Einspruch

Ist Ihr Steuerbescheid fehlerhaft? So holen Sie mehr Geld vom Fiskus

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Entdecken Sie nach der Abgabe der Steuererklärung auf Ihrem Bescheid Fehler, sollten Sie sich ans Finanzamt wenden.

Sie haben nach Wochen des Wartens endlich Ihren Steuerbescheid erhalten? Doch beim Blick darauf fällt Ihnen auf: Da stimmt doch was nicht! Das sollten Sie jetzt tun.

Wenn der Steuerbescheid fehlerhaft ist, kann man sich dagegen wehren. Das ist einfach, kostenlos und bringt am Ende sogar Geld. Die Redaktion erklärt Ihnen in Zusammenarbeit mit der Steuer-App taxfix, worauf zu achten ist.

Steuerbescheid fehlerhaft? Warum bei Einspruch Verböserung möglich ist

Wenn man Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegt, wird die gesamte Steuererklärung erneut geprüft. Es kann also passieren, dass nicht nur Punkte zu den eigenen Gunsten, sondern auch zu Ungunsten geändert werden. Sollte das eintreten, teilt das Finanzamt diese sogenannte Verböserung mit. Das geschieht vor der endgültigen Entscheidung über den Steuerbescheid. Nun besteht noch die Möglichkeit, den Einspruch zurückzuziehen (§362 Abgabenordnung (AO)). Gleichzeitig entgeht man aber auch der Verböserung und der ursprüngliche Steuerbescheid wird rechtskräftig.

Frist bei Einspruch: nur einen Monat lang

Der Steuerbescheid ist falsch? Dann ist der Einspruch möglich. Man hat allerdings nur einen Monat Zeit für den Einspruch. Die Frist beginnt mit dem Tag des Poststempels des Steuerbescheids plus drei Tage.

Fällt der Beginn oder das Ende der Frist auf einen Feiertag oder ein Wochenende, beginnt oder endet die Frist mit dem nächsten Werktag. Der Einspruch muss bis zum Ende der Frist beim Finanzamt eingegangen sein. Rechtzeitiges Abschicken oder die persönliche Abgabe in den Hausbriefkasten des Finanzamts sind also wichtig.

Auch interessant: Vorsicht: Diese fünf Fehler bei der Steuererklärung bringen Sie um hunderte Euro.

Einspruchsfrist verpasst? So ist eine Verlängerung möglich

Wenn die Einspruchsfrist aus einem wichtigen Grund verpasst wurde, kann die "Wiedereinsetzung in den vorigen Stand" beantragt (§110 AO) werden. Ob das Finanzamt dem Antrag stattgibt, ist abhängig von der Begründung. Ein wichtiger Grund kann zum Beispiel eine längere Abwesenheit, wie ein vierwöchiger Urlaub, sein. Dies sollte unbedingt zu belegen sein.

Hier ein Rechenbeispiel:

Datum Poststempel auf dem Steuerbescheid

2. Oktober

plus Bekanntgabe des Verwaltungsakts

+ 3 Tage

Start der Einspruchsfrist

5. Oktober

Ende der Einspruchsfrist

5. November

Kosten bei Einspruch gegen Steuerbescheid

Der Einspruch gegen einen Steuerbescheid ist kostenlos. Das ändert sich jedoch, wenn dafür ein Steuerberater beauftragt wird. Die Kosten regeln sich dann nach der Steuerberatergebührenordnung.

Steuerbescheid gründlich prüfen!

Bemerkt man bei der Prüfung des Steuerbescheids Fehler oder wurde vergessen, bestimmte Kosten in der Steuererklärung anzugeben, kann man sich gegen den Bescheid wehren. Wichtig ist darauf zu achten, ob alle Aufwendungen anerkannt wurden und auch auf die Erläuterungen im Steuerbescheid sollte man ein Auge werfen.

