Deutsche trinken weniger Bier

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Von wegen Biertrinker-Nation: Die Deutschen greifen immer seltener zu "kühlen Blonden". Foto: Jan Woitas

Wiesbaden (dpa) - Der verregnete August hat den Deutschen die Lust aufs kühle Bier vermiest: Auch deshalb geht der Absatz der deutschen Brauereien im dritten Quartal wieder deutlich zurück.

Nach einem starken WM-Sommer hat der schwindende Bierdurst der Deutschen den Brauereien wieder sinkende Absätze beschert. Im dritten Quartal ging der Bierabsatz gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent oder 1,2 Millionen Hektoliter zurück, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag (30. Oktober) in Wiesbaden berichtete. Damit haben die in Deutschland ansässigen Brauereien und Bierlager von Juli bis September rund 25,7 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt. In den Zahlen sind weder alkoholfreie Biere noch Bierimporte aus Nicht-EU-Ländern enthalten, dafür aber Biermischungen. Diese Mixgetränke aus Bier und Limonade, Cola oder Fruchtsäften verkauften sich deutlich schlechter (minus 18,7 Prozent) als vor einem Jahr.

Eine Statistikerin führte den sinkenden Bierabsatz unter anderem auf das gute Vorquartal zurück: "Die Lager waren wahrscheinlich noch voll." Zudem machte das Wetter den Brauern einen Strich durch die Rechnung, wie Holger Eichele, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, betont: "Nach einem auch für die deutsche Brauwirtschaft sehr erfolgreichen WM-Sommer hat vor allem der regnerische und kühle August die Bilanz getrübt. Mitten in der Ferienzeit blieben viele Biergärten geschlossen, Volksfeste fielen regelrecht ins Wasser."

Zudem setzte sich schlicht der langjährige Trend fort: Deutschland wird seinem Ruf als Nation der Biertrinker immer weniger gerecht. Nach den Zahlen der Statistiker setzten die hiesigen Brauereien vor fünf Jahren im dritten Quartal noch 27,6 Millionen Hektoliter Bier ab und vor zehn Jahren noch 29,5 Millionen Hektoliter. Im dritten Quartal 1994 - also vor 20 Jahren - tranken die Deutschen sogar noch 32,1 Millionen Hektoliter Gerstensaft. Immerhin bleibt nach dem für die Branche erfolgreichen Sommer in den ersten neun Monaten 2014 ein Absatzplus von 1,1 Prozent auf 73,6 Millionen Hektoliter.

Von Juli bis September war mit 83,3 Prozent das Gros des gesamten Bierabsatzes für den Inlandsverbrauch bestimmt. Der Inlandsabsatz sank im Vergleich zum dritten Quartal 2013 um 5,1 Prozent auf 21,4 Millionen Hektoliter.

Der Export in EU-Länder sank im Jahresvergleich um 5,7 Prozent auf 2,8 Millionen Hektoliter. In Drittländer außerhalb Europas wurden 1,4 Millionen Hektoliter und damit 7,6 Prozent mehr als im Vorjahr geliefert. 0,04 Millionen Hektoliter (+ 0,1 Prozent) gingen unentgeltlich als Haustrunk an die Beschäftigten der Brauereien.

Mitteilung Statistisches Bundesamt

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