Heiße Tipps und tolle Kurven - Tücken beim Aktienhandel

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Bei Aktien sollten Anleger nicht nur auf den Chart schauen. Denn der Kursverlauf der Vergangenheit sagt nichts über die Zukunft aus. Foto: Andrea Warnecke

Angesichts niedriger Zinsen empfehlen Experten regelmäßig Aktien. Doch nicht immer entwickelt sich ein Wertpapier, wie erhofft. Ein paar Grundregeln helfen aber, typische Fallen zu vermeiden und sein Geld an der Börse zu verbrennen.

Düsseldorf/Mannheim (dpa/tmn) - Für Aktionäre, die in den Dax investiert haben, läuft es derzeit gut: Mitte März eroberte der deutsche Aktienindex bei 12 219 Punkten ein Rekordhoch. Doch nicht jedes Unternehmen entpuppt sich dabei als Kursrakete. Manche Firmen schmälern das Kapital ihrer Anleger eher, wie die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ermittelt hat. "Anleger müssen genau hinsehen, bevor sie investieren", empfiehlt deshalb Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale NRW. Drei Fehler, die Aktionäre vermeiden sollten:

Vorsicht vor heißen Tipps: "Exklusiv", "brandheiß", "Geheimtipp" - wenn solche Worte in Zusammenhang mit Aktientipps auftauchen, sollten Anleger besser weghören. Egal, ob ein Anruf durch einen netten Finanzberater, eine Werbung per Fax oder ein Hinweis auf einer Gartenparty: "Solche Tipps sind meist wertlos", sagt Oelmann. Hohe Gewinnversprechen bei solchen angeblichen Kursraketen entpuppen sich schnell als illusorisch. "Hier ist absolute Vorsicht geboten", sagt die Verbraucherschützerin. "Setzen Sie lieber auf Fonds."

Charts nicht überbewerten: Die Entwicklung einer Aktie oder eines Index wird in der Regel in einer Kurve dargestellt, einem sogenannten Chart. Manche Experten versuchen aus diesen Grafiken Aussagen für die weitere Entwicklung eines Wertpapiers zu treffen. "Das ist aber Kaffeesatzleserei", erklärt Prof. Martin Weber von der Universität Mannheim. "Ein Kurs der Vergangenheit sagt nichts über die Zukunft aus." Ob ein Kurs einer Aktie steigt oder fällt, hängt davon ab, wie gut die Geschäfte aktuell laufen.

Eigene Kenntnisse realistisch einschätzen: Anleger überschätzen sich gerne. "Jeder denkt gerne von sich, er ist besser als andere", erklärt Prof. Weber. Doch an der Börse kann eine solche Einschätzung zu weitreichenden Fehlentscheidungen führen. "Sie sollten sich gut informieren, bevor Sie investieren", empfiehlt Annabel Oelmann. Wer diesen Aufwand scheut, kann zu Fonds greifen. Hier kümmern sich Fondsmanager um die Auswahl. Bei kostengünstigen Indexfonds (ETF) wird ein bestimmter Aktienindex nachgebildet.

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