Empfindliche Strafen

Finanzamt hat Influencer im Visier: „Social-Media-Stars“ droht Knast, wenn sie Einkünfte nicht richtig versteuern

Eine junge Frau fotografiert mit ihrem Handy im Freibad.
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Influencer verdienen Geld, indem sie Produkte in ihren Social-Media-Kanälen bewerben – von Bademode über Kosmetik bis hin zu Fitnessgeräten. (Archivbild)

Wer selbstständig ist, ist in aller Regel steuerpflichtig. Das neue Berufsbild der Influencer bildet hier keine Ausnahme. Für den Fiskus stellt das eine Herausforderung dar.

Wenn Sie „Influencer“ hören, denken Sie an die Grippe? Die Viruserkrankung „Influenza“ klingt tatsächlich so ähnlich wie das Berufsbild der „Influencer“. Bei Letzerem handelt es sich um meist junge Menschen, die in sozialen Netzwerken wie TikTok und Instagram viele Menschen erreichen und teilweise weit über 10.000 Abonnenten bzw. Follower haben. In ihren Videos und Beiträgen, die häufig von Mode, Ernährung, Fitness oder generell Lifestyle handeln, bauen Influencer immer wieder Produkte und Marken ein, die sie anpreisen. Je mehr Follower ein Influencer hat, desto mehr zahlen Hersteller in der Regel für die Platzierung ihres Produkts. Kritiker sprechen von einer Art „Schleichwerbung“, wenn die Influencer die Werbung nicht eindeutig kenntlich machen.

Rund 15.000 Influencer sollen in Deutschland ein Gewerbe angemeldet haben, wie das Portal Business Insider den Bundesverband Influencer Marketing (BVIM) zitiert. Die Zahl derjenigen, die nur nebenbei auf den sozialen Netzwerken aktiv sind und sich Extraeinkünfte verdienen, dürfte allerdings deutlich höher sein, heißt es weiter. Doch selbstständig eingenommene Gