Durststrecke

Mundschutzpflicht und Social Distancing – so lange wird dieser Zustand Forschern zufolge noch anhalten 

Abstandsregeln sollten uns auch in Zukunft auferlegt werden - da sind sich US-amerikanische Forscher sicher. 
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Abstandsregeln sollten uns auch in Zukunft auferlegt werden - da sind sich US-amerikanische Forscher sicher. 

Jeder sehnt sich nach Normalität, die seit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie der Vergangenheit angehört. Forscher errechneten die nötige Dauer der aktuellen Maßnahmen. 

  • Ausgangsbeschränkungen, Abstandsregeln und Ladenschließungen sollen der weiteren Verbreitung des Coronavirus* vorbeugen. 
  • Die Frage wird dringlicher, wie lange derartige Maßnahmen noch anhalten werden. 
  • Forscher beschäftigen sich auch mit dieser Fragestellung - und kommen zu einem ernüchterndem Ergebnis. Das Wichtigste zum Thema gibt es auch auf unserer brandneuen Facebook-Seite Corona News. Jetzt Fan werden.

Der komplette Lockdown ganzer Länder kann kein Dauerzustand sein - da sind sich Otto Normalverbraucher, Politiker und Wissenschaftler einig. Doch wie kann die Wiederaufnahme des Alltags gelingen, ohne neue Coronavirus-Infektionswellen zu riskieren? An möglichen Wegen aus der Massenquarantäne forschen Wissenschaftler weltweit. Eine neue Forschungsarbeit der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston will eine Lösung gefunden haben. 

Quarantänemaßnahmen bis 2022 - so soll die Coronavirus-Pandemie unter Kontrolle gebracht werden

Diese Lösung wird aber nicht jedem gefallen: In einer im Fachmagazin "Science" veröffentlichten Arbeit kamen Harvard-Forscher um Stephen Kissler zu dem Schluss, dass es noch bis zum Jahr 2022 wiederholt Phasen des Social Distancing geben müsste, um weitere Infektionswellen zu verhindern, somit die Ausbreitung der Pandemie unter Kontrolle zu halten und Kliniken zu entlasten. Eine einmalige Anordnung von Abstandsregeln und Ausgangsbeschränkungen dagegen würde die Spitze der Pandemie in den Herbst verschieben und dann das System zum Zusammenbrechen bringen, so die Prognose der Forscher für die USA. Immer neue Covid-19-Fälle seien sogar bis 2024 denkbar, wenn es auch in Zukunft keine ursächliche Therapie gegen Covid-19* oder Impfstoffe gegen das Virus gibt. Doch da auch die Immunität der Bevölkerung eine wesentliche Rolle spielt, diese aber eine noch nicht vollständig erforschte Variable darstellt, können bislang keine gesicherten Aussagen über den Verlauf der Pandemie getroffen werden. 

Anhand einer Computersimulation hatten die Harvard-Forscher den Verlauf der Pandemie nachgestellt und mittels unterschiedlicher Szenarien analysiert, wie lange das Coronavirus noch einschneidende Veränderungen in unserem Alltag mit sich bringen könnte. 

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Immer neue Infektionen: Covid-19 soll wie Grippe alljährlich wiederkommen

"Wir haben festgestellt, dass einmalige Social-Distancing-Maßnahmen nicht genügen, um das Vorkommen von Sars-CoV-2 innerhalb der Möglichkeiten der Intensivkrankenpflege-Kapazitäten [in den USA] zu halten", zitiert der Focus Stephen Kissler: "Solange es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt, scheinen intermittierende Phasen des Social Distancing nötig zu sein". Dies sei unter anderem deshalb der Fall, weil das Coronavirus in Hinblick auf die Verbreitung Ähnlichkeit zu Influenzaviren aufweist, die saisonal zirkulieren. Forscher gehen aktuell davon aus, dass Covid-19 wie die Virusgrippe*, die durch Influenzaviren ausgelöst wird, jedes Jahr aufs Neue ausbrechen wird. 

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jg

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.  
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.   © dpa/dpaweb-mm
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. 
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.  © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. 
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren.  © picture alliance / Science Photo
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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