Mediziner wollen Versorgung älterer Patienten verbessern

Nürnberg/Erlangen - Mit einem Behandlungsleitfaden für Notfallmediziner soll die Versorgung von alten und gebrechlichen Patienten im Krankenhaus verbessert werden.

 Mediziner der Universität Erlangen-Nürnberg koordinieren ein internationales Netzwerk von Forschern aus 13 Ländern, das diesen Leitfaden in einer Studie entwickelt hat. Die Ärzte arbeiten an Hilfestellungen für ihre Kollegen in den Notaufnahmen, damit sie richtig reagieren, wenn gebrechliche Patienten gebracht werden. “Das Screening gibt dem Arzt wichtige Entscheidungshilfen“, sagt Walter Swoboda vom Erlanger Institut für Biomedizin des Alterns der Nachrichtenagentur dpa.

So ließe sich schneller entscheiden, ob der Patient in einer geriatrischen Abteilung - also einer Station speziell für Altersmedizin - gut aufgehoben ist oder besser auf einer Fachstation für bestimmte Leiden. Anfang nächsten Jahres solle der Leitfaden praxisreif sein und dann allen bayerischen Krankenhäusern zur Verfügung stehen, sagte Swoboda.

Ziel sei es, durch ein passendes Behandlungsprogramm zu vermeiden, dass die älteren Patienten pflegebedürftig werden. Das Thema Altersmedizin sei nicht zuletzt wegen des demografischen Wandels hochaktuell, ist Swoboda überzeugt.

“Hier gibt es eine ganz dynamische Entwicklung.“ Bei speziellen geriatrischen Abteilungen werde etwa darauf geachtet, dass die Patienten beispielsweise mit Ergotherapeuten oder Krankengymnasten arbeiten können - “und nicht nur 14 Tage im Bett liegen“, wie Swoboda betonte. Ältere Patienten litten zumeist nicht nur an einer Erkrankung, sondern hätten mit vielfachen gesundheitlichen Einschränkungen zu kämpfen.

Die Studie zur Entwicklung des Leitfadens erfolgte mit weltweit rund 3000 Patienten, die älter als 80 Jahre alt waren. Für den Leitfaden wird etwa abgefragt, wo der Patient lebt, wie mobil er noch ist, wie gut seine kognitiven Fähigkeiten noch sind. Hier ist auch eine Befragung der Angehörigen wichtig. Die Daten speisen dann ein Punktesystem, mit dem der Arzt eine Empfehlung über die weitere Behandlung erhält.

dpa

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