Gesunde Zähne

Täglich Zahnseide und einmal jährlich zur professionellen Zahnreinigung? So sieht die optimale Zahnpflege aus

Gesunde Zähne bis ins hohe Alter: Ein Wunsch, der mit der richtigen Zahnpflege Wirklichkeit werden kann. Folgende Zahnpflege-Routine sollten Sie täglich einhalten.

Bei Kindern steht vor allem die Karies-Prophylaxe im Fokus. Später, wenn das Gebiss schon etwas älter ist, kämpfen viele Menschen eher mit Zahnfleisch- und Zahnbetterkrankungen, Mundschleimhautveränderungen, aber auch funktionellen Störungen wie Zähnepressen oder -knirschen. Wie Kinder sollten deshalb auch Erwachsene mindestens einmal jährlich einen Kontrolltermin beim Zahnarzt wahrnehmen. Dieser erkennt Karies, eine angehende Parodontitis oder Zahnfehlstellungen* und kann durch frühzeitige Behandlung schmerzhaften und kostspieligen Therapien zuvorkommen.

„Ob und wo Sie Ihre Mundhygiene optimieren sollten bzw. mit welchem Zahnbürstentyp, können Sie bei Ihrer/Ihrem Hauszahnärztin/Hauszahnarzt z. B. im Rahmen einer Professionellen Zahnreinigung erfahren“, empfiehlt die Universität Greifswald. Die professionelle Zahnreinigung (PZR) gilt der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg KZVBW zufolge als sinnvolle Leistung. Doch es handelt sich dabei um eine individuelle Gesundheitsleistung, kurz IGeL, für welche die Krankenkassen in Deutschland nicht leistungspflichtig sind. Wie die Verbraucherzentrale informiert, ist die PZR immer eine Privatleistung, allerdings bezuschussen viele Krankenkassen sie freiwillig. Der IGeL-Monitor bewertet die PZR nach einer Abwägung von Nutzen und Schaden mit „unklar“, weil die Wissenschaftler keine belastbare Studie fanden, die einen Nutzen belegt, so die Verbraucherzentrale. Dies gelte aber nicht für Menschen mit hohem Parodontitis-Risiko.

Zahnärzte empfehlen die Verwendung von Zahnseide einmal täglich.

Täglich zweimal Zähne putzen und einmal Zahnseide verwenden: Anleitung zur täglichen Zahnpflege

Wer folgende Tipps beherzigt, beugt Karies vor und sorgt für gesundes Zahnfleisch:

  • Die Bundeszahnärztekammer empfiehlt der Techniker Krankenkasse (TK) zufolge, zweimal täglich die Zähne mindestens zwei bis drei Minuten lang mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta zu putzen. Dabei gilt: Immer von „rot nach weiß“ fegen, damit Bakterien nicht unter den Zahnfleischrand gelangen. Achten Sie darauf, nicht mit zu viel Druck zu putzen, da dies den Zahnschmelz angreifen kann.
  • Wählen Sie die richtige Zahnbürste: Putzen Sie am liebsten mit der Handzahnbürste, sollten die Borsten aus Kunststoff (Nylon) bestehen, wie die Uni Greifswald informiert. Naturborsten seien hingegen eher nicht zu empfehlen, da sie einen Markkanal besitzen, der als ideale Brutstätte für Bakterien dienen könne. Bei der Härte der Borsten sollten Sie auf mittelharte Borsten achten und bei sehr empfindlichem Zahnfleisch zu Zahnbürsten mit weichen Borsten greifen.
  • Wer eine rund-oszillierende, elektrische Zahnbürste verwendet, der sollte auf der Zahnoberfläche gezielt zwei bis fünf Sekunden verweilen und ihr damit genügend Zeit für die Reinigung der Zahnoberfläche geben, so die Uni Greifswald. Außerdem sollte man den Bürstenkopf soweit wie möglich in den Zahnzwischenraum drehen und somit Zahn für Zahn und Fläche für Fläche nacheinander reinigen. Bei der schallaktiven Zahnbürste dagegen würden kleine Bewegungen am Zahnhals mit Ausstreichen in Richtung Kaufläche ausreichen.
  • „Wenn das Borstenfeld Abweichungen von der Originalform aufweist oder spätestens nach zwei bis drei Monaten sollten Sie die Bürste ersetzen“, so die Empfehlung der Universitätsmedizin Greifswald.
  • Zusätzlich sollten Sie einmal täglich die Zahnzwischenräume reinigen. Dies sei der TK zufolge deshalb so wichtig, weil durch das Putzen mit der Zahnbürste nur rund 70 Prozent der Zahnoberfläche gereinigt wird. Was die Borsten nicht ausreichend erreichen, sind die oft engen Zahnzwischenräume, die deshalb besonders anfällig für Karies und Parodontitis sind. Um sie von Speiseresten und dem bakteriellen Biofilm zu befreien, sollte man deshalb Zahnseide für enge Zahnzwischenräume und für größere Zahnlücken Interdentalbürsten verwenden.
  • Nach dem Verzehr von säurehaltigen Speisen und Getränken wie etwa Orange, Ananas oder Grapefruit, sollten Sie mindestens 30 Minuten mit dem Putzen warten, informiert die Krankenkasse DAK Gesundheit.

(jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Mehr Quellen: https://www.kzvbw.de/patienten/haeufige-fragen/prophylaxe/; https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/

Weiterlesen: Sie nutzen diese teure Zahnpasta? Stiftung Warentest rät allerdings eindringlich davon ab.

Diese Dinge sind schlecht für Ihre Zähne

Snacks: Knabbereien wie Chips und Flips oder auch Gummibärchen, Bonbons und andere Süßigkeiten enthalten viel Zucker und Stärke. Diese wird von Plaque-Bakterien in Säure umgewandelt, die wiederum den Zähnen, genauer gesagt dem Zahnschmelz, schadet. Ein weiterer Nachteil: Snacks sorgen für eine verminderte Produktion von Speichel, der im Mund eine wichtige Schutzfunktion übernimmt.
Snacks: Knabbereien wie Chips und Flips oder auch Gummibärchen, Bonbons und andere Süßigkeiten enthalten viel Zucker und Stärke. Diese wird von Plaque-Bakterien in Säure umgewandelt, die wiederum den Zähnen, genauer gesagt dem Zahnschmelz, schadet. Ein weiterer Nachteil: Snacks sorgen für eine verminderte Produktion von Speichel, der im Mund eine wichtige Schutzfunktion übernimmt. © Pixabay
Fruchtsäfte: Das Problem bei Fruchtsäften ist der teilweise hohe Zuckergehalt. Orangensäfte enthalten manchmal nur unwesentlich weniger Zucker als Limonaden.
Fruchtsäfte: Das Problem bei Fruchtsäften ist der teilweise hohe Zuckergehalt. Orangensäfte enthalten manchmal nur unwesentlich weniger Zucker als Limonaden. © Pixabay
Kaffee: Es ist kein Geheimnis. Kaffee sorgt für Verfärbungen der Zähne. Das gleiche gilt für das ...
Kaffee: Es ist kein Geheimnis. Kaffee sorgt für Verfärbungen der Zähne. Das gleiche gilt für das ... © Pixabay
Rauchen: Es erhöht zudem das Risiko für Entzündungen des Zahnfleisches und kann zu Zahnverlusten führen. Im schlimmsten Fall kann Rauchen auch Mund-, Lippen oder Zungenkrebs verursachen.
Rauchen: Es erhöht zudem das Risiko für Entzündungen des Zahnfleisches und kann zu Zahnverlusten führen. Im schlimmsten Fall kann Rauchen auch Mund-, Lippen oder Zungenkrebs verursachen. © Pixabay
Piercings: Metalle von Piercings im Mundbereich schaden nicht nur den Zähnen, sondern auch dem Zahnfleisch. Dies kann teilweise gravierende Folgen haben, Zähne können im schlimmsten Fall sogar ausfallen.
Piercings: Metalle von Piercings im Mundbereich schaden nicht nur den Zähnen, sondern auch dem Zahnfleisch. Dies kann teilweise gravierende Folgen haben, Zähne können im schlimmsten Fall sogar ausfallen. © Pixabay
Wein: Die in Rotwein enthaltenen chromogenen Moleküle und Tannine können zu einer Verfärbung der Zähne führen. Gleichzeitig schadet die Säure in Rot- und Weißwein dem Zahnschmelz.
Wein: Die in Rotwein enthaltenen chromogenen Moleküle und Tannine können zu einer Verfärbung der Zähne führen. Gleichzeitig schadet die Säure in Rot- und Weißwein dem Zahnschmelz. © Pixabay
Zähneknirschen: Speziell angefertigte Schienen können übermäßiges nächtliches Zähneknirschen und dadurch Schäden an der Zahnsubstanz vermeiden.
Zähneknirschen: Speziell angefertigte Schienen können übermäßiges nächtliches Zähneknirschen und dadurch Schäden an der Zahnsubstanz vermeiden. © picture alliance / dpa
Essstörungen: Auch auf die Zähne können Sie sich auswirken. Denn Menschen etwa, die unter der Binge-Eating-Störung leiden, bekommen periodische Heißhungerattacken und verlieren die Kontrolle über Ihr Essverhalten. Dieses exzessive Essverhalten kann schädlich für die Zähne sein.
Essstörungen: Auch auf die Zähne können Sie sich auswirken. Denn Menschen etwa, die unter der Binge-Eating-Störung leiden, bekommen periodische Heißhungerattacken und verlieren die Kontrolle über Ihr Essverhalten. Dieses exzessive Essverhalten kann schädlich für die Zähne sein. © picture alliance / dpa
Verpackungen oder Flaschen mit dem Mund öffnen: So wie im Bild sollte es eigentlich sein. Doch viele Menschen öffnen Bierflaschen oder andere Verpackungen mit den Zähnen. Das sollten Sie besser lassen, da die Materialien theoretisch splittern könnten. Auf alle Fälle ist das Öffnen von Verpackungen schädlich für die Zähne. Ähnlich ist es mit dem Stifte oder Fingernägel kauen.
Verpackungen oder Flaschen mit dem Mund öffnen: So wie im Bild sollte es eigentlich sein. Doch viele Menschen öffnen Bierflaschen oder andere Verpackungen mit den Zähnen. Das sollten Sie besser lassen, da die Materialien theoretisch splittern könnten. Auf alle Fälle ist das Öffnen von Verpackungen schädlich für die Zähne. Ähnlich ist es mit dem Stifte oder Fingernägel kauen. © Pixabay

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