Video: Neue Fristen, härtere Strafen - das ändert sich bei der Steuererklärung

Einspruch bei fehlerhaftem Steuerbescheid: So geht's

Der Einspruch kann formlos und schriftlich beim Finanzamt erfolgen. Dafür reicht ein einfaches Schreiben, das per Post oder Fax abgeschickt wird. Ist auf dem Steuerbescheid eine E-Mail-Adresse angegeben, ist auch eine E-Mail zulässig. Ein Telefonat reicht nicht aus. Formlos bedeutet in diesem Fall, dass aus dem Schreiben nur ersichtlich sein muss, wer den Einspruch eingelegt hat. Eine Unterschrift ist nicht zwingend notwendig. Damit das Finanzamt den Einspruch nachvollziehen kann, sollten die Gründe dafür dargelegt und gegebenenfalls notwendige Belege nachgereicht werden. Das erspart Rückfragen.

Erfahren Sie hier: Ab jetzt gilt eine neue Abgabefrist für Ihre Steuererklärung 2018

Einspruch bei einer Steuernachzahlung – so vermeiden Sie Zusatzkosten

Zeigt der Steuerbescheid das Ergebnis, dass eine Nachzahlung an das Finanzamt zu zahlen ist, befreit der Einspruch nicht von der Zahlungsfrist und er setzt die Zahlungspflicht auch nicht automatisch aus. Wird nicht rechtzeitig gezahlt, werden Säumniszuschläge fällig. Das kann teuer werden. Möchte man dennoch mit der Zahlung bis nach Prüfung des Einspruchs warten, muss das zusammen mit dem Einspruch beantragt werden, dass die "Vollziehung des Steuerbescheids" ausgesetzt wird.

Einspruch bei freiwilliger Steuererklärung – Rückzieher machen

War man nicht zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet, hat diese aber freiwillig eingereicht und erhält nun eine Aufforderung zur Nachzahlung, hat man Glück.

Dann heißt es: einfach Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen und gleichzeitig den Antrag auf Veranlagung nach §46 Abs. 2 Nr. 8 EStG zurückziehen. Die Steuererklärung gilt damit als nicht abgegeben und die Nachzahlung muss nicht getätigt werden. Auch hierfür gilt die Monatsfrist. Wenn die Abgabe verpflichtend ist, kann die Steuererklärung natürlich nicht zurückgezogen werden.

Einspruch wurde abgelehnt? Klage möglich

Häufig korrigiert das Finanzamt den Steuerbescheid nicht. Das bedeutet aber nicht, dass hier Schluss sein muss. Es gibt die Möglichkeit, Klage beim Finanzgericht einzureichen. Jedoch ist ab diesem Punkt der kostenfreie Teil des Einspruchsweges vorbei. Die Höhe der weiteren Kosten richtet sich nach dem Streitwert und der Art der Verhandlung.

Das könne Sie tun, wenn Sie Werbungskosten nachreichen wollen

Der Steuerbescheid weist nur kleine Formfehler auf, zum Beispiel offensichtliche Schreib- oder Rechenfehler? Dann ist ein Einspruch nicht unbedingt notwendig und es reicht ein sogenannter Antrag auf schlichte Änderung (§172 Abs. 1 Nr. 2a AO). Auch wenn man vergessen haben sollte, bestimmte Posten anzugeben (z.B. Teile der Werbungskosten), ist der Antrag auf schlichte Änderung ausreichend.

Lesen Sie auch: Steuererklärung 2018: Diese Aufwendungen sollten Sie jetzt bei Werbungskosten eintragen.

jp

Steuererklärung 2018 kompakt: Änderungen, Frist und rückwirkend abgeben

Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt überweisen. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück.
Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt übermitteln. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück. © dpa / Hans-Jürgen Wiedl
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig.
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig. © dpa /Jens Wolf
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten - schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person.
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten – schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person. © pixabay / Takmeomeo
Kinder kosten viel Geld - doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld, sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage Kind von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben.
Kinder kosten viel Geld – doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld. Sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage "Kind" von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben. © iStockphoto
Bereits als Student macht es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euros sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen.
Bereits als Student ergibt es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euro sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen. © pixabay / janeb13
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Softwares sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden in den Programmen Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können.
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Programme sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können. © pixabay / Simon
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen.
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