Blick ins eigene Herz

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Da die Herzkatheteruntersuchung schmerzfrei verläuft, kann der Patient ihren Fortgang am Bildschirm mitverfolgen.

Eine Herzkatheteruntersuchung wird bei dem begründeten Verdacht auf eine Durchblutungsstörung des Herzens vorgenommen.

Bei einer Herzkatheteruntersuchung können Verengungen der Herzkranzgefäße aufgedeckt, lokalisiert und aufgeweitet werden. Zusätzlich kann auch ein Stent (zylinderförmige Gefäßstütze aus feinstem Metall) eingesetzt werden, der in der Arterienwand verbleibt und diese offen hält. „Im Hospital zum Heiligen Geist wurden in den vergangenen zwei Jahren über 1500 Herzkatheteruntersuchungen und Ballondilatationen – stationär und ambulant – vorgenommen“, berichtet Dr. Wolfgang Dausch, Chefarzt der Inneren Abteilung des Fritzlarer Krankenhauses.

Nachdem die notwendigen Voruntersuchungen erfolgt sind, wird der Eingriff im Herzkatheterlabor unter lokaler Betäubung der Einführungsstelle des Katheters vorgenommen. Der Zugang zur Arterie erfolgt in der Leistengegend oder im Bereich des Unterarms. Unter Röntgenkontrolle wird der Katheter bis zum Abgang der Herzkranzgefäße geschoben. Über einen Monitor kann der Arzt genau verfolgen, wo sich der Katheter befindet und die Lage – wenn nötig – korrigieren. „Da es im Inneren der Blutgefäße keine Schmerzsensoren gibt, ist die Untersuchung schmerzfrei“, sagt Dr. Dausch.

Nach Gabe eines Röntgenkontrastmittel kann zunächst die Pumpfunktion des Herzens überprüft werden, dann werden die Koronargefäße dargestellt und mögliche Verengungen aufgedeckt. Die Untersuchung dauert zirka 15 bis zwanzig Minuten. Der Patient kann sie auf einem Monitor mitverfolgen.

Liegen Verengungen eines Herzkranzgefäßes vor, wird ein Ballonkatheter unter Röntgenkontrolle in die Engstelle eingeführt und der Ballon unter hohem Druck aufgedehnt, so dass die lebensbedrohlichen Gefäßablagerungen in die Gefäßwand gepresst werden. „Durch das Aufdehnen des Ballons und den dadurch bedingten, vorübergehenden Gefäßverschluss können kurzfristig Engegefühle in der Brust des Patienten entstehen“, sagt der Kardiologe. Der Ballon wird für zirka dreißig bis maximal sechzig Sekunden aufgedehnt, danach wird er aus dem Gefäß entfernt. Um die erneute Verengung des Gefäßes zu verhindern, wird eine Gefäßstütze (Stent) eingesetzt. Sie wird ebenfalls mit hohem Gefäßdruck in die Gefäßwand eingepresst, wo sie verbleibt und einwächst. „Die geschilderte Prozedur dauert ungefähr dreißig Minuten. Nach der Untersuchung wird der Katheter entfernt und ein Druckverband über der Punktionsstelle angelegt. Dieser Verband muss bei einer Herzkatheteruntersuchung ohne Ballondilatation und Stentimplantation für sechs Stunden, bei einer Ballondilatation für 24 Stunden belassen werden“, berichtet Dr. Dausch.

Nach Verbandabnahme wird die Punktionsstelle durch den Arzt kontrolliert. Der Patient kann nun aufstehen. Bei einer Ballondilatation mit Stentimplantation ist die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten über einen individuell zu bestimmenden Zeitraum notwendig. In den ersten Tagen nach dem Eingriff sollte das Heben und Tragen schwerer Gegenstände vermieden werden. „Wenn eine Ballondilatation und Stentimplantation durchgeführt wurde, sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch den Kardiologen ratsam“, unterstreicht der Fritzlarer Chefarzt.

Da es bei einem Drittel aller Patienten nach einer Ballondilatation zu einer erneuten Verengung des Gefäßes kommen kann, werden in der Mehrzahl der Fälle Gefäßstützen (Stents) eingesetzt. Grundsätzlich können jedoch auch dabei wieder Verengungen der gleichen Gefäßabschnitte auftreten. „In diesem Fall ist die Implantation eines so genannten medikamentenbeschichteten Stents möglich, worunter die Wiederverengungsrate deutlich gesenkt werden kann. Danach müssen dann allerdings längerfristig blutverdünnende Medikamente eingenommen werden“, beschreibt Dr. Dausch.

Bei der Herzkatheteruntersuchung können trotz größter Sorgfalt Komplikationen auftreten. Diese sind jedoch insgesamt sehr selten und führen nur in Ausnahmefällen zu schwerwiegenden Folgen. „Das Risiko für tödliche Komplikationen und Herzinfarkte liegt bei Ballondilatationen derzeit bei zirka 0,4 Prozent, das Risiko einer nicht behandelten Verengung der Herzkranzgefäße ist jedoch um ein Vielfaches höher“, sagt Dr. Dausch und plädiert für ein eingehendes Gespräch zwischen dem Arzt und seinem Patienten zum Ablauf der Herzkatheteruntersuchung und ihren Risiken. (rdm)

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