Gesunder Schlaf

Gesunder Schlaf: So finden Sie das ideale Kopfkissen

Mit dem richtigen Kissen richtig gut schlafen. Das zu finden, ist gar nicht so schwer.
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Mit dem richtigen Kissen richtig gut schlafen. Das zu finden, ist gar nicht so schwer.
Formen und Extras ohne Ende: Der Kissenkauf scheint eine Wissenschaft für sich. Experten sagen jedoch: Alles gar nicht so wichtig - Hauptsache bequem. Foto: Christin Klose
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Formen und Extras ohne Ende: Der Kissenkauf scheint eine Wissenschaft für sich. Experten sagen jedoch: Alles gar nicht so wichtig - Hauptsache bequem. Foto: Christin Klose
Professorin Kneginja Richter leitet die Schlafsprechstunde an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) Nürnberg. Foto: Rudi Ott/Klinikum Nürnberg
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Professorin Kneginja Richter leitet die Schlafsprechstunde an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) Nürnberg. Foto: Rudi Ott/Klinikum Nürnberg
Prof. Bernd Kladny ist Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). Foto: Bernd Kladny
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Prof. Bernd Kladny ist Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). Foto: Bernd Kladny
Mit dem richtigen Kopfkissen schläft es sich besser. Wer Rücken- oder Nackenprobleme hat, braucht aber beim Kissenkauf eventuell Beratung. Foto: Andrea Warnecke
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Mit dem richtigen Kopfkissen schläft es sich besser. Wer Rücken- oder Nackenprobleme hat, braucht aber beim Kissenkauf eventuell Beratung. Foto: Andrea Warnecke

Nachts tanken wir Kraft für den nächsten Tag. Doch das gelingt nur, wenn Körper und Geist wirklich zur Ruhe kommen. Und dafür braucht es ein gutes Kissen.

In Keil- und Kugelform, mit eingebautem Lautsprecher, für Allergiker oder Rückenpatienten: Ein gutes Kissen zu kaufen, scheint angesichts der vielen möglichen Formen und Extras eine Wissenschaft für sich.

Experten sagen jedoch: Alles gar nicht so wichtig - Hauptsache bequem. Ein Kissen muss vor allem drei Dinge leisten, erklärt Prof. Peter Young, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). "Es muss einen schmerzfreien Schlaf ermöglichen, es darf keine Haltung erzwingen, und es muss sich subjektiv gut anfühlen."

Dieses positive Schlaferlebnis ist nicht nur gut für die Laune und die Leistungsbereitschaft - es schützt auch vor Schmerzen und Verletzungen. "Wenn Sie gestresst und gerädert aufwachen, ist das ja auch für den Rücken und die Wirbelsäule nicht gut", sagt Prof. Bernd Kladny, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU).

Kissen sollten nicht zu groß sein

Aus Sicht des Orthopäden ist der Schlaf vor allem für die Wirbelsäule wichtig: "Sie muss tagsüber den Körper tragen und nachts regenerieren." Damit das gelingt, müssen die Bandscheiben leicht aufquellen können, weil sie sich mit Nährstoffen vollsaugen. "Und das geht nur dann, wenn die Wirbelsäule in ihrer natürlichen Form ist und nicht gequetscht oder überdehnt ist", sagt Kladny.

Passiert das nicht, funktionieren langfristig die Reparaturprozesse der Bandscheiben nicht mehr - das Risiko von Schäden steigt. Ein neues Kissen sollte man daher möglichst ausprobieren. Rückengesunde Menschen könnten an sich selbst gut beobachten, welches Kissen ideal sei, sagt Kladny. Wer ohnehin Rücken- oder Nackenprobleme hat, braucht aber eventuell Beratung.

Nur zu groß sollte das Kissen nie sein: "Wichtig ist gerade bei Bauch- und Rückenschläfern, dass nur der Kopf auf dem Kissen liegt", sagt Kladny. "Deshalb ist die normale Kissengröße von 80 mal 80 Zentimetern da nicht so geeignet."

Gibt es das ideale Kissen?

Ob es sich bei dem neuen Kissen um ein Seitenschläfer- oder Bauchkissen handelt, ist für den Orthopäden dagegen nicht so wichtig. "Das eine ideale Kissen gibt es nicht, weil wir uns ja nachts auch bewegen", sagt er. Bevorzugte Lagen gibt es natürlich dennoch. Aus Sicht des Orthopäden macht das kaum einen Unterschied, zumindest beim Kissenkauf: "Bei allen besteht das Risiko, dass man die Wirbelsäule knickt oder überstreckt", sagt Kladny.

Geht es nicht um die Wirbelsäule, kennen Experten aber doch ein paar Unterschiede zwischen den Liegepositionen: "Wer schnarcht, schläft oft auf dem Rücken oder auf der rechten Seite", sagt Prof. Kneginja Richter. Sie leitet die Schlafsprechstunde an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) Nürnberg.

Lesen Sie auch: Mann dreht wegen Schlaf-Experiment durch - weil er nur vier Stunden am Stück schläft.

Anti-Schnarch-Kissen sollen Rückenschlaf verhindern

"Die gesündeste Lage zum Schlafen ist die linke Seite, weil so auch das Herz entlastet wird. Auf dem Bauch zu schlafen, kann dagegen mehr Falten verursachen", erklärt die Expertin. Diese Vorliebe zu verändern, sei mit bestimmten Kissen zwar möglich, dauere aber lange und sei damit die Mühe kaum wert. "Eine Ausnahme sind höchstens Kissen, die den Rückenschlaf verhindern sollen", sagt Schlafexperte Young. Die brauchen zum Beispiel Patienten mit Apnoe, Atemaussetzern also, die nur in Rückenlage auftreten.

