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Männer ticken bei Krankheiten anders als Frauen

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Besonders bei schweren Krankheiten müssen Ärzte das Geschlecht der Patienten nach Ansicht von Experten stärker berücksichtigen.

Der Mann ist ein schwieriger Patient, diese Erfahrung haben bestimmt schon viele Frauen gemacht. Mediziner haben nun festgestellt, dass Männer schwere Krankheiten anders verarbeiten als Frauen.

Besonders bei schweren Krankheiten müssen Ärzte das Geschlecht der Patienten nach Ansicht von Experten stärker berücksichtigen. „Männer haben von der Medizin ein Bild wie von einer Autowerkstatt - sie wollen schnell repariert werden und weitermachen. Frauen suchen dagegen von sich aus das beratende Gespräch“, sagte Dr. Wolfgang Söllner am Freitag in Nürnberg im Vorfeld eines Ärztekongresses zur Geschlechterforschung in der Medizin. „Männer nehmen ihre Gefühle weniger war und kommunizieren sie zudem nicht“, ergänzte Söllner, der Chefarzt der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum Nürnberg ist.

Das mache Diagnostik und Behandlung schwieriger. „Krebserkrankungen werden von Männern und Frauen unterschiedlich bewältigt“, nannte Söllner ein Beispiel. Er bezeichnete es als auffallend, dass es am häufigsten die Brustkrebspatientinnen seien, die offen mit ihren Ärzten über die Behandlung sprächen - und am wenigsten die Männer mit Prostatakrebs. „Dabei hängt bei Prostatakrebs die Lebensqualität sehr viel stärker von der Behandlungsmethode ab als bei Brustkrebs.“ Ärzten riet Söllner, aktiver auf erkrankte Männer zuzugehen. „Da kommt es sehr auf die Gesprächsführung an, das müssen Ärzte lernen.“

dpa

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