Bundesagentur:

Ältere spielen wachsende Rolle im Arbeitsleben

Nürnberg - Lange Zeit konnten Arbeitnehmer schon mit Ende 50 vorzeitig in den Ruhestand gehen. Das ist seit ein paar Jahren vorbei - und macht sich inzwischen auch in der Arbeitsmarkt-Statistik bemerkbar.

Nach dem Ende der zahlreichen Möglichkeiten, vorzeitig in Rente zu gehen, werden Ältere im Berufsleben wieder stärker sichtbar. „Ältere nehmen immer stärker am Erwerbsleben teil“, bilanziert die Bundesagentur für Arbeit in einer Studie, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Von 2002 bis 2012 sei der Anteil der Erwerbstätigen unter allen über 60-Jährigen dreimal so stark gestiegen wie bei den 15- bis 65-Jährigen, heißt es in der Untersuchung. Die Studie lag zuvor der „Rheinischen Post“ (Mittwoch) vor.

Während der Anteil aller erwerbstätigen Männer und Frauen von 2002 bis 2012 nur um 7,2 Prozent zugenommen hat, war der entsprechende Anteil bei den 60- bis 65-Jährigen um 23,6 Prozent gestiegen. Bei den 55- bis 60-Jährigen verzeichnete die Nürnberger Bundesbehörde dagegen nur eine Zunahme von 15,2 Prozent. Insgesamt aber haben weiterhin weniger ältere Menschen zwischen 60- bis 65 Jahren eine Arbeitsstelle als Jüngere. Stehen in dieser Altersgruppe lediglich 46,4 Prozent noch im Berufsleben, so ist dies bei den 55- bis 60-Jährigen noch zu 74,6 Prozent der Fall.

Mit einer Erwerbstätigenquote von 61,5 Prozent der 55- bis 65-Jährigen nimmt Deutschland nach Erkenntnissen der Bundesagentur inzwischen EU-weit fast eine Spitzenstellung ein. Eine höhere Erwerbstätigenquote in dieser Altersgruppe habe nur noch Schweden mit 73,0 Prozent. Schlusslicht sei Slowenien; dort sei 2012 lediglich ein Drittel der 55- bis 65-Jährigen noch einer Arbeit nachgegangen.

Allerdings sei bei den älteren Erwerbstätigen in Deutschland Teilzeitarbeit stark verbreitet. Gut ein Viertel der 55- bis 60-Jährigen habe 2011 einen Teilzeitvertrag besessen. Bezogen auf alle Beschäftigten sei dies lediglich zu 20 Prozent der Fall gewesen. Mini-Jobs seien dagegen bei älteren Erwerbstätigen nicht überdurchschnittlich stark verbreitet.

Ein Viertel der Älteren sei in der Industrie beschäftigt, 13 Prozent im Gesundheits- und Sozialwesen. Von Arbeitslosigkeit seien vor allem Beschäftigte im Alter von 60- bis 65 Jahren betroffen. In dieser Gruppe sei die Arbeitslosigkeit im Jahr 2012 um knapp zwei Fünftel höher gewesen als vor zehn Jahren.

dpa

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