Gut geschützt während der Corona-Pandemie

Ab welchem Alter ist die Grippe-Impfung möglich und sinnvoll? Kinderärztinnen mit Appell an Eltern

Eine Elfjährige wird in Dänemark gegen Corona geimpft.
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Eine Elfjährige wird in Dänemark gegen Corona geimpft. Sollten Kinder und Jugendliche auch gegen Grippe geimpft werden?

Die Impfung gegen Influenza schützt vor schweren Grippe-Krankheitsverläufen – auch Kinder. Was in Hinblick auf die Impfung der Kleinen empfohlen wird, erfahren Sie hier.

Eine Virusgrippe verläuft in den meisten Fällen harmlos. Das Immunsystem gesunder Kinder und Erwachsener bildet nach Kontakt mit dem Krankheitserreger (Influenzavirus) Antikörper, die die Viren unschädlich machen. In manchen Fällen kann eine Grippe aber lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Vor allem bei älteren und immunschwachen Menschen ist dieses Risiko erhöht, weil deren Abwehr Krankheitserreger nicht in ausreichendem Maße bekämpfen kann. Infolge kann es nach einer Influenza-Infektion zu gefährlichen Komplikationen wie einer Lungenentzündung kommen.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt das Robert Koch-Institut als biomedizinische Leitforschungseinrichtung der deutschen Bundesregierung die Grippeschutzimpfung vor allem folgenden Personengruppen:

  • Personen ab 60
  • Schwangeren
  • Menschen mit Vorerkrankungen (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Leber- und Nierenerkrankungen, Diabetes, Multiple Sklerose, HIV, etc.)
  • Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen
  • Betreuer und Angehörige vulnerabler Gruppen (etwa Heimbewohner oder chronisch Kranke)
  • Medizinisches Personal
  • Menschen, die beruflich viel mit anderen Menschen zu tun haben
  • Personal in der Pflege und Betreuung von Risikogruppen (z.B. Altenpfleger/innen)

Umfrage zum Thema Grippeschutzimpfung

Kinder gegen Grippe impfen lassen: STIKO-Empfehlungen im Überblick

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BzGA geht noch weiter. Sie empfiehlt die Grippeschutzimpfung auch für Kinder mit Vorerkrankungen. Diese würden häufig schwerer an Grippe erkranken als gesunde Kinder. Infolge kommt es auch häufiger zu gefährlichen Verläufen: „Komplikationen wie beispielsweise Lungenentzündungen treffen besonders Kinder mit geschwächtem Immunsystem oder solche, die bereits an Lungen- oder Herzkrankheiten leiden“, informiert die BZgA. Vor dem Hintergrund, dass die Virusgrippe sehr ansteckend ist und sich in Kindergärten und Schulen schnell von Kind zu Kind verbreiten kann, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die jährliche Grippe-Impfung allen Kindern, die ein höheres Risiko für Komplikationen haben. Dazu zählen der BZgA zufolge:

  • Kinder mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma
  • Kinder mit Herz- oder Kreislauferkrankungen
  • Kinder mit Leber- oder Nierenkrankheiten
  • Kinder mit Diabetes
  • Kinder mit chronischen neurologischen Krankheiten wie Multipler Sklerose
  • HIV-infizierte Kinder

Lesen Sie auch: Totimpfstoffe gegen Corona: Sicherer als Biontech & Astrazeneca? Wann „die Neuen“ in Deutschland kommen

Kinderärzte mit Appell: Grippeschutzimpfung für alle

Es gibt allerdings Mediziner, die sich aufgrund der Corona-Pandemie für neue Empfehlungen aussprechen. So veröffentlicht der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. auf seiner Website die Informationen der Kinder- und Jugendarztpraxis Kelheim von Dr. med. Ute Schindler und Dr. med. Katrin Leuchtenberger. Den Medizinerinnen zufolge sollten sich alle Menschen gegen Grippe immunisieren lassen. Sie empfehlen aktuell allen Eltern und deren Kindern eine Grippeschutzimpfung, „da es im Rahmen der Corona-Pandemie besonders wichtig ist, schwerere Atemwegserkrankungen/Krankenhausaufenthalte zu vermeiden. Nachdem die Grippesaison 2020/21 durch die Kontaktbeschränkungen und das Anwenden der AHA-Regeln ausgefallen ist, wird für 2021/22 eine heftigere Grippewelle erwartet“, so die Experten für Kinder- und Jugendheilkunde. (jg)

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