Mythos oder Wahrheit

Stechen Mücken einige Menschen besonders gern?

Der subjektive Eindruck stimmt: Mücken haben eine Präferenz für bestimmte Menschen, ausschlaggebend ist der Hautgeruch. Foto: Patrick Pleul
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Der subjektive Eindruck stimmt: Mücken haben eine Präferenz für bestimmte Menschen, ausschlaggebend ist der Hautgeruch.

Während der eine mit Mückenstichen übersät ist, bleibt der Sitznachbar im Biergarten völlig verschont. Haben Mücken tatsächlich eine Vorliebe für bestimmte Menschen?

Im Sommer mit Freunden an einem See, es wimmelt von Mücken. Doch nur einige der Anwesenden werden von den kleinen Insekten gestochen, während andere ganz entspannt dasitzen. Manche Menschen sind für Mücken eben attraktiver als andere, heißt es dann oft. Aber stimmt das eigentlich?

Ja, bestätigt Martin Geier, Biologe aus Regensburg, der seit vielen zum Verhalten von Stechmücken forscht. Verantwortlich ist der Geruch der Haut - jeder Mensch riecht anders, und Mücken haben dafür ein feines Näschen. Die Mischung von Stoffen wie Milchsäure, Ammoniak und Fettsäuren sei der entscheidende Faktor, ob ein Mensch bevorzugt gestochen wird oder nicht. «Dagegen kann man nicht viel machen», sagt Geier. Auch Duschen hilft nur temporär, weil es den körpereigenen Geruch nur kurzzeitig kaschiert. Die besten Mittel gegen Mücken finden Sie hier.

Man kann zum Teil aber doch gegensteuern: Warme Haut zum Beispiel lockt Mücken eher an, so Geier. Nach Sport im Freien sollte man also lieber schnell duschen oder sich im See abkühlen.

Wirklich wählerisch sind Mücken auch nur bei Menschengruppen. Wird man unter Leuten nie gestochen, heißt das also nicht, dass Mücken einen generell verschmähen. Geier vergleicht dies mit hungrigen Menschen: «Können sie am Buffet Essen wählen, nehmen sie das, was schmeckt.» Gibt es nur trockenes Brot, werden sie aber auch das essen.

Stiftung Warentest hat 21 Mittel gegen Mücken getestet. Vier Produkte haben dabei gut abgeschnitten. Wer auf Reisen geht, sollte sich besonders gut informieren.

Blutrünstige Plagegeister: Kleine Mückenkunde

Je feuchter und wärmer der Sommer, desto besser vermehren sich Mücken. Eine Pfütze reicht ihnen schon. Doch nur die Weibchen stechen zu. Eine kleine Mückenkunde: © dpa
Warum stechen Mücken? Stechmücken ernähren sich von zuckerhaltigen Pflanzensäften. Für die Reifung der Eier bei der Vermehrung braucht das Weibchen allerdings eiweißreiche Nahrung. Nur darum saugt es Blut - bei Tier und Mensch. © dpa
Ein Mückenweibchen kann nach einer Blutmahlzeit bis zu 300 Eier legen. Die Vermehrung von Mücken ist temperaturabhängig und dauert im Sommer nur wenige Tage. © dpa
Mückenweibchen besitzen für das Blutsaugen einen hochspezialisierten Rüssel. Beim Blutsaugen wird Speichelflüssigkeit abgegeben, die unter anderem die Stichstelle betäubt. Das Speichelsekret wird in der Regel erst nach dem Stich vom Immunsystem des Gestochenen erkannt. Es löst den Juckreiz und kleine Schwellungen aus. © dpa
Können Mücken Krankheiten übertragen? Für unsere Breiten ist das nicht bekannt. Vor allem in den Tropen gelten Mücken aber als Überträger zahlreicher Krankheitserreger wie Viren, Einzeller und Fadenwürmer. © dpa
Gefährliche Krankheiten, die mit Stechmücken in Zusammenhang stehen, sind die Malaria oder das Gelbfieber. Doch nicht jede Mückenart kann jeden Erreger übertragen. © dpa
Wie schützt man sich am besten vor Mücken?Wer keine Plagegeister mag, sollte auf dünne Kleidung und nackte Haut verzichten. Da viele Mückenarten die Schwüle und die Dämmerung lieben, empfiehlt es sich, im Haus zu bleiben. Dort können Fenstergitter Mücken fernhalten. Haut mit natürlichen und synthetischen Abwehrstoffe einschmieren oder auch damit die Kleidung imprägnieren. © dpa
Oberstes Gebot ist beim Mückenstich: nicht kratzen! Durch das Kratzen verlängert sich nicht nur der Heilungsprozess, sondern es kann auch zu bakteriellen Sekundärinfektionen kommen, die sich zu bösen Entzündungen entwickeln können. Durch Einreiben mit alkoholischen Lösungen kann man die Stichwunde desinfizieren. Kühlung hilft, den Juckreiz zu unterdrücken. Nach einigen Tagen sollten Juckreiz und Quaddel verschwunden sein. © dpa

dpa/tmn

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