Teufelskreis Neurodermitis

Der Kampf gegen den Juckreiz

Ekzeme haben oft unterschiedliche Erscheinungsformen

Was ist ein Ekzem? Auch die Wissenschaft weiß auf die Frage keine richtige Antwort. Im Grunde handelt es sich um Entzündungen der Haut, die mit enormen Schmerzen verbunden sind.

„Ekzem ist, was wie ein Ekzem aussieht“! Diese Aussage eines berühmten Dermatologen vor fast einhundert Jahren lässt vermuten, dass es schwierig ist, die Ekzeme zu definieren.

Der toxische Ekzem

Eine Entzündung der Haut in Form eines Ekzems kann durch äußere Faktoren entstehen. Das sogenannte toxische Ekzem beruht auf einer ständig wiederholten Schädigung durch hautreizende Substanzen.

Der Abnutzungsekzem

Wenn die Haut nicht ausreichend Zeit zur Erholung hat, entsteht diese Form des Ekzems, die auch als Abnutzungsekzem bezeichnet wird. Solche Ekzeme findet man häufiger bei Menschen, die wie Friseurinnen, Altenpflegerinnen und Reinigungspersonal häufig Feuchtarbeiten durchführen. Die Tatsache, dass längst nicht alle Menschen in solchen und ähnlichen Berufen ein Abnutzungsekzem entwickeln, deutet darauf hin, dass individuelle Faktoren, besonders die Empfindlichkeit der Haut, eine wichtige Rolle spielen.

Neurodermitis

Auch Kinder leiden unter Haurkrankheit.

Eine besondere Hautempfindlichkeit liegt auch bei der Neurodermitis vor, die schon lange auch als endogenes Ekzem bezeichnet wird. Die Bezeichnung „endogen“ (innerlich) wird heute im Sinne von „genetisch bedingt“ interpretiert. Die Neurodermitis ist zwar keine eigentliche Erbkrankheit wie die Ichthyosen („Fischschuppen-Krankheiten“), doch ist die genetische Basis bedeutsam. Das Risiko von Kindern, deren Eltern beide an Neurodermitis leiden, ebenfalls eine Neurodermitis zu entwickeln, liegt bei etwa 60 Prozent. Auch äußere Faktoren spielen für die Entstehung einer Neurodermitis eine Rolle, weshalb der Begriff „endogen“ genau genommen nicht immer zutrifft.

Neurodermitiskranke leiden auch an Heuschnupfen oder Asthma

Nicht wenige Neurodermitiskranke leiden auch an Heuschnupfen oder an allergischem Asthma. Offenbar wird die Neigung des Immunsystems, diese Krankheiten zu entwickeln, auf benachbarten Genen vererbt. Im Laufe der Jahre wurden unzählige Faktoren beschrieben, die einen Einfluss auf die Entstehung der Neurodermitis haben können.

So soll es unter anderem eine Rolle spielen, ob die Kindheit auf dem Lande oder in der Stadt verbracht wurde, wie lange das Kind gestillt wurde, welche Nahrung nach dem Abstillen gegeben wurde, welche und wie viele Haustiere gehalten wurden, wie häufig Infekte im Säuglings- und Kindesalter aufgetreten sind, welcher Art diese Infekte waren, und nicht zuletzt, wie die psychosoziale Entwicklung verlaufen ist.

Charakteristisch ist der Juckreiz

Charakteristisch für die Neurodermitis ist der Juckreiz. Die befallenen Stellen – bei schwerem Befall also die ganze Haut – jucken so sehr, dass die Betroffenen Tag und Nacht kratzen müssen. Dieses Kratzen reizt die Haut noch mehr, so dass sich ein Teufelskreis aus Juckreiz, Kratzen und zunehmender Entzündung aufbaut. Die Behandlung der Neurodermitis ist deshalb vor allem darauf gerichtet, den Juckreiz zu dämpfen. Außerdem werden entzündungshemmende Salben und Cremes eingesetzt, wobei heute außer Kortison auch andere gut entzündungshemmende Substanzen zur Verfügung stehen. Wenn Bakterien die Entzündung begünstigen, werden auch Antibiotika eingesetzt. Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe anderer Behandlungsmethoden wie die mit „kaltem“ UV-Licht und mit pflanzlichen Wirkstoffen. Im Lauf der Jahre wurden für diese extrem belastende Hautkrankheit zahllose „alternative“ Behandlungsmethoden entwickelt, von denen sich leider keine den konventionellen medizinischen Methoden als überlegen gezeigt hat.

Der Kontaktekzem

Die dritte und letzte wichtige Ekzemkrankheit ist das allergische Kontaktekzem. Wie der Name sagt, kommt es hier an Stellen, an denen Kontakt mit der allergieauslösenden Substanz besteht, zu einer Entzündung. Fast allen bekannt ist das Nickelekzem an den Stellen, an denen nickelhaltiger Modeschmuck oder ein Jeansknopf der Haut aufliegt. Solche Kontaktallergien sind nicht selten beruflich bedingt.

Bis vor wenigen Jahren entwickelten Maurer eine Allergie gegen das im Zement enthaltene Chrom, Friseurinnen eine Allergie gegen Chemikalien, die in sauren Dauerwellen eingesetzt wurden. In den letzten Jahren nehmen Dufstoff-Allergien zu, bedingt durch die großzügige Verwendung der in großen Mengen hergestellten Duftstoffe.

Einmal erworben bleiben solche Allergien meist lebenslang bestehen. Ekzemfrei wird der Patient nur dann, wenn es ihm gelingt, die auslösende Substanz zu meiden, was nicht immer einfach ist. Außerdem neigen solche Ekzeme dazu, chronisch zu werden und nicht abzuheilen, nicht einmal dann, wenn es dem Betroffenen gelingt, die auslösende Substanz (Allergen) zu meiden. Tückisch ist auch, dass solche Ekzeme auch durch die Aufnahme des Allergens mit der Nahrung ausgelöst werden können.

tz/mm

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