Aus dem Jahr 1849

Darm von Cholera-Opfer bringt Forschung voran

Philadelphia - Außergewöhnlicher Glücksfall: Der Darm eines Cholera-Opfers aus dem Jahr 1849 ist so gut erhalten, dass Forscher durch ihn nun wichtige Erkenntnisse zu der Krankheit gewinnen konnten.

Mit Hilfe des gut konservierten Darms eines Cholera-Opfers aus dem Jahr 1849 haben Genforscher wichtige Erkenntnisse über den historischen Werdegang dieser lebensgefährlichen Krankheit gewonnen: Wie das "New England Journal of Medicine" in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, konnte das Erbgut des Cholera-Erregers entschlüsselt und mit dem Genom moderner Cholera-Erreger verglichen werden. Daraus ergab sich, dass die Erreger solcher Epidemien offenbar im 19. Jahrhundert wesentlich gefährlicher waren als heutzutage. Noch immer sterben aber jährlich 100.000 bis 120.000 Menschen an der Cholera.

Für die Forscher ist es ein außergewöhnlicher Glücksfall, dass der Darm eines 1849 an der Cholera verstorbenen Mannes gut erhalten blieb. Denn die Entschlüsselung des Erbguts von Erregern kann lediglich an Weichteilen erfolgen, nicht aus konservierten Knochen. Der Darm wurde seit Jahrzehnten sorgfältig im Mütter-Museum in Philadelphia aufbewahrt.

Cholera-Erreger weicht vom heutigen Stamm wesentlich ab

Der Genetik-Forscher Hendrik Poinar untersuchte das Darmgewebe. Er fand bei der Analyse des Genoms des Cholera-Erregers heraus, dass dieser vom heutigen Stamm wesentlich abweicht, der unter dem Namen El Tor bekannt ist. Der im 19. Jahrhundert grassierende Cholera-Erreger stammte vermutlich aus der Bucht von Bengalen.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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