Technik soll Leben im Alter erleichtern

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Moderne Technik soll in der Altenpflege mehr Zeit für den zwischenmenschlichen Kontakt schaffen.

Nürnberg - Die Menschen in Deutschland werden immer älter, die Betreuung im Alter immer teurer. Neue Technik soll den Pflegekräften die Arbeit erleichtern.

Teppiche, die Stürze registrieren, höhenverstellbare Toiletten oder “mitdenkende“ Badezimmer - zahlreiche neue Produkte können das Leben von Hilfebedürftigen erleichtern. “75 Prozent der Menschen in Deutschland haben Angst davor, von anderen abhängig zu werden. Und hier können wir sehr gut helfen“, sagte Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) auf der Sozialmesse ConSozial am Mittwoch in Nürnberg. So könnten etwa ältere Menschen mit Hilfe der neuen Technik wesentlich länger Zuhause leben, ohne ständig betreut werden zu müssen.

Die Palette reiche von Wohnformen, vor allem neue Möbelformen, bis zu altersgerechten Produkten und Dienstleistungen, sagte Haderthauer. Die Ministerin trat dabei Befürchtungen entgegen, technische Hilfsmittel könnten die Pflege entmenschlichen. “Die technischen Neuerungen erleichtern vor allem die Arbeit derjenigen, die im sozialen Bereich arbeiten. Sie tragen dazu bei, dass sich die Pflegekraft eher auf den mitmenschlichen Bereich konzentrieren kann.“

In der Sozialbranche sei derzeit der demografische Wandel das bestimmende Thema, sagte der Geschäftsführer der freien Wohlfahrtspflege, Gerhard Timm. “Wie gehen wir damit um? Wie organisieren wir die Pflege in Deutschland, wie ermöglichen wir den zahlenmäßig zunehmenden älteren Menschen ein menschenwürdiges Leben bis hin zu ihrem Tod - und wie finanzieren wir das?“ Auf jeden Fall müsse die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Pflege möglich werden, forderte Timm.

Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx mahnte an, den sozialen Aspekt unserer Marktwirtschaft nicht aus den Augen zu verlieren. In der Standortdiskussion dürften nicht nur Wirtschaftsfragen eine Rolle spielen, auch der soziale Standard sei wichtig. Dieser dürfe nicht immer weiter abgesenkt werden: “Die Rückentwicklung des Sozialstaates zu einem Fürsorgestaat bringt keinen Wettbewerbvorteil, sondern nur Nachteile.“ In der aktuellen Krise habe sich gezeigt, dass Solidarität - wie sie in der Kurzarbeit zum Ausdruck kam - erfolgreich sei.

dpa

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