Ausbruch in Südkorea

WHO rechnet mit weiteren Mers-Ansteckungen

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Südkoreanerinnen schützen sich mit Masken vor dem Mers-Virus. Bis Freitag befanden sich in Südkorea mehr als 3600 Menschen zur Beobachtung in Isolierstationen.

Seoul - Ein Ende des Mers-Ausbruchs in Südkorea ist nicht in Sicht. Das haben WHO-Experten festgestellt. Das Team macht den Südkoreanern auch Mut: Es gebe keinen Beleg für eine dauerhafte Übertragung des Virus außerhalb von Krankenhäusern.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Südkorea vor einem Nachlassen im Kampf gegen den aktuellen Mers-Ausbruch gewarnt. "Weil der Ausbruch groß und komplex ist, muss man mit weiteren Fällen rechnen", sagte der stellvertretende WHO-Direktor für Gesundheitssicherheit, Keiji Fukuda, in der Stadt Sejong. Allerdings betonte Fukuda zum Abschluss mehrtägiger Untersuchungen eines WHO-Expertenteams, es gebe derzeit keinen Beleg für eine dauerhafte Übertragung der Atemwegserkrankung außerhalb von Krankenhäusern.

Zuvor hatte die Hoffnung der Regierung auf eine spürbare Abnahme der Infektionswelle einen Dämpfer erhalten. Das Gesundheitsministerium meldete ein 14. Todesopfer und zwölf Neuerkrankungen. Eine 67 Jahre alte Frau, die sich bei einem anderen Mers-Patienten angesteckt habe, sei gestorben. Die Zahl der Patienten stieg auf 138. Der Ausbruch blieb jedoch bisher nach Angaben der Behörden auf Krankenhäuser beschränkt. Unter den neuen Fällen befindet sich auch ein Krankenwagenfahrer, der Mers-Patienten transportiert hatte. Am Freitag waren lediglich vier Neuerkrankungen gemeldet worden.

Südkorea müsse "wachsam bleiben und die intensive Krankheitskontrolle, die Beobachtung und die Präventionsmaßnahmen fortsetzen, bis der Ausbruch wirklich vorbei ist", sagte Fukuda. Die bisherigen Analysen des Coronavirus (Mers-CoV) ließen jedoch keine Veränderungen erkennen, "die es ansteckender erscheinen lassen". 

Vertreter des Gesundheitsministeriums hatten die Hoffnung geäußert, dass der Höhepunkt der Ausbreitung erreicht werden könnte. Bis Freitag befanden sich mehr als 3600 Menschen, die sich angesteckt haben könnten, zur Beobachtung in Isolierstationen oder sollten zu Hause bleiben.

Als Gründe für die schnelle Ausbreitung in Südkorea nannte Fukuda unter anderem die überfüllten Notaufnahmen und Krankenhausstationen. "Die Praxis, sich in verschiedenen medizinischen Einrichtungen versorgen zu lassen, das sogenannte Ärzte-Hopping, könnte ebenfalls ein Faktor gewesen sein", sagte er. Auch sei die anfängliche Reaktion auf den Ausbruch nicht optimal gewesen. 

Erster bestätigter Mers-Kranker in Südkorea war im Mai ein 68-Jähriger. Er hatte sich nach der Rückkehr von einer Nahost-Reise in verschiedenen Kliniken untersuchen lassen. Mers, das erstmals 2012 in Saudi-Arabien nachgewiesen wurde, zählt wie viele Erkältungsviren und der Sars-Erreger zu den Coronaviren.

Lesen Sie hier: Wie gefährlich ist das Mers-Virus für uns?

dpa

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