Rotlichtlaser in der Urologie

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Benigne Prostatahyperplasie: Therapieverfahren mit dem Rotlichtlaser.

Die Prostatahyperplasie ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata. Ihre unangenehmen Symptome wie häufiger Harndrang bei kleinen Urinmengen lassen sich medikamentös oder durch eine Lasertherapie behandeln.

Viele Männer, vor allem die ab vierzig Jahre, kennen das Problem: Sie werden nachts aus dem Schlaf gerissen, weil die Blase drückt. Doch das Wasserlassen bringt für sie nur eine kurzzeitige Erleichterung. Bereits wenig später haben sie wieder Harndrang, denn zumeist wird nur eine kleine Urinmenge ausgeschieden.

Privatdozent Dr. Hagen Loertzer, leitender Oberarzt der Abteilung Urologie am Universitätsklinikum Göttingen, wird fast täglich mit diesem Beschwerdebild konfrontiert. „In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um eine gutartige Vergrößerung der Prostata“, sagt der Urologe. Diese so genannte benigne Prostatahyperplasie ist laut Dr. Loertzer die häufigste Ursache für Störungen des Wasserlassens bei Männern.

Um die Diagnose zu sichern, werden Patienten in der urologischen Abteilung der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) gründlich untersucht. „Um eine erfolgreiche individuelle Therapie der benignen Prostatahyperplasie zu gewährleisten, ist eine differenzierte Diagnostik nötig“, sagen PD Dr. Loertzer und Prof. Dr. Rolf-Hermann Ringert, Direktor der Abteilung Urologie der UMG. Zunächst wird die Prostata abgetastet, um eine Aussage über Form, Konsistenz und Größe machen zu können. Dann wird der PSA-Wert, ein spezielles Ferment, das in der Prostata gebildet wird und über das Blut des Patienten bestimmt werden kann, ermittelt. Ist der Befund nach weiteren Untersuchungen gesichert, wird eine individuelle Therapie ausgearbeitet. Dabei stehen je nach Ausprägungsart der benignen Prostatahyperplasie (BPH) verschiedene Therapien zur Auswahl, die die Ärzte gemeinsam mit dem Patienten abstimmen.

Aktuell modernstes Verfahren der Lasertherapie

Ansicht während der Operation mit dem Rotlichtlaser.

So kommen neben einer medikamentösen Behandlung operative Verfahren oder eine Lasertherapie zur Anwendung. Letztere hat sich, laut Prof. Dr. Ringert, vor allem bei Patienten bewährt, die zum Beispiel blutverdünnende Medikamente einnehmen müssen und bei denen eine Operation daher schwierig sei. Mit der Lasertechnik bei der Behandlung des BPH kann das Prostatagewebe eingeschmolzen oder geschnitten werden. „Der Revolix Duo-Laser vereint in sich die Vorteile der unterschiedlichen Lasertechniken und stellt aktuell das modernste Verfahren auf dem Gebiet der transurethalen (Anmerkung der Redaktion: durch die Harnröhre gehenden) Lasertherapie der Prostata dar“, sagen Priv.-Doz. Dr. Loertzer und Prof. Dr. Ringert. Dieser Rotlichtlaser kann im Gegensatz zu den reinen Vaporisationslasern (Greenlight-Laser), die das Gewebe einschmelzen, Gewebeproben entnehmen. Dadurch kann zum Beispiel ein bislang unbekannter Prostatakrebs entdeckt werden.

Der Rotlichtlaser, den die Urologen am Göttinger Universitätsklinikum in diesem Bereich schon seit etwa drei Jahren einsetzen, hat sich nicht allein zur Behandlung der BPH bewährt. „Wir können damit unter anderem auch störende Genitalwarzen schonend und dauerhaft entfernen“, sagt der Oberarzt Dr. Loertzer. Nieren- und Harnleitersteine können mithilfe der Technik ebenfalls entfernt werden. Dass der Laser jetzt auch bei organerhaltenden Nierenteilresektionen in der offenen und laparoskopischen (Schlüssellochtechnik) Tumorchirurgie zum Einsatz kommt, ist laut Dr. Loertzer eine relativ neue Methode in der urologischen Abteilung der UMG. Der große Vorteil dabei: „der geringere Blutverlust bei der Tumorentfernung.“

Von Vera Glass

zum Artikel über Prostatakrebs "Darüber sprechen Männer nicht"

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