Gleiches gilt seiner Meinung auch für andere Extras im Kissen - integrierte Musik etwa: Erlaubt ist, was gut schlafen lässt. Pflicht sind die aber nicht, denn ihre Wirksamkeit ist nicht erwiesen. "Im Einzelfall kann das sinnvoll sein - es kann aber beim Menschen mit Ein- und Durchschlafstörung auch dazu führen, dass sie erst richtig auf die Probleme fokussieren", sagt Young.

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dpa

Mit diesen acht Tricks werden Sie nie wieder schlecht schlafen

Tipp 1: Wenn Sie öfter nicht einschlafen können, sollten Sie versuchen, mindestens sechs Stunden vor dem Zubettgehen keinen Kaffee mehr anzurühren. Ein heißer Kakao oder Tee entspannt dagegen sogar. Zudem ist es wichtig, dass Sie ab 21 Uhr alle digitalen Geräte, die ablenken könnten, zur Seite legen. Ein gutes Buch hilft besser, sich auf die Nachtruhe vorzubereiten.
Tipp 1: Wenn Sie öfter nicht einschlafen können, sollten Sie versuchen, mindestens sechs Stunden vor dem Zubettgehen keinen Kaffee mehr anzurühren. Ein heißer Kakao oder Tee entspannt dagegen sogar. Zudem ist es wichtig, dass Sie ab 21 Uhr alle digitalen Geräte, die ablenken könnten, zur Seite legen. Ein gutes Buch hilft besser, sich auf die Nachtruhe vorzubereiten. © pixabay
Tipp 2: Wenn Sie unter Schulterschmerzen leiden und sich deshalb in der Nacht hin- und her wälzen, ist es besser, wenn Sie versuchen, auf dem Rücken zu schlafen. Zudem hilft es, ein Kissen so unter die Arme zu klemmen, dass es aussieht, als würden Sie es "umarmen".
Tipp 2: Wenn Sie unter Schulterschmerzen leiden und sich deshalb in der Nacht hin- und her wälzen, ist es besser, wenn Sie versuchen, auf dem Rücken zu schlafen. Zudem hilft es, ein Kissen so unter die Arme zu klemmen, dass es aussieht, als würden Sie es "umarmen". © pixabay
Tipp 3: Versuchen Sie stets zur selben Zeit aufzustehen - auch am Wochenende. So gewöhnt sich der Körper an einen festen Zeitrythmus.
Tipp 3: Versuchen Sie stets zur selben Zeit aufzustehen - auch am Wochenende. So gewöhnt sich der Körper an einen festen Zeitrythmus. © pixabay
Tipp 4: Trinken Sie kurz vor dem Zubettgehen keinen Alkohol mehr. Studien zufolge kann das Glas Wein den Schlaf stören und für weniger Tiefschlafphasen sorgen.
Tipp 4: Trinken Sie kurz vor dem Zubettgehen keinen Alkohol mehr. Studien zufolge kann das Glas Wein den Schlaf stören und für weniger Tiefschlafphasen sorgen. © pixabay
Tipp 5: Wenn Sie Rückenschmerzen haben, empfiehlt es sich, ein Kissen unter Ihre Oberschenkel zu schieben, wenn Sie auf dem Bauch schlafen und unter die Beine, wenn Sie es auf dem Rücken tun.
Tipp 5: Wenn Sie Rückenschmerzen haben, empfiehlt es sich, ein Kissen unter Ihre Oberschenkel zu schieben, wenn Sie auf dem Bauch schlafen und unter die Beine, wenn Sie es auf dem Rücken tun. © pixabay
Tipp 6: Nackenschmerzen oder -Verspannungen können ganz schön fies sein - besonders in der Nacht. Um einen erholsamen Schlaf zu fördern, ist es daher ratsam, mindestens alle zwei Jahre, das Kopfkissen auszuwechseln. Studien zufolge waren Probanden besonders von festeren Nackenstützkissen aus Latex angetan.
Tipp 6: Nackenschmerzen oder -verspannungen können ganz schön fies sein - besonders in der Nacht. Um einen erholsamen Schlaf zu fördern, ist es daher ratsam, mindestens alle zwei Jahre, das Kopfkissen auszuwechseln. Studien zufolge waren Probanden besonders von festeren Nackenstützkissen aus Latex angetan. © pixabay
Tipp 7: Wachen Sie in der Nacht manchmal auf, weil Sie plötzlich einen Wadenkrampf haben? Dann hilft Magnesium vor dem Schlafen gehen, um die Muskeln zu entspannen. Zur Soforthilfe empfiehlt sich das Massieren der betroffenen Stelle, um den Schmerz zu lindern.
Tipp 7: Wachen Sie in der Nacht manchmal auf, weil Sie plötzlich einen Wadenkrampf haben? Dann hilft Magnesium vor dem Schlafen gehen, um die Muskeln zu entspannen. Zur Soforthilfe empfiehlt sich das Massieren der betroffenen Stelle, um den Schmerz zu lindern. © pixabay
Tipp 8: Wer unter Reflux leidet, kann oftmals ebenfalls unter Schlafstörungen leiden. Reden Sie mit Ihrem Hausarzt über entsprechende Medikamente und schlafen Sie fortan auf der linken Seite. Am besten auf einem etwas erhöhten Kissen.
Tipp 8: Wer unter Reflux leidet, kann oftmals ebenfalls unter Schlafstörungen leiden. Reden Sie mit Ihrem Hausarzt über entsprechende Medikamente und schlafen Sie fortan auf der linken Seite. Am besten auf einem etwas erhöhten Kissen. © pixabay

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