Fakten, Fakten, Fakten

Achtung: Auf diesen Steuermythos fallen Sie sicher auch immer herein

+
Mythen oder Fakten? Die Redaktion klärt über die gängigsten Denkfehler auf.

Am 31. Juli heißt es für viele Arbeitnehmer, die Einkommenssteuererklärung abzugeben. Bevor Sie das tun, sollten Sie sich über aktuelle Regelungen informieren. Die Redaktion klärt auf.

Um die Steuererklärung ranken sich viele Mythen. Viele davon sind falsch und einige wahr. Was dahinter steckt, erklärt Ihnen die Redaktion in Zusammenarbeit mit der Steuer-App taxfix.

Steuermythos Nummer 1: Ich muss immer eine Steuererklärung abgeben

 In vielen Fällen muss man keine Steuererklärung abgeben. Bei den meisten Arbeitnehmern hat der Arbeitgeber die anfallenden Steuern bereits an das Finanzamt abgeführt. Es gibt jedoch einige Ausnahmen, bei denen eine Steuererklärung eingereicht werden muss.

Hier einige Beispiele:

  • Es gab Lohnersatzleistungen oder Nebeneinkünfte von mehr als 410 Euro pro Jahr.
  • Man selbst oder der Ehepartner hat die Steuerklassenkombination III/V oder Steuerklasse IV mit Faktor gewählt.
  • Es wurde ein Freibetrag für den Lohnsteuerabzug beantragt.
  • Es fand eine Scheidung statt und im selben Jahr wurde wieder geheiratet.

Auch interessant: Aufgepasst: Ab jetzt gilt eine neue Abgabefrist für Ihre Steuererklärung 2018.

Steuermythos Nummer 2: Wenn ich einmal eine Steuererklärung abgegeben habe, muss ich das jedes Jahr tun

Das ist wohl der hartnäckigste Steuer-Irrtum und er stimmt glücklicherweise nicht. Wenn einmal eine freiwillige Steuererklärung abgegeben wurde, ist man nicht verpflichtet, im nächsten Jahr wieder eine abzugeben. Die Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung ergibt sich aus anderen Voraussetzungen.

Steuermythos Nummer 3: Arbeitslosengeld ist steuerfrei

Das stimmt nur zum Teil: Vom Arbeitslosengeld selbst wird keine Steuer abgezogen. Aber es unterliegt dem Progressionsvorbehalt (§ 32b EStG). Das bedeutet, dass sich das Arbeitslosengeld auf den persönlichen Steuersatz auswirkt und andere Einkommen mit diesem höheren Steuersatz versteuert werden.

Steuermythos Nummer 4: Mit Versicherungen kann ich Steuern sparen

Ja, das geht. Viele Versicherungen kann man von der Steuer absetzen. Dazu zählen zum Beispiel die Riester- und Rürup-Rente und weitere sogenannte Personenversicherungen. Nicht absetzbar sind Sachversicherungen wie

  • Hausratsversicherung
  • Reiserücktrittversicherung
  • Gepäckversicherung oder
  • Kfz-Kaskoversicherung.

Erfahren Sie hier: Steuererklärung 2018: Diese Sonderausgaben sollten Sie unbedingt geltend machen.

Steuermythos Nummer 5: Die Steuererklärung muss jetzt elektronisch eingereicht werden

Hier muss zwischen Unternehmen, Selbstständigen und Arbeitnehmern unterschieden werden. Unternehmen und Selbstständige sind seit 2011 durch das Gesetz zur Modernisierung und Entbürokratisierung des Steuerverfahrens verpflichtet, ihre Steuererklärung auf elektronischem Weg einzureichen. Nichtselbstständige Arbeitnehmer haben die Wahl. Sie können ihre Steuererklärung per

  • Brief
  • Fax
  • auf elektronischem Weg oder auch
  • persönlich beim Finanzamt

abgeben.

Steuermythos Nummer 6: Meine Freunde dürfen mir nicht bei der Steuererklärung helfen

Ja, das ist richtig. Man darf nicht jedem beim Ausfüllen der Steuerklärung helfen und darf auch nicht von jeder Person Hilfe annehmen. Das ist im §5 Steuerberatungsgesetz (StBerG) geregelt. Wenn man bereit ist, sich die Beratung etwas kosten zu lassen, können ein Steuerberater oder Lohnsteuervereine hinzugezogen werden. Kostenlose Hilfe darf nur von Angehörigen erfolgen (§6 StBerG). Das sind zum Beispiel:

  • Eltern,
  • Geschwister,
  • Kinder,
  • Lebenspartner, aber auch
  • Pflegeeltern.

Wer alles unter die Definition eines Angehörigen fällt, steht im §15 der Abgabenordnung. Freunden oder Kollegen bei der Streuerklärung zu helfen oder deren Hilfe anzunehmen, ist nicht erlaubt und kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.

Lesen Sie auch: Vorsicht: Diese fünf Fehler bei der Steuererklärung bringen Sie um hunderte Euro.

jp

Steuererklärung 2018 kompakt: Änderungen, Frist und rückwirkend abgeben

Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt überweisen. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück.
Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt übermitteln. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück. © dpa / Hans-Jürgen Wiedl
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig.
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig. © dpa /Jens Wolf
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten - schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person.
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten – schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person. © pixabay / Takmeomeo
Kinder kosten viel Geld - doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld, sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage Kind von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben.
Kinder kosten viel Geld – doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld. Sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage "Kind" von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben. © iStockphoto
Bereits als Student macht es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euros sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen.
Bereits als Student ergibt es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euro sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen. © pixabay / janeb13
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Softwares sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden in den Programmen Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können.
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Programme sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können. © pixabay / Simon
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen.
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen. © iStockphoto

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Tui setzt auf eigene Hotels und Ausflüge

Tui setzt auf eigene Hotels und Ausflüge

Der Fassmacher vom Burgenlandkreis

Der Fassmacher vom Burgenlandkreis

Schnuffi - verzweifelt gesucht

Schnuffi - verzweifelt gesucht

Freimarkt: Der Dienstag in der Königsalm

Freimarkt: Der Dienstag in der Königsalm

Meistgelesene Artikel

Historischer Moment in Vox-Show "Die Höhle der Löwen" - Investor schlägt sofort zu

Historischer Moment in Vox-Show "Die Höhle der Löwen" - Investor schlägt sofort zu

Dramatische Szenen bei "Bares für Rares": Ehepaar will Goldring verkaufen -mit böses Überraschung

Dramatische Szenen bei "Bares für Rares": Ehepaar will Goldring verkaufen -mit böses Überraschung

"Bares für Rares": Verkäufer macht großen Fehler - "Du bewegst dich auf dünnem Eis"

"Bares für Rares": Verkäufer macht großen Fehler - "Du bewegst dich auf dünnem Eis"

"Bares für Rares": Rarität ekelt Lichter an - dann kommt es auch noch zum Streit

"Bares für Rares": Rarität ekelt Lichter an - dann kommt es auch noch zum Streit

Kommentare