Fördergelder in der Coronakrise

Infos zur Überbrückungshilfe III - wann gibt es die Corona-Hilfe?

Freiberufler und Firmen erhalten aus staatlichen Hilfstöpfen einen Teilausgleich für verlorene Umsätze. Die Gelder stehen bis Ende Juni 2021 bereit – das sind die Voraussetzungen.

Viele Selbstständige können seit November 2020 nicht arbeiten, zahllose Betriebe und Unternehmen sind dicht: Die Coronakrise* sorgt für Umsatzeinbußen, Existenzängste und Frust. Um die Not zu lindern, kämpft die Bundesregierung mit umfangreichen Coronahilfen gegen die Krise. Die staatlichen Hilfstöpfe sind gefüllt und stehen bereit – doch für wen sind die sogenannten November- und Dezemberhilfen sowie die Überbrückungshilfe III und wie hoch sind sie?

Lesen Sie hier: Kurzarbeitergeld: Darum ist für Betroffene eine Steuererklärung Pflicht

Außerordentliche Wirtschaftshilfen für November und Dezember – die Voraussetzungen 

Seit dem 12. Januar 2021 werden die ersten Abschlagszahlungen für die November- und Dezemberhilfen überwiesen. Doch können rückwirkend noch Anträge gestellt werden und wer hat Anspruch darauf? Hier sind Antworten auf die wichtigsten Fragen:

  • Antragsberechtigt sind direkt betroffene Unternehmen, Betriebe, Selbstständige, Vereine und gemeinnützige Einrichtungen sowie indirekt betroffene Unternehmen.
  • Direkt betroffene Unternehmen mussten aufgrund der Bund-Länder-Beschlüsse vom 28. Oktober, 25. November und 3. Dezember 2020 schließen. Zu dieser Gruppe zählen etwa Kneipen, Fitnessstudios, Konzerthallen, Restaurants.
  • Indirekt betroffene Unternehmen mussten zwar nicht dichtmachen, hängen aber mit 80 Prozent ihres Umsatzes an den geschlossenen Unternehmen. Dazu gehören zum Beispiel Reinigungen, Caterer und Getränkelieferanten. 
  • Die maximale Fördersumme liegt bei 1,5 Millionen Euro pro Unternehmen.
  • Beantragt wird die Überbrückungshilfe durch einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer.
  • Eine Ausnahme gilt für Solo-Selbstständige: Sie geben ihren durchschnittlichen Wochenumsatz an und können bis zu einem Förderhöchstsatz von 5.000 Euro einen Direktantrag stellen.
  • Eine Sonderregelung gilt ebenfalls für junge Unternehmen: Wurde die Geschäftstätigkeit erst am 31. Oktober 2019 aufgenommen, wird die Wirtschaftshilfe auf der Grundlage des Umsatzes von Oktober 2020 berechnet.
  • Die Anträge können bis 30. April 2021 gestellt werden. Weitere Infos zur November- und Dezemberhilfe gibt es auf der Plattform für Überbrückungshilfe.

Lesen Sie hier: Homeoffice-Pauschale richtig nutzen: So funktioniert es mit der Steuererklärung

Überbrückungshilfe III: So funktioniert’s

Die Überbrückungshilfe galt ursprünglich für die Monate Juni, Juli und August. Sie wurde zweimal verlängert: Die Überbrückungshilfe II umfasste die Monate September bis Dezember 2020. Als Überbrückungshilfe III wurde sie ab dem 1. Januar 2021 erweitert und vereinfacht.

Am 10. Februar beschlossen Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten eine Lockdown-Verlängerung bis 7. März. Bei der Überbrückungshilfe III gilt: Die Antragsstellung wurde den Berichten zufolge am 10. Februar freigeschaltet. Die ersten Abschlagszahlungen sollen ab dem 15. Februar starten, wie etwa BR Online (Stand: 10. Februar) berichtete „Die ersten Abschlagszahlungen mit Beträgen von bis zu 400.000 Euro sollen demnach ab dem 15. Februar starten. Abschlagszahlungen sind Vorschüsse auf spätere Zahlungen“, heißt es dort. Firmen, die von der Pandemie und dem aktuellen „Teil-Lockdown“ stark betroffen seien, könnten für die Zeit bis Ende Juni 2021 staatliche Unterstützung in Höhe von monatlich bis zu 1,5 Millionen Euro erhalten. Diese müsse nicht zurückgezahlt werden.

Die endgültige Entscheidung über die Anträge und die reguläre Auszahlung durch die Länder werde ab März erfolgen, wie BR.de zudem berichtete. „Bis dahin könnten Unternehmen Abschlagszahlungen bis zu 100.000 Euro pro Fördermonat erhalten.“

Das war zuvor zur Überbrückungshilfe III bekannt:

  • Die Überbrückungshilfe III gibt es für die Monate November 2020 bis Juni 2021.
  • Antrags- und förderberechtigt sind Unternehmen, die in einem Monat einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019 erlitten haben.
  • Wichtig: Die Überbrückungshilfe III lässt sich nicht mit der November- oder Dezemberhilfe kombinieren. Wurden diese beantragt, gibt es die Überbrückungshilfe III erst ab Januar 2021.
  • Die Überbrückungshilfe enthält ein sogenanntes November- und Dezemberfenster für Unternehmen, die nicht von der November- oder Dezemberhilfe erfasst wurden.
  • Den Antrag auf Überbrückungshilfe können Unternehmen mit maximal 500 Millionen Euro Jahresumsatz stellen.
  • Soloselbstständige und Freiberufler können ebenfalls einen Antrag stellen, sofern sie die Voraussetzungen erfüllen, heißt: mindestens 30 Prozent Umsatzeinbußen nachweisen können.
  • Das Geld darf zum Beispiel für Betriebskosten, etwa für Miete und Pacht, Digitalisierungskosten, aber auch für Renovierungen und die Umsetzung von Hygienekonzepten verwendet werden.

Lesen Sie zudem: Steuererklärung: Diese Posten bringen Ihnen viel Geld zurück

Tipp: Als Gewerbetreibender eine Mietminderung vereinbaren

Der Bundestag hat am 17. Dezember 2020 als neue Regelung die „Störung der Geschäftsgrundlage“ (Art. 240 § 7 EGBGB) beschlossen. Das bedeutet: Wer wegen des Lockdowns sein Geschäft dichtmachen musste, kann auf die neue Regelung hinweisen und mit seinem Vermieter eine Mietminderung ausmachen. Die Verhandlungsposition gegenüber dem Vermieter wurde so deutlich gestärkt (jba) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Auch interessant: Click and Collect: Online bestellen, selbst abholen – so funktioniert der Einkauf zu Corona-Zeiten

Das Geld vor dem Euro: Kennen Sie diese EU-Währungen noch?

Pesetas, italienische Lire oder Franc: Jedes europäische Land hatte vor dem Euro eine eigene Währung.
Pesetas, italienische Lire oder Franc: Jedes europäische Land hatte vor dem Euro eine eigene Währung. © pixabay
Die Deutsche Mark, auch DM oder D-Mark genannt, war als Bargeld von 1948 bis Ende 2001 die offizielle Währung der Bundesrepublik Deutschlands. Eine Deutsche Mark war wiederum unterteilt in einhundert Pfennig. Neben Münzen gab es sie auch in fünf- bis tausend-DM-Scheinen. Noch heute sollen Milliarden D-Mark im Umlauf sein. Ein Euro soll heutzutage zwei DM wert sein.
Die Deutsche Mark, auch DM oder D-Mark genannt, war als Bargeld von 1948 bis Ende 2001 die offizielle Währung der Bundesrepublik Deutschlands. Eine Deutsche Mark war wiederum unterteilt in einhundert Pfennig. Neben Münzen gab es sie auch in fünf- bis tausend-DM-Scheinen. Noch heute sollen Milliarden D-Mark im Umlauf sein. Ein Euro soll heutzutage zwei DM wert sein. © pixabay
Die italienische Lira war von 1861 bis zur Einführung des Euro das offizielle Zahlungsmittel Italiens. Sie war zudem auch in den beiden Zwergenstaaten San Marino und Vatikanstadt offizielle Währung. Doch vor 2001 spielten wegen einer anhaltenden Inflation nur noch die Werte 50, 100, 200, 500 und 1.000 Lire eine Rolle im Zahlungsverkehr. Ein Euro beträgt nach heutigem Umrechnungskurs etwa 2.000 Lire.
Die italienische Lira war von 1861 bis zur Einführung des Euro das offizielle Zahlungsmittel Italiens. Sie war zudem auch in den beiden Zwergenstaaten San Marino und Vatikanstadt offizielle Währung. Doch vor 2001 spielten wegen einer anhaltenden Inflation nur noch die Werte 50, 100, 200, 500 und 1.000 Lire eine Rolle im Zahlungsverkehr. Ein Euro beträgt nach heutigem Umrechnungskurs etwa 2.000 Lire. © pixabay
Die griechische Drachme galt von 1831 bis 2001. Sie war das offizielle Zahlungsmittel in Griechenland. Der Name ist bereits seit der Antike geläufig und bezeichnete schon damals eine Gewichts- und Münzeinheit aus Silber. Ihre Untereinheit war das Lepto, 100 davon ergaben eine Drachme. Umgerechnet wäre heutzutage ein Euro circa 340 griechische Drachmen wert.
Die griechische Drachme galt von 1831 bis 2001. Sie war das offizielle Zahlungsmittel in Griechenland. Der Name ist bereits seit der Antike geläufig und bezeichnete schon damals eine Gewichts- und Münzeinheit aus Silber. Ihre Untereinheit war das Lepto, 100 davon ergaben eine Drachme. Umgerechnet wäre heutzutage ein Euro circa 340 griechische Drachmen wert. © pixabay
Der Franc (zu deutsch: Franken) war vor der Einführung des Euro die Währung Frankreichs. Zudem galt er seit 1795 in der Schweiz sowie Belgien, Luxemburg und Monaco und den ehemaligen französischen Kolonien wie dem Kongo, Guinea, Ruanda oder Französisch-Polynesien. Ein Franc war wiederum unterteilt in 100 Centimes. Ein Euro wären etwa 6,5 Franc.
Der Franc (zu deutsch: Franken) war vor der Einführung des Euro die Währung Frankreichs. Zudem galt er seit 1795 in der Schweiz sowie Belgien, Luxemburg und Monaco und den ehemaligen französischen Kolonien wie dem Kongo, Guinea, Ruanda oder Französisch-Polynesien. Ein Franc war wiederum unterteilt in 100 Centimes. Ein Euro wären etwa 6,5 Franc. © pixabay
Die spanischen Peseta (zu deutsch: Peseten) und wurde 1869 in Spanien eingeführt. Sie galt ebenfalls im Pyrenäenstaat Andorra. Der offizielle Umrechnungskurs beträgt heute für einen Euro etwa 165 Pesetas. Laut der spanischen Nationalbank können übrig gebliebene Peseten sogar noch bis zum 31. Dezember 2020 in Euro umgetauscht werden.
Die spanischen Peseta (zu deutsch: Peseten) und wurde 1869 in Spanien eingeführt. Sie galt ebenfalls im Pyrenäenstaat Andorra. Der offizielle Umrechnungskurs beträgt heute für einen Euro etwa 165 Pesetas. Laut der spanischen Nationalbank können übrig gebliebene Peseten sogar noch bis zum 31. Dezember 2020 in Euro umgetauscht werden. © pixabay

Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

2022 sollen wieder alle Rentner mehr Geld bekommen: Was Ruheständler jetzt wissen müssen

2022 sollen wieder alle Rentner mehr Geld bekommen: Was Ruheständler jetzt wissen müssen

2022 sollen wieder alle Rentner mehr Geld bekommen: Was Ruheständler jetzt wissen müssen
Bei einem Minijob: Wichtige Änderung ab Januar 2022 für die Steuer

Bei einem Minijob: Wichtige Änderung ab Januar 2022 für die Steuer

Bei einem Minijob: Wichtige Änderung ab Januar 2022 für die Steuer
75 Euro mehr Rente ab Juli 2021: Wer Anspruch auf das Geld hat – und welche Rentner sich noch gedulden müssen

75 Euro mehr Rente ab Juli 2021: Wer Anspruch auf das Geld hat – und welche Rentner sich noch gedulden müssen

75 Euro mehr Rente ab Juli 2021: Wer Anspruch auf das Geld hat – und welche Rentner sich noch gedulden müssen
Familien aufgepasst: So wirkt sich der Kinderbonus auf die Steuererklärung aus

Familien aufgepasst: So wirkt sich der Kinderbonus auf die Steuererklärung aus

Familien aufgepasst: So wirkt sich der Kinderbonus auf die Steuererklärung aus

Kommentare