Aus „akut“ wird „chronisch“

Patienten mit Schmerzen leiden zu lang

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Rund Millionen Deutsche plagen chronische Beschwerden.

Schmerzpatienten haben oft eine lange Leidensgeschichte hinter sich bevor sie richtig behandelt werden. Das muss sich dringend ändern, fordern Experten zu Beginn des Deutschen Schmerzkongress.  

Für eine bessere Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen hat die Deutsche Schmerzgesellschaft mehr Engagement von Bund und Ländern gefordert. „Schmerz hat inzwischen den Charakter einer Volkskrankheit erreicht“, sagte Prof. Thomas Tölle, Präsident der Gesellschaft, zu Beginn des Deutschen Schmerzkongresses in Hamburg. Bis Sonnabend wollten sich auf der Tagung mehr als 2500 Experten austauschen.

Bis zu zwölf Millionen Menschen in Deutschland plagen sich Tölles Angaben zufolge mit chronischen Beschwerden. Wichtig sei, akute Schmerzen von Anfang an ernst zu nehmen und zu behandeln, um sie nicht chronisch werden zu lassen. Tölle plädierte unter anderem für eine noch bessere Versorgung von Patienten mit akuten Schmerzen im Krankenhaus, etwa nach Standard-Operationen. Nur rund 15 Prozent der Kliniken nehmen den Angaben zufolge an speziellen Zertifizierungen zum Schmerzmanagement teil.

Die Deutsche Schmerzgesellschaft hatte bereits 2010 verschiedene Eckpunkte eines „Nationalen Aktionsplans gegen den Schmerz“ vorgestellt. Darin ging es unter anderem um Forschungsförderung, eine bessere Aus- und Weiterbildung für Ärzte sowie darum, mehr Bewusstsein für das Thema Schmerz zu schaffen. Nun sei es an der Zeit, die Aufgaben, die sich die Fachgesellschaft selbst aufgetragen habe, in die Politik zu bringen, damit sie flächendeckend umgesetzt werden könnten, sagte Tölle.

Häufigste Ursache für chronische Schmerzen sind laut Studie die Erkrankungen des Bewegungsapparates, Schmerzen durch Gefäß- und Nervenerkrankung sowie Tumorschmerzen. 77 Prozent der Schmerzpatienten konnte in einer DAK-Studie zugeordnet werden. 

Krankheitsdiagnosen und Schmerzen

  • arthrosebedingte Schmerzen 26 Prozent
  • Bandscheibenleiden 18 Prozent
  • Rückenschmerzen 13 Prozent
  • neuropathische Schmerzen 7 Prozent
  • nicht-spezifische Rückenschmerzen 5 Prozent
  • Kopfschmerzen 4 Prozent

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dpa/ml

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