Bakteriengifte kosten Jugendliche fast das Leben

16-Jährige hat am ganzen Körper "Sonnenbrand" - dieses gefährliche Syndrom steckt dahinter

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Als eine Jugendliche mit unspezifischen Beschwerden in die Notaufnahme kommt, war den Ärzten nicht klar, wie schlecht es um sie steht. (Symbolbild)

Als ein Teenie mit Übelkeit, Atemnot und Schmerzen am ganzen Körper in die Notaufnahme kommt, sind Ärzte ratlos. Als sie die richtige Diagnose stellen, ist es fast zu spät.

Immer wieder kommen Patienten in Arztpraxen und Kliniken, die Mediziner vor Rätsel stellen. Sind die Mandeln geschwollen und eitrig, liegt eine Mandelentzündung nahe, hinter Fieber und Gliederschmerzen steckt häufig ein grippaler Infekt. Doch passen die Beschwerden überhaupt nicht zusammen, wird es für Ärzte schwierig, schnell die richtige Diagnose zu stellen. Der Fall eines 16-jährigen Mädchens war so seltsam, dass er von den behandelnden Medizinern veröffentlicht wurde.

Von Arzt zu Arzt: Knoten in der Brust der 16-Jährigen wird immer größer

Das Mädchen, dessen Name nicht bekannt ist, suchte die Notaufnahme wegen diverser Beschwerden auf: Sie litt an Kopf- und Muskelschmerzen, Übelkeit, dem Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen und auch ein Knoten in der rechten Brust beunruhigte sie. Doch eine Röntgenaufnahme der Brust, Blutdruck- und Fiebermessung sowie ein Bauch-Ultraschall zeigten keine Auffälligkeiten und als eine Infusion die Beschwerden linderte, konnte die junge Frau die Ambulanz verlassen.

Auf Empfehlung der behandelnden Notärzte suchte die 16-jährige Leistungsschwimmerin am selben Nachmittag einen Frauenarzt auf. Der Knoten in ihrer Brust war gewachsen, sie litt unter Schüttelfrost, Fieber und einem Ausschlag am ganzen Körper, der stark an einen Sonnenbrand erinnerte. Sofort schickte der Frauenarzt sie zurück in die Notaufnahme.

Symptome der Jugendlichen sprechen für Toxisches Schock-Syndrom

Ein sehr niedriger Blutdruck von 92 zu 47 mmHg und der Ausschlag war für die Ärzte dort ein Indiz dafür, dass es sich um das toxische Schock-Syndrom handeln könnte. Dabei reagiert der Körper nicht direkt auf Krankheitserreger, sondern auf Giftstoffe, die diese absondern. Vor allem Infektionen mit den Bakterienstämmen Staphylokokken oder Streptokokken bergen die Gefahr, ein toxisches Schock-Syndrom auszulösen.

Typische Symptome für das toxische Schock-Syndrom sind dem Fachportal MSD Manual zufolge:

  • hohes Fieber
  • Blutdruckabfall
  • diffuse Hautausschläge

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Toxisches Schock-Syndrom: Abszesse in der Brust als Auslöser

In Folge kommt es zu Multiorganversagen, was rasch in einen schweren Schock übergehen kann. Das 16-jährige Mädchen hatte Glück im Unglück: Ärzte behandelten sie mit Antibiotika und dem Stresshormon Norepinephrin, entfernten Abszesse in ihrer Brust und schon kurze Zeit danach besserten sich die Symptome. Einen Monat später war sie Spiegel Online zufolge wieder ganz gesund.  

Mehr über das Toxische Schock-Syndrom im Video:

Grund für den toxischen Schock war eine Infektion mit Staphylococcus-aureus-Bakterien, die wahrscheinlich über die Brustwarzen in den Körper gelangt sind und dort die Abszesse in der Brust verursachten, wie die behandelnden Mediziner im Fachblatt "Oxford Medical Case Reports" berichteten.

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jg / Video: glomex

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

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HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.   © dpa/dpaweb-mm
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Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
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Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
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Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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