Korn, Whisky und Co.

Von Handwerk und Hochprozentern: Trend zu Craft-Spirituosen

Destillateurmeisterin Nina Lang steht mit einer frisch gezogenen Qualitätsprobe zwischen alten Eichenfässern im Keller der Brennerei. Foto: Boris Roessler
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Destillateurmeisterin Nina Lang steht mit einer frisch gezogenen Qualitätsprobe zwischen alten Eichenfässern im Keller der Brennerei. Foto: Boris Roessler
Destillateurmeisterin Nina Lang zieht eine Probe aus einem der Whiskyfässer und hält das Glas in das Licht, um eventuell abgelagerte Partikel erkennen zu können. Foto: Boris Roessler
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Destillateurmeisterin Nina Lang zieht eine Probe aus einem der Whiskyfässer und hält das Glas in das Licht, um eventuell abgelagerte Partikel erkennen zu können. Foto: Boris Roessler
Getrocknete Beeren für einen Schnaps hält eine Destillateurin in den Händen. Foto: Boris Roessler
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Getrocknete Beeren für einen Schnaps hält eine Destillateurin in den Händen. Foto: Boris Roessler
Destillateurmeisterin Nina Lang befüllt eine Probe-Blase zur Alkohol-Destillation. Foto: Boris Roessler
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Destillateurmeisterin Nina Lang befüllt eine Probe-Blase zur Alkohol-Destillation. Foto: Boris Roessler
Mit einer großen Pipette nimmt Destillateurmeisterin Nina Lang eine Qualitätsprobe aus einem Eichenfass mit hochprozentigem Alkohol. Foto: Boris Roessler
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Mit einer großen Pipette nimmt Destillateurmeisterin Nina Lang eine Qualitätsprobe aus einem Eichenfass mit hochprozentigem Alkohol. Foto: Boris Roessler
Destillateurmeisterin Nina Lang gießt Wasser in einen Kessel der Kräuter-Destillerie. Foto: Boris Roessler
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Destillateurmeisterin Nina Lang gießt Wasser in einen Kessel der Kräuter-Destillerie. Foto: Boris Roessler

Mehr Klasse als Masse: In der Spirituosen-Branche geht der Trend - je nach Portemonnaie - zu qualitativ hochwertigen Drinks. Das machen sich auch kleinere Destillerien zunutze. Nach Gin soll nun edler Korn in Bars und Läden kommen.

Schlitz (dpa) - Alkohol am Arbeitsplatz - für Nina Lang ganz normal. Die junge Frau trinkt von Beruf wegen regelmäßig. Mit einer Pipette und einem Glas ausgestattet steigt sie in den Lagerkeller hinab und zapft aus schweren Holzfässern Kostproben.

Korn und Whisky - aber alles nur zur Qualitätskontrolle, versteht sich. Lang ist Destillateur-Meisterin bei der Schlitzer Destillerie in Osthessen. Die Brennerei ist nach eigenen Angaben eine der ältesten Brennereien weltweit. Die Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1585.

Heute hat sich das kleine Unternehmen mit 20 Mitarbeitern - angesiedelt in mit Fässern vollgestopften denkmalgeschützten Bauten - erfolgreich in einer Nische eingerichtet. Die Brennerei bedient auch einen Trend: handwerklich hergestellte und hochwertige Spirituosen. Nach Craft-Bier kommen nun zunehmend Craft-Spirituosen auf den Markt.

"Wir liefern nicht für den Massenmarkt, sondern konzentrieren uns auf unsere Stärken: handwerklich hergestellte Spirituosen mit hoher Qualität und Glaubwürdigkeit", sagt Geschäftsführer Tobias Wiedelbach.

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sieht ebenfalls den Trend. "In zunehmendem Maße treten handwerklich hergestellte Spirituosen in Erscheinung", erklärt GfK-Spirituosen-Experte André Beron. "Gerade bei den Hochprozentern ist eine gesteigerte Orientierung der Verbraucher an Wertigkeit zu erkennen." Der Mengenkonsum trete zunehmend in den Hintergrund. "Eine Entwicklung, die auch in den nächsten Jahren die Spirituosen-Nachfrage kennzeichnen dürfte." Mehr Klasse als Masse ist also gefragt. Die Kundschaft sei durchaus gewillt, für bessere Qualität ein paar Euro mehr auszugeben.

Auch der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure (BSI) beobachtet einen zunehmendes Interesse der Konsumenten an Craft- Spirituosen. "Konsumenten schätzen das Handwerk und den Traditionsgedanken im Zusammenhang mit der Herstellung von Spirituosen", sagt Geschäftsführerin Angelika Wiesgen-Pick.

Die Schlitzer Destillerie, die gar nicht so viel und günstig produzieren kann wie die Platzhirsche der Branche, hat aus der Not eine Tugend gemacht. "Bei uns entscheidet der gute Geschmack und die Erfahrung des Brennermeisters, wie unsere Erzeugnisse munden - und nicht Maschineneinstellungen in der industriellen Fertigung", erklärt Wiedelbach. Zudem könne die Destillerie viel schneller auf Trends reagieren als die großen Tanker. "In sechs bis zwölf Monaten können wir ein neues Produkt liefern", sagt der Geschäftsführer.

Schlitzer hat rund 50 Produkte im Portfolio, darunter auch prämierten Whiskey und natürlich auch einen Gin. Der Wacholder-Schnaps hat sich zum beliebten Szene-Getränk gemausert. Die Schlitzer setzen darauf, dass als nächstes Korn groß herauskommt. "Wir sind überzeugt, dass Korn einen neuen Hype bringt. Wir haben schon etliche Fässer eingelagert", sagt Wiedelbach. Der ur-deutsche und mehr als 500 Jahre alte Schnaps könne je nach Fasslagerung unterschiedlich schmecken. "Korn kann sehr variantenreich sein. Man kann ihn natürlich pur trinken. Oder auch mit speziellem Tonic Water kombinieren."

Von hochwertigem Korn als Mode-Getränk ist auch der Branchen-Riese Berentzen überzeugt. Der Getränkehersteller aus dem Emsland hat nun einen Premium-Doppelkorn im Repertoire. "Wir sehen den Crafted-Korn absolut als aufkeimenden Trend", sagte Vorstand Oliver Schwegmann.

Infos zur Schlitzer Destillerie

Lexikon aus der Spirituosenbranche

Spirituosen-Gattungen

Aha Excelsior

BSI: Daten aus der Alkoholwirtschaft

Sieben Schritte der Spirituosen-Herstellung

Das Verfahren zur Spirituosenherstellung umfasst vereinfacht gesagt sieben Schritte:

1. Annahme der gelieferten Rohstoffe, Qualitätskontrolle, Lagerung

2. Verarbeitung zur Maische

3. Vergärung des Zuckers in der Maische zum Alkohol

4. Brennen der Maische

5. Lagerung des Destillats zur Reifung

6. Verdünnen auf Trinkstärke und Filtrierung

7. Abfüllen und Vertrieb

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