Ausgleich und Gesundheitscheck

Arbeiten, wenn andere schlafen: Was gilt bei Nachtarbeit?

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Nachtarbeiter üben ihren Beruf unter besonderen Bedingungen aus. Deshalb gelten für sie auch besondere Regelungen.

Wer nachts arbeitet, ist besonderen Belastungen ausgesetzt. Für Nachtarbeiter gelten daher besondere Regelungen. Welche sind das?

Für die meisten Menschen beginnt ein Arbeitstag am Morgen und endet am Abend. Doch das gilt längst nicht für alle. Im Krankenhaus, bei Sicherheitsfirmen oder bei Polizei und Feuerwehr kann am Abend nicht einfach Schluss sein.

Was bei Nachtarbeit gilt, regelt das Arbeitszeitgesetz? Ein Überblick

Nachtarbeiter:  Als Nachtarbeiter gelten dem Gesetz zufolge Arbeitnehmer, die aufgrund ihrer Arbeitszeitgestaltung Nachtarbeit in Wechselschicht zu leisten haben oder mindestens 48 Tage im Kalenderjahr nachts arbeiten.

Arbeitszeit:  Als Nachtzeit gilt die Zeit von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr morgens, bei Bäckereien und Konditoreien von 22.00 Uhr bis 05.00 Uhr. "In dieser Zeit muss mehr als zwei Stunden Nachtarbeit  anfallen", erklärt Gisbert Seidemann, Arbeitsrechtler aus Berlin. Die Arbeitszeit darf acht Stunden nicht überschreiten. Hier gibt es allerdings eine Ausnahme: Die Arbeitszeit kann auf bis zu zehn Stunden verlängert werden, wenn innerhalb eines Kalendermonats oder innerhalb von vier Wochen eine Durchschnittsarbeitszeit von acht Stunden nicht überschritten wird.

Ausgleich: "Nachtarbeitern steht entweder ein Freizeitausgleich oder ein Zuschlag zu", sagt Seidemann. Üblicherweise regele das der Tarifvertrag. Ist das nicht der Fall, haben Nachtarbeiter nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts einen Anspruch auf einen Zuschlag zum Bruttostundenlohn von mindestens 25 Prozent. Bei besonderer Belastung durch Dauernachtarbeit werde ein Zuschlag von 30 Prozent fällig (10 AZR 423/14).

Ausnahmen: "Werdende oder stillende Mütter und Jugendliche sind von Nachtarbeit grundsätzlich ausgeschlossen", erklärt Seidemann.

Gesundheit:  Nachtarbeiter haben Anspruch auf eine regelmäßige medizinische Untersuchung. "Gibt es keinen Betriebsarzt, können Nachtarbeiter sich die Kosten für einen Arbeitsmediziner erstatten lassen", erklärt Seidemann. Bis zum 50. Lebensjahr sieht das Gesetz alle drei Jahre eine Untersuchung vor, danach jedes Jahr.

dpa/tmn

Studie: Diese Jobs bringen weniger als Hartz IV

Die 1,9 Prozent Geringverdiener in der Werbebranche und in der Marktforschung bekommen ein monatliches Nettogehalt von 1268 Euro, mit Kindergeld 1636 Euro. Als Hartz IV-Empfänger würden sie 17 Euro mehr bekommen. © dpa
In Callcentern arbeiten 13,1 Prozent Geringverdiener. Sie verdienen Brutto 1574 Euro ohne Kindergeld. Netto bleiben ihnen 1256 Euro - das sind 29 weniger als Hartz IV. © dpa
In der Rechtsberatungs-Branche sind 1,1 Prozent Geringverdiener beschäftigt. Ihr Bruttogehalt liegt bei 1552 Euro. Netto bleiben ihnen 1238 Euro - das sind 47 Euro weniger als Hartz IV. © dpa
Im Gartenbau und bei Gebäudebetreuung arbeiten 33,4 Prozent Geringverdiener. Sie bekommen monatlich 1535 Euro brutto. Netto bleiben ihnen 60 Euro weniger als mit Hartz IV. © dpa
Die Gastronomie beschäftigt 20,5 Prozent Geringverdiener. Durchschnittlich verdienen sie 1474 Euro brutto. Netto bleiben ihnen 1176 Euro und somit 109 Euro weniger als mit Arbeitslosengeld II. © dpa
Auch in der Hotelbranche sieht es nicht besser aus: Zwar zählen nur 9,5 Prozent zu den Geringverdienern, doch die verdienen satte 188 Euro weniger als Hartz IV-Empfänger. © dpa
Am schlechtesten bezahlt wird Zeitarbeit. In diesem Sektor werden 31,5 Prozent Geringverdiener beschäftigt. Ist man verheiratet, Alleinverdiener und hat zwei Kinder, bleiben netto 1007 Euro übrig. Das sind 278 Euro weniger als mit Hartz IV. © dpa
Es gibt auch Jobs, bei denen das Einkommen nur knapp über dem Arbeitslosengeld liegt. Dazu gehören Berufe wie Schlachter und Menschen, die Fleisch verarbeiten. 22,8 Prozent sind Geringverdiener und bekommen 1379 Euro. Als Hartz IV-Empfänger stünden ihnen 94 Euro weniger zu.  © dpa
Noch schlechter verdienen Beschäftigte von Wach- und Sicherheitsdiensten. Sie arbeiten für 1379 Euro netto - das sind 79 Euro mehr als Hartz IV. © dpa
Angestellte des Einzelhandels arbeiten für 1331 Euro netto im Monat. Als Hartz IV-Empfänger bekämen sie 46 Euro weniger. © dpa
Die 0,9 Prozent Geringverdiener in der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsbranche bekommen netto 1321 Euro. Mit Hartz IV wären es auch nur 36 Euro weniger. © dpa
Auch unter Erziehern und Lehrern gibt es Geringverdiener - 0,8 Prozent. Ihr Nettogehalt beläuft sich auf 1319 Euro. Als Hartz IV-Empänger bekämen sie nur 35 Euro weniger. © dpa
Die 8,5 Prozent Geringverdiener in Pflegeheimen verdienen nur 18 Euro mehr als als Hartz IV-Empfänger. © dpa

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