Grippe-Impfung: Es ist noch nicht zu spät

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Grippe-Impfung: Es ist noch nicht zu spät

Zwar haben die Grippe-Schutzimpfungen in Deutschland längst begonnen, doch ist es immer noch sinnvoll sich impfen zu lassen, sogar während einer Grippewelle.

Eine Grippeimpfung ist immer noch möglich: Generell sollte sie zwar vor Beginn der Influenzawelle erfolgen, sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin, Reinhard Burger, im dapd-Interview. „Für besonders gefährdete Personen kann sie jedoch auch während einer Grippewelle noch sinnvoll sein.“ Seien allerdings schon erste Symptome zu spüren, komme eine Impfung zu spät.

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Grippe-Impfung: Gehören Sie zur Risikogruppe?

Wie eine Grippesaison verläuft, lässt sich nach seinen Worten nicht vorhersagen. „Die geschätzte Zahl der arztpflichtigen Influenzaerkrankungen wie auch die Zahl der der Influenza zugeschriebenen Todesfälle kann von Saison zu Saison stark schwanken“, sagte er. Im Jahr 2010/11 waren etwa 160 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Grippeerkrankung gemeldet worden. Schätzungsweise 2,1 Millionen Menschen gingen wegen Influenza zum Arzt, etwa 4.700 mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Der lebensrettende Pieks: Diese Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin gibt Empfehlungen ab, welche Menschen sich impfen lassen sollten. Gehören Sie auch zur Risikogruppe? (Stand: Juli 2013) © dpa
Das Immunsystem älterer Menschen reagiert zwar weniger stark auf die Impfung, dennoch empfehlen die Experten das Serum. Im Falle einer Erkrankung fallen die Symptome schwächer aus. Da für Menschen über 60 Jahre ein erhöhtes Risiko für schwere oder gar tödliche Komplikationen besteht, ist die Impfung dringend angebracht. © dpa
Wie bei älteren Menschen besteht auch bei Schwangeren ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Daher raten die Gesundheitsexperten auch werdenden Müttern ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zur Impfung. Schwangere, die bereits an einer Grunderkrankung leiden, können sich nach Absprache mit dem Arzt auch schon früher pieksen lassen. © dpa
Erwachsene und Kinder, die an einer chronischen Erkrankung wie beispielsweise Asthma leiden, gehören ebenfalls zu den Risikogruppen. © fkn, Mundipharma
Auch Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck wird die Grippe-Impfung nahe gelegt. © dpa
Kinder dürfen frühestens ab einem Alter von sechs Monaten gegen die Grippe geimpft werden. © dpa
Wer an chronischen Stoffwechsel-Erkrankungen wie Zucker (Diabetes Mellitus), an chronischen Nierenerkrankungen, Blutarmut (Anämie), an angeborenen oder erworbenen Immunstörungen wie Abwehrschwäche nach Organtransplantationen, bei Chemotherapien oder HIV-Infektionen leidet, sollte sich die Grippe-Impfung nicht entgehen lassen. © dpa
Ebenso Menschen mit chronisch neurologischen Krankheiten wie beispielsweise Multipler Sklerose gehören zu den Risikogruppen. © dpa
Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Arztpraxen oder Angestellte in Einrichtungen mit erhöhtem Publikumsverkehr laufen Gefahr, durch ihre Arbeit sich selbst oder andere anzustecken - die Grippe-Impfung ist daher eigentlich Pflicht. © dpa
Die Bewohner von Pflege- und Altenheimen sind ebenfalls besonders gefährdet. © dpa
Urlauber ab 60 Jahren oder chronisch Kranke, die verreisen wollen, sollten sich spätestens zwei Wochen vor der Abreise pieksen lassen. © dpa
Menschen, die häufig mit Geflügel, auch mit Wildvögeln in Berührung kommen, zählen auch als Risikogruppe. © dpa
NICHT impfen lassen dürfen sich Menschen, die allergisch reagieren auf Hühnereiweiß. Der Impfstoff wird in Hühnereiern gezüchtet. Wer aktuell unter Fieber leidet, sollte mit der Imfpung warten, bis die Erkrankung abgeklungen ist. © 
Die meisten Krankenkassen in Deutschland übernehmen freiwillig die Kosten für die saisonale Grippeimpfung. Über-60-Jährige und chronisch Kranke müssen in der Regel nichts bezahlen. © dpa

Meist beginnt die Grippewelle in Deutschland zwischen Ende Dezember und Februar, wie Burger erklärte. Warum die Erkrankung vor allem im Winter auftrete, dazu gebe es verschiedene Vermutungen. „Influenzaviren sind in kühler trockener Luft stabiler und werden besser übertragen. Außerdem wird vermutet, dass das Immunsystem im Winter, zum Beispiel aufgrund geringerer Sonneneinstrahlung, weniger schlagkräftig ist als im Sommer und die Atemwege bei trockener Luft anfälliger für eine Virusinfektion sind“, erläuterte er. Ein weiterer Grund könne sein, dass man im Winter weniger durchlüfte.

Der beste Zeitraum für eine Impfung sei von Oktober bis November, sagte der RKI-Präsident. „Am besten trägt man sich das jetzt schon fürs nächste Jahr in den Kalender ein“, riet er. Die Ständige Impfkommission (Stiko) am RKI empfiehlt eine Grippe-Schutzimpfung für über 60-Jährige, Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Asthma oder Multiple Sklerose, für medizinisches Personal oder Personen, die viel Kontakt mit anderen Menschen haben. Schwangere Frauen mit einer Grunderkrankung sollten sich ab dem 1. Schwangerschaftsdrittel impfen lassen, ansonsten ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel.

Die Impfung, deren Kosten oft die Krankenkassen übernehmen, ist nach zehn bis 14 Tagen wirksam.

dapd

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