving-Profis, die hier manchmal zum Trainieren kommen, dürfen höher hinauf - bis auf 27 Meter. Nicht ganz einfach war es auch, auf den Videos für die Auftraggeber immer gut gelaunt zu wirken. Und es war auch extrem anstrengend. Ich bin oft heimgekommen und wollte nur noch schlafen.

Abgesehen vom Spaß und dem Geld - wie haben Sie selbst vom Job profitiert?

Jörg: Ich habe mich jetzt drei Monate fast jeden Tag mit dem Fotografieren und Filmen in Action-Situationen befasst. Da bekommt man große Routine und viel Erfahrung. Ich bin mein eigener Regisseur geworden. Und fitter bin ich auch noch.

Können Sie den Job empfehlen und was machen Sie als nächstes?

Jörg: Den Job kann ich empfehlen. In diesem Sommer waren sehr viele neidisch auf mich. Aber ich höre, es soll eine einmalige Sache bleiben. Ich gehe jetzt erst mal Surfen auf Bali. Danach beginnt das Studium.

ZUR PERSON: Der Österreicher Benedikt Jörg (20) stammt aus dem Paznauntal in Tirol. Nach Abitur und Zivildienst will er Management und Recht in Innsbruck studieren.

dpa

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