Rauschmittel als Fitness-Kick

"Runner's High": Forscher überrascht über Wirkung von Cannabis beim Sport

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Cannabis findet immer mehr Zuspruch im medizinischen Bereich - nun auch im Sport?

Marihuana verbinden wohl die wenigsten mit Fitness. Cannabis soll aber die Leistungsfähigkeit steigern. Das wollen US-Forscher nun herausgefunden haben.

Das allgemeine Bild vom Cannabiskonsumenten sieht wohl wie folgt aus: Schlapp, antriebslos, "gechillt". Dass das falsch gedacht sein könnte, wollen US-Forscher nun belegt haben.

In einer Untersuchung haben die Wissenschaftler 600 Konsumenten befragt, die in Staaten leben, in denen Cannabis erlaubt ist. Dabei gaben acht von zehn Nutzern an, das Rauschmittel vor oder nach dem Sport zu nutzen, wie Angela Bryan von der University of Colorado Boulder in einer Pressemitteilung zu der Studie schreibt. Die verblüffende Erklärung: Cannabis würde ihre Trainingsmotivation und die Freude am Sport steigern und die Regeneration verbessern. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden in dem englischsprachigen Fachblatt "Frontiers in Public Health" publiziert.

Cannabis macht nicht schlapp, sondern fit?

Das Papier ist eines der ersten, dass den Zusammenhang zwischen Cannabisgebrauch und körperlicher Aktivität untersucht und die Ergebnisse überraschen: "Es gibt das Vorurteil, dass Cannabiskonsum dazu führt, dass Menschen faul an ihr Sofa gefesselt und nicht körperlich aktiv sind, aber diese Daten deuten darauf hin, dass dies nicht der Fall ist", erklärt Bryan weiter. Befürchtungen, dass die Legalisierung von Cannabis den Bewegungsmangel und damit die Gewichtsprobleme der Amerikaner befeuern könnten, sieht die Forscherin nicht bestätigt. Konsumenten von Marihuana bewegten sich laut Befragung sogar pro Woche etwa 43 Minuten mehr, im Vergleich zu nicht konsumierenden Menschen.

Auch interessant: Darf ich im Urlaub in den USA Cannabis konsumieren?

Cannabis soll Sport leichter machen - gerade für ältere Menschen

Während in der Pressemitteilung Cannabis nicht explizit als Hilfsmittel für Sportmuffel empfohlen wird, sehen die Forscher dennoch einen Nutzen des Rauschmittels, gerade für ältere Menschen: "Wenn wir älter werden, beginnt Sport zu schmerzen. Das ist ein Grund, warum ältere Erwachsene nicht so viel trainieren", sagt Bryan.

"Wenn Cannabis Schmerzen und Entzündungen lindern und älteren Erwachsenen helfen könnte, aktiver zu sein, könnte das ein weiterer Vorteil sein." Die Prozesse, die das Rauschmittel im Gehirn auslöse, seien denen des sogenannten "Runner's High" nicht unähnlich, wie eine weitere Studie zeige. Bei diesem Phänomen beschreiben Langstreckenläufer ein schmerzfreies und euphorisches Hochgefühl und das Empfinden, noch "ewig" weiterlaufen zu können. Dieses wird nach Meinung einer deutschen Studie aus dem Jahr 2015 von körpereigenen Cannabinoide ausgelöst.

Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass die Untersuchung limitiert sei, da nur Personen befragt wurden, die regelmäßig Cannabis konsumieren und sich die Forscher auf US-Bundesstaaten konzentrierte, die Cannabis bereits legalisiert haben. Weitere Forschungen zu diesem Thema dazu seien an der University of Colorado Boulder aber bereits im Gange.

Video: Selbstversuch- wie gefährlich ist Cannabis wirklich?

Lesen Sie auch: Wenn Drogen heilen - Wer bekommt Cannabis auf Rezept?

ante

Warum uns die Natur so gut tut

Annette Bernjus leitet Achtsamkeitsübungen an, wenn sie mit den Teilnehmern ihrer Kurse so wie hier im Wald unterwegs ist. Foto: Manfred Bernjus/embe-Foto
Annette Bernjus leitet Achtsamkeitsübungen an, wenn sie mit den Teilnehmern ihrer Kurse so wie hier im Wald unterwegs ist. Foto: Manfred Bernjus/embe-Foto © Manfred Bernjus
Zum Themendienst-Bericht von Bernadette Winter vom 22. August 2018: Prof. Dr. med. Andreas Michalsen ist Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde im Immanuel Krankenhaus Berlin. Foto: Anja Lehmann/Immanuel Krankenhaus Berlin
Zum Themendienst-Bericht von Bernadette Winter vom 22. August 2018: Prof. Dr. med. Andreas Michalsen ist Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde im Immanuel Krankenhaus Berlin. Foto: Anja Lehmann/Immanuel Krankenhaus Berlin © Anja Lehmann
Wer im Wald "badet", soll nicht nur die Geräusche des Waldes bewusst aufnehmen, sondern die Umgebung auch mit den anderen Sinnen erleben. Foto:Manfred Bernjus/embe-Foto
Wer im Wald "badet", soll nicht nur die Geräusche des Waldes bewusst aufnehmen, sondern die Umgebung auch mit den anderen Sinnen erleben. Foto:Manfred Bernjus/embe-Foto © Manfred Bernjus
Achtsamkeitsübung im Wald. Annette Bernjus rät, dort ganz bewusst zu pausieren. Foto: Manfred Bernjus/embe-Foto
Achtsamkeitsübung im Wald. Annette Bernjus rät, dort ganz bewusst zu pausieren. Foto: Manfred Bernjus/embe-Foto © Manfred Bernjus
Einfach mal einen Baum umarmen: Annette Bernjus leitet die Teilnehmer ihrer Seminare an, die Natur wieder bewusster wahrzunehmen. Foto: Manfred Bernjus/embe-Foto
Einfach mal einen Baum umarmen: Annette Bernjus leitet die Teilnehmer ihrer Seminare an, die Natur wieder bewusster wahrzunehmen. Foto: Manfred Bernjus/embe-Foto © Manfred Bernjus
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