Diagnose: Arthrose

Auch wenn es wehtut: Bei Arthrose ist Bewegung wichtig

Gegen Arthroseschmerzen hilft Bewegung - das kräftigt die Muskulatur und entlastet so die Gelenke.
1 von 5
Gegen Arthroseschmerzen hilft Bewegung - das kräftigt die Muskulatur und entlastet so die Gelenke.
Im Verlauf der Arthrose nutzt sich der Knorpel immer mehr ab, im späteren Stadium reibt Knochen direkt auf Knochen.
2 von 5
Im Verlauf der Arthrose nutzt sich der Knorpel immer mehr ab, im späteren Stadium reibt Knochen direkt auf Knochen.
Wenn Bewegungen nach einer Ruhepause schmerzen, kann das ein Anzeichen für Arthrose sein. Unter anderem die Hände sind am häufigsten betroffen.
3 von 5
Wenn Bewegungen nach einer Ruhepause schmerzen, kann das ein Anzeichen für Arthrose sein. Unter anderem die Hände sind am häufigsten betroffen.
Prof. Andreas Imhoff ist Chefarzt der Abteilung für Sportorthopädie und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum rechts der Isar sowie Mitglied der Deutschen Arthrose-Hilfe.
4 von 5
Prof. Andreas Imhoff ist Chefarzt der Abteilung für Sportorthopädie und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum rechts der Isar sowie Mitglied der Deutschen Arthrose-Hilfe.
Normalerweise ist der Gelenkknorpel eine Art Stoßdämpfer im Gelenk. Arthrose macht sich zunächst bemerkbar, indem Bewegungen nach einer Ruhephase schmerzen. Später reibt Knochen auf Knochen, das Gelenk ist warm, dick und schmerzt.
5 von 5
Normalerweise ist der Gelenkknorpel eine Art Stoßdämpfer im Gelenk. Arthrose macht sich zunächst bemerkbar, indem Bewegungen nach einer Ruhephase schmerzen. Später reibt Knochen auf Knochen, das Gelenk ist warm, dick und schmerzt.

Erst lösen sich kleine Teile vom Gelenkknorpel. Und die Degeneration schreitet meist voran, am Ende reiben die Knochen aufeinander. Neben Schmerzmitteln hilft bei Arthrose vor allem regelmäßige Bewegung.

Berlin - Stechende Schmerzen plagten Werner Dau vor 15 Jahren in der linken Schulter, bald konnte er sich kaum noch bewegen. "Es tat weh, wenn ich mich nicht bewegte und noch mehr, wenn ich mich bewegte." Die Diagnose: Arthrose.

Gegen die akuten Schmerzen kämpfte er mit Wärme und Medikamenten. Heute ist das Stechen immer noch da, "es ist aber auszuhalten", sagt der 66-Jährige. Aber: Mittlerweile hat er auch Arthrose in der rechten Hüfte und im Knie.

Nach Angaben der Deutschen Arthrose-Hilfe ist Arthrose mit rund fünf Millionen Betroffenen in Deutschland die häufigste Gelenkerkrankung. Meist sind Hände, Knie und Hüfte betroffen.

Wo Knochenenden aufeinanderstoßen, sind die Gelenke so etwas wie Stoßdämpfer, erklärt Prof. Erika Gromnica-Ihle, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga in Bonn. Genauer gesagt ist der Stoßdämpfer der Gelenkknorpel - ein glatter und elastischer Überzug, der die Gelenke schützt. "Ernährt" wird der Knorpel von der Gelenkflüssigkeit, die die Gelenkinnenhaut produziert. Und zwar vor allem dann, wenn sich der Mensch bewegt.

Der Knorpel kann zum Beispiel durch einen Unfall oder beim Sport verletzt werden. Ebenso sind Fehl- und Überbelastung der Gelenke Ursachen. So kann Übergewicht die Gelenke strapazieren, ebenso eine falsche Haltung oder Deformationen wie etwa X- oder O-Beine.

Das Risiko für Arthrose nimmt auch mit dem Alter zu. Doch nicht jeder, der unter Knorpelverschleiß leidet, ist im fortgeschrittenen Alter - Arthrose kann auch genetische Ursachen haben. "Es lösen sich kleine Knorpelteile", erklärt Prof. Andreas Imhoff von der Deutschen Arthrose-Hilfe. Von Arthrose sprechen Experten aber erst dann, wenn sich auch der Knochen verändert.

Der Knochen unter dem erkrankten Knorpel verdichtet sich. Im Verlauf der Arthrose nutzt sich der Knorpel immer mehr ab, später reibt Knochen auf Knochen. Die Gelenkinnenhaut kann durch abgelöste Knorpelteilchen gereizt werden, produziert mehr Gelenkflüssigkeit, und es bildet sich ein Erguss. Das Gelenk wird warm und dick.

Arthrose macht sich dadurch bemerkbar, dass man nach einer Ruhephase bei einer Bewegung einen Schmerz spürt oder sich steif fühlt. "Nach ein paar Minuten Bewegung geht es wieder", sagt Gromnica-Ihle. Bei diesen ersten Symptomen sollte man sich vom Hausarzt oder Orthopäden untersuchen lassen. Der kann etwa im Röntgenbild meist schon die typischen Anzeichen wie eine Verkleinerung des Gelenkspalts sehen.

Wenn das Gelenk stark beschädigt ist und die Schmerzen immer wieder schlimm sind, kann eine Gelenkprothese infrage kommen. "Der richtige Zeitpunkt für eine Operation ist dann, wenn der Patient befindet, dass er die Schmerzen nicht mehr aushalten kann", sagt Gromnica-Ihle. "Aber man sollte vorher immer eine zweite Meinung einholen und auch nicht nur mit Ärzten sprechen, sondern mit anderen Betroffenen."

Werner Dau setzt zur Linderung der Schmerzen auf die "drei großen B", wie er sagt: "Bewegung, Bewegung, Bewegung." Fahrradfahren, Walken oder Schwimmen helfen vielen Betroffenen. Eine kräftige Muskulatur entlastet das Gelenk. Gromnica-Ihle weist darauf hin, dass das Fortschreiten der Arthrose bislang nicht beeinflusst werden kann, sondern nur die Schmerzen behandelt werden können. Dennoch: Betroffene können zumindest einiges zur Linderung beitragen. Dau hat sein eigenes Mittel: "Mir hilft es, wenn ich ein warmes Bad nehme."

dpa/tmn

Das könnte Sie auch interessieren

Kir-Metal Militia-Konzert in Heimathaus

Im Heimathaus in Rotenburg gab's ordentlich was auf die Ohren: Die Fortsetzung der Kir-Metal Militia-Reihe verspricht auch in diesem Jahr krasse und …
Kir-Metal Militia-Konzert in Heimathaus

Promi-Umfrage: Werder kommt ins Finale, weil...

Bremen – Werder kommt ins Finale, weil...? Die DeichStube hat bei Prominenten und ehemaligen Spielern Gründe gesammelt, wieso die Bremer am Mittwoch …
Promi-Umfrage: Werder kommt ins Finale, weil...

Osterfeuer in der Gemeinde Kirchlinteln - die Fotos

In der Gemeinde Kirchlinteln brannten zahlreiche Osterfeuer ab und die Einwohner genossen das außerordentlich gute Wetter bei Bier und Bratwurst. …
Osterfeuer in der Gemeinde Kirchlinteln - die Fotos

„Wenn du denkst es geht nichts mehr, Zaubert Siebert einen Elfer her“ - Die Netzreaktionen #SVWFCB

Das DFB-Pokalspiel Werder Bremen gegen Bayern München wurde natürlich heiß im Internet Diskutiert. Vor allen Dingen eine Entscheidung: Den Elfmeter …
„Wenn du denkst es geht nichts mehr, Zaubert Siebert einen Elfer her“ - Die Netzreaktionen #SVWFCB

Meistgelesene Artikel

Fünf neue FSME-Risikogebiete in Bayern: Auch neue "Super-Zecke" wurde gesichtet

Fünf neue FSME-Risikogebiete in Bayern: Auch neue "Super-Zecke" wurde gesichtet

K.o.-Tropfen-Armband jetzt neu bei dm: So schützt es Club-Besucher vor dem bösem Erwachen

K.o.-Tropfen-Armband jetzt neu bei dm: So schützt es Club-Besucher vor dem bösem Erwachen

Experten finden gefährliche Keime: Bei diesen Discounter kaufen Sie lieber kein Hähnchen

Experten finden gefährliche Keime: Bei diesen Discounter kaufen Sie lieber kein Hähnchen

Jede zweite Zahnpasta fällt durch: Diese Zahncreme schneidet am besten ab

Jede zweite Zahnpasta fällt durch: Diese Zahncreme schneidet am besten ab

Kommentare