Virus-Angst

Zika: WHO lehnt Verschiebung der Olympischen Spiele ab

New York - Wegen des grassierenden Zika-Virus haben 150 internationale Experten eine Verlegung oder Verschiebung der Olympischen Spiele in Brasilien gefordert - wurden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aber nicht erhört.

In einem offenen Brief schrieben die Ärzte und Wissenschaftler, wegen der drohenden Ausbreitung der Krankheit wäre es "unverantwortlich" und "unethisch", die Spiele in Rio stattfinden zu lassen. Auch Spitzensportler stellten sich aber dagegen.

"Unsere große Sorge gilt der globalen Gesundheit", hieß es in dem am Freitag veröffentlichten Brief. Der in Brasilien grassierende Zika-Erregerstamm sei in einer Weise gesundheitsgefährdend, wie sie die Wissenschaft bislang noch nicht erlebt habe. Die 500.000 Touristen, die sich während der Spiele in Rio aufhalten werden, könnten das Virus in ihre eigenen Länder zurücktragen. Das sei ein "unnötiges Risiko".

Besonders dann, wenn Besucher der Spiele in ärmere Länder etwa in Südasien und Afrika zurückkehrten, könne das "Leid groß" sein. "Die WHO muss sich erneut mit dem Zika-Problem befassen und die Spiele verlegen und/oder verschieben." Alles andere sei vor dem Hintergrund der öffentlichen Gesundheit und damit verbundener ethischer Konsequenzen "unverantwortlich".

Das sagt die WHO 

Die WHO erteilte den Forderungen der 150 Experten eine deutliche Absage: Die Verschiebung oder Verlegung der Olympischen Spiele würde die Verbreitung des Zika-Virus "nicht entscheidend verändern", erklärte die Organisation. Schon vor längerer Zeit hatte die WHO Brasilien-Reisende zur Vorsicht vor den Stechmücken geraten. Schwangere sollen Zika-Gebiete wie die Metropole Rio meiden. Vor kurzem hieß es von Seiten der WHO dann aber, da die Spiele im August und im September und damit im brasilianischen Winter stattfänden, sei das Mückenrisiko nicht so hoch.

Serena Williams, Nummer eins der Tennisweltrangliste, sagte am Rande eines Turniers in Paris, das Zika-Virus gehe ihr durch den Kopf. "Ich muss einfach super geschützt dorthin gehen." Tennisstar Novak Djocovic, der die Weltrangliste bei den Männern anführt, nannte eine Verlegung "undenkbar". Einerseits hätten natürlich viele Athleten und Zuschauer lange im Voraus geplant. Zum anderen beklagte er, dass über die Menschen, die in Brasilien leben, kaum gesprochen werde. "Wir müssen das aus verschiedenen Perspektiven betrachten, um die richtigen Schlüsse zu ziehen."

Das von Stechmücken übertragene Zika-Virus grassiert in Süd- und Mittelamerika. Zika kann bei Babys Mikrozephalie - einen abnormal kleinen Kopf und damit einhergehende schwere Hirnschäden - auslösen. Bei Erwachsenen wird das Virus unter anderem mit der seltenen Nervenkrankheit Guillain-Barré-Syndrom in Verbindung gebracht. Seit dem vergangenen Jahr wurden in Brasilien fast 1300 Babys mit Mikrozephalie geboren.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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