Neue Corona-Maßnahmen

3G-Kontrollen am Arbeitsplatz: Reicht ein Selbsttest als Nachweis aus?

Seit Mittwoch gilt bundesweit 3G am Arbeitsplatz. Wer keinen Impf- oder Genesenennachweis vorzeigen kann, braucht einen negativen Corona-Test. Wird ein Selbsttest anerkannt?

Bund und Länder haben angesichts der dramatisch gestiegenen Infektionszahlen mit Sars-Cov-2 die Corona-Regeln verschärft: Seit Mittwoch, den 24. November, gilt bundesweit 3G am Arbeitsplatz*. Nach Angaben des Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) betrifft dies alle Arbeitgeber und Beschäftigte, die eine Arbeitsstätte betreten, also sowohl Büros als auch Werkshallen, Betriebsgelände im Freien oder etwa Baustellen. Nur Homeoffice, Arbeiten in Fahrzeugen oder Verkehrsmitteln sind davon ausgenommen. Doch wie weisen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach, das sie geimpft, getestet oder genesen sind? Und reicht ein Corona-Selbsttest aus?

Wie wird 3G am Arbeitsplatz kontrolliert?

Bei 3 G am Arbeitsplatz ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, die 3G-Nachweise seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu kontrollieren, und zwar bereits am Werkstor oder der Bürotür. Denn mit der neuen Corona-Regelung darf die Arbeitsstätte nur mit einem 3G-Nachweis betreten werden. Dies gilt übrigens auch für Beschäftigte und Arbeitgeber, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Die Kontrollen können auch an Dritte ausgelagert werden, etwa einem Sicherheitsdienst.

Bei geimpften oder genesenen Beschäftigte reicht es aus, wenn der Arbeitgeber den Genesenennachweis oder den Impfnachweis einmal kontrolliert und bei sich hinterlegt hat. Nur bei Ungeimpften ist dann eine tägliche Kontrolle des Testnachweises nötig.

Lesen Sie auch: Mein Kind hat Corona – kann ich trotzdem zur Arbeit?

3G am Arbeitsplatz: Reicht ein Selbsttest als Nachweis aus?

Wer gegen Covid-19 vollständig geimpft oder genesen ist, zeigt bei der Kontrolle am Arbeitsplatz einfach sein Impfzertifikat oder Genesenennachweis vor. Ungeimpfte benötigen laut BAMS einen Corona-Schnelltest, der maximal 24 Stunden alt sein darf, oder einen PCR-Test, der höchstens 48 Stunden zurück liegt. Allerdings reicht ein Selbsttest für Zuhause nicht aus. Der Corona-Test muss entweder unter Aufsicht beim Arbeitgeber erfolgen (dafür ist der Zutritt gestattet) oder zertifiziert sein, also von einem Testzentrum bzw. einer Arztpraxis durchgeführt werden.

Gilt 3G am Arbeitsplatz, müssen Ungeimpfte einen negativen Coronatest nachweisen. Ein Selbsttest für zuhause wird nicht anerkannt.

Wer muss den Corona-Test bezahlen – der Arbeitgeber?

Für den 3G-Nachweis können Mitarbeiter die Testangebote des Arbeitgebers nutzen (unter Aufsicht, siehe oben) oder die ebenfalls kostenlosen Bürgertests, sofern ausreichend Kapazitäten vorhanden sind. „Ansonsten müssen sie eigenverantwortlich einen anderen Weg finden und den Test im Zweifel selbst zahlen“, sagte eine BMAS-Sprecherin gegenüber tagesschau.de.

Lesen Sie auch: Friseure: Neue Corona-Regeln in den Salons – wann 2G oder 2G plus gilt.

Zählen die Corona-Tests zur Arbeitszeit?

„Die Testung selbst gilt grundsätzlich nicht als Arbeitszeit, auch nicht, wenn sie im Betrieb stattfindet. Genauso wenig das Beschaffen eines Genesenen- oder Impfnachweises“, erklärt Christoph Kehlbach aus der ARD-Rechtsredaktion gegenüber tagesschau.de. Dasselbe gilt für Wartezeit bei den Nachweis-Kontrollen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen also vor Arbeitsbeginn etwas mehr Zeit einplanen.

Wollen Sie über aktuelle Karriere-News auf dem Laufenden bleiben? Dann folgen Sie unserer Branchenseite auf dem Karriereportal Xing.

Welche Konsequenzen drohen Ungeimpften, die keinen Corona-Test vorzeigen?

Da die Test- und Nachweispflicht gesetzlich verankert ist, drohen Mitarbeitern ernste Folgen, wenn sie dem nicht nachkommen. Diese können von Bußgeld über Abmahnung bis schlimmstenfalls zur Kündigung reichen, wenn Arbeitnehmer sich dauerhaft weigern, erklärt Rechtsexperte Kehlbach gegenübertagesschau.de. Da Angestellten bei 3G am Arbeitsplatz der Zugang ohne entsprechenden Nachweise verweigert werden muss, haben Betroffene auch keinen Anspruch auf Gehalt für diese Zeit, sollte der Job nicht auch im Homeoffice erledigt werden können. Übrigens, für Ungeimpfte kann jetzt auch eine Quarantäne richtig teuer werden. (as) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sven Simon/Imago

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Kommentare