Arzneilieferung verzögert sich

Hausärzte in Sorge: Noch kein Grippe-Impfstoff da

München - Die bayerischen Hausärzte schlagen Alarm: Sie warten noch immer auf den Grippeimpfstoff. Bis November sollte geimpft werden - in den Praxen ist noch nichts angekommen.

Die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern hatte zwar angekündigt, dass im Freistaat rund 800 000 Impfdosen zur Verfügung stünden. „Bei den Hausärzten ist aber noch nichts angekommen“, sagte am Donnerstag der Vorsitzende des Hausärzteverbandes Bayern, Dieter Geis. Er befürchtet, dass der Impfstoff erst Anfang Dezember geliefert wird. Auch Bayerns Gesundheitsminister Marcel Huber (CSU) hat sich inzwischen in die Debatte eingeschaltet.

Er drängt auf eine rasche Versorgung mit dem Impfstoff. „Zur Sicherstellung der Versorgung sind jetzt alle Beteiligten - Krankenkassen, Ärzte, Apotheker und pharmazeutische Industrie - in der Pflicht“, sagte der Minister. Er habe in der kommenden Woche zu einer Sondersitzung der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Impfen geladen. „Wir brauchen dringend Versorgungssicherheit für die gesetzlich versicherten Patienten im Freistaat.“

Impfung von September bis November sinnvoll

Zur Bekämpfung von Viruskrankheiten sei eine Impfung in der Zeit von September bis November sinnvoll, sagte Geis. Es dauere bis zu drei Wochen, ehe das Immunsystem einen wirksamen Schutz aufgebaut habe. Nach Angaben der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung von Viruskrankheiten treten die ersten Grippefälle meist im Dezember auf. Experten fürchten heuer eine starke Grippewelle. Darauf deute die derzeitige Grippesaison in Australien hin.

Grund für die Verzögerungen mit der Versorgung des Impfstoffes sind laut Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern Lieferschwierigkeiten beim Hersteller. Zurzeit würden Schadenersatzforderungen an das Unternehmen geprüft, hieß es in einer Mitteilung.

Vertrag mit einem einzigen Hersteller

In diesem Jahr haben zum ersten Mal die Krankenkassen den Bezug des Impfstoffes übernommen und kassenübergreifend einen Vertrag mit einem einzigen Hersteller abgeschlossen. Zuvor hatten die Hausärzte den Impfstoff selbst bei den Apotheken bestellt. Die Versorgung mit dem Grippeschutzimpfung insbesondere von Risikogruppen sei jedoch sichergestellt, betonten die Krankenkassenverbände.

Dem widerspricht der Vorsitzende des Hausärzteverbandes vehement. In seiner Praxis habe er bislang lediglich 50 Dosen des Impfstoffes, benötige aber insgesamt etwa 600 Dosen, sagte Allgemeinmediziner Geis. „Ich kann nicht mal alle chronisch Kranken impfen.“ Wenn mit dem einzigen Lieferanten kein verlässlicher Liefertermin vereinbart wurde, sei etwas nicht richtig geplant worden.

Im vergangenen Jahr haben die Kassen der Arbeitsgemeinschaft zufolge rund 22 Millionen Euro für die Grippeschutzimpfungen ausgegeben. Etwa jeder siebte der etwa zehn Millionen Kassenpatienten in Bayern habe die Leistung in Anspruch genommen. Bayern ist das einzige Bundesland, in dem die Grippeschutzimpfung eine kostenlose Leistung der Kassen ist.

dpa

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