noch keine Entwarnung

Wappnen Sie sich: Grippewelle kommt erst noch nach Bayern

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Zwar gibt es weniger Grippefälle als im letzten Winter - doch die echte Grippewelle steht uns noch bevor, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen meldet.

Seit Anfang Oktober ist in Bayern Grippesaison. Noch verläuft sie deutlich milder als 2017/2018. Doch die richtige Grippewelle kommt wohl erst noch.

In diesem Winter sind im Freistaat bislang deutlich weniger Menschen an Grippe erkrankt als in der Saison 2017/2018. Bis zum 7. Januar wurden nach einer neuen Falldefinition für Influenza vom Robert Koch-Institut (RKI) 589 Grippefälle gemeldet, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen mitteilte. Ein Jahr zuvor waren es im gleichen Zeitraum mit 1362 mehr als doppelt so viele Betroffene.

Im Vergleich zum Vorjahr: Weniger Grippefälle in Bayern - außer in Schwaben

Nach der neuen RKI-Definition von Influenza, die seit Anfang des Jahres gültig ist, reicht eine Labordiagnose für die Erfassung. Auf diese Weise soll unter anderem der Ermittlungsaufwand bei den Gesundheitsämtern erleichtert werden. Früher mussten auch die klinischen Symptome ermittelt und angegeben werden.

Während - entsprechend dem landesweiten Trend - in allen anderen Regierungsbezirken die Zahl der Krankheitsfälle heuer geringer ist als 2017/2018, stieg sie in Schwaben gemäß der neuen Definition leicht von 58 auf 62. In Unterfranken war hingegen mit 8 Fällen nur ein Bruchteil im Vergleich zum Vorjahr betroffen, als es 67 Kranke in dem Zeitraum gab. Kräftige Rückgänge verzeichnete das LGL auch in Mittelfranken von 272 auf 80 und in Oberbayern von 714 auf 275.

Höhepunkt von Grippewellen liegt meist zwischen Ende Januar und Anfang März

Doch 2017 war die Grippewelle schon Anfang Dezember losgegangen - statt wie in der Regel erst im Januar. Den Höhepunkt erreicht sie laut LGL meist zwischen Ende Januar und Anfang März. Auch weil die Grippewelle in der vergangenen Saison mit deutschlandweit geschätzt neun Millionen influenza-bedingten Arztbesuchen heftig verlief, ließen sich heuer mehr Menschen als in den Vorjahren gegen Grippe impfen. Dem LGL zufolge gab es eine erhöhte Nachfrage. Im November war es vereinzelt bei der Impfstoff-Lieferung eng geworden.

Wie sich die Zahl der Grippefälle in dieser Saison entwickelt, ist laut LGL nicht vorherzusagen: "Wie stark eine Grippewelle ausfällt, hängt unter anderem vom Wetter, von den aktuell vorkommenden Virustypen sowie von der Immunität in der Bevölkerung ab."

Sie hat es bereits erwischt? Influenza 2018/2019 - das hilft schnell gegen Grippesymptome .

Wer diese Krankheit hat, sollte sich auch während der Grippewelle noch impfen lassen.

Grippe beginnt im Gegensatz zu Erkältung abrupt

Erkrankte klagen meist über Fieber, Husten sowie Glieder- und Kopfschmerzen. Typisch für die Influenza ist zudem ein abrupter Beginn, während sich eine Erkältung in der Regel langsam entwickle. In akuten Fällen oder bei Vorerkrankungen kann eine Grippe auch zum Tod führen.

Die Krankheitserreger übertragen sich unter anderem im Kontakt zu anderen Menschen. Gerade wenn viele Menschen zusammenkommen, können sich die Viren leicht verbreiten, etwa in Klassenräumen, öffentlichen Verkehrsmitteln oder bei Großveranstaltungen. Regelmäßiges und gründlichen Händewaschen kann die Ansteckungsgefahr reduzieren.

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dpa/lby

Der lebensrettende Pieks: Diese Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin gibt Empfehlungen ab, welche Menschen sich impfen lassen sollten. Gehören Sie auch zur Risikogruppe? (Stand: Juli 2013)  © dpa
Das Immunsystem älterer Menschen reagiert zwar weniger stark auf die Impfung, dennoch empfehlen die Experten das Serum. Im Falle einer Erkrankung fallen die Symptome schwächer aus. Da für Menschen über 60 Jahre ein erhöhtes Risiko für schwere oder gar tödliche Komplikationen besteht, ist die Impfung dringend angebracht.  © dpa
Wie bei älteren Menschen besteht auch bei Schwangeren ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Daher raten die Gesundheitsexperten auch werdenden Müttern ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zur Impfung. Schwangere, die bereits an einer Grunderkrankung leiden, können sich nach Absprache mit dem Arzt auch schon früher pieksen lassen.  © dpa
Erwachsene und Kinder, die an einer chronischen Erkrankung wie beispielsweise Asthma leiden, gehören ebenfalls zu den Risikogruppen.  © fkn, Mundipharma
Auch Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck wird die Grippe-Impfung nahe gelegt.  © dpa
Kinder dürfen frühestens ab einem Alter von sechs Monaten gegen die Grippe geimpft werden.  © dpa
Wer an chronischen Stoffwechsel-Erkrankungen wie Zucker (Diabetes Mellitus), an chronischen Nierenerkrankungen, Blutarmut (Anämie), an angeborenen oder erworbenen Immunstörungen wie Abwehrschwäche nach Organtransplantationen, bei Chemotherapien oder HIV-Infektionen leidet, sollte sich die Grippe-Impfung nicht entgehen lassen.  © dpa
Ebenso Menschen mit chronisch neurologischen Krankheiten wie beispielsweise Multipler Sklerose gehören zu den Risikogruppen.  © dpa
Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Arztpraxen oder Angestellte in Einrichtungen mit erhöhtem Publikumsverkehr laufen Gefahr, durch ihre Arbeit sich selbst oder andere anzustecken - die Grippe-Impfung ist daher eigentlich Pflicht.  © dpa
Die Bewohner von Pflege- und Altenheimen sind ebenfalls besonders gefährdet.  © dpa
Urlauber ab 60 Jahren oder chronisch Kranke, die verreisen wollen, sollten sich spätestens zwei Wochen vor der Abreise pieksen lassen.  © dpa
Menschen, die häufig mit Geflügel, auch mit Wildvögeln in Berührung kommen, zählen auch als Risikogruppe.  © dpa
NICHT impfen lassen dürfen sich Menschen, die allergisch reagieren auf Hühnereiweiß. Der Impfstoff wird in Hühnereiern gezüchtet. Wer aktuell unter Fieber leidet, sollte mit der Imfpung warten, bis die Erkrankung abgeklungen ist.  © 
Die meisten Krankenkassen in Deutschland übernehmen freiwillig die Kosten für die saisonale Grippeimpfung. Über-60-Jährige und chronisch Kranke müssen in der Regel nichts bezahlen.  © dpa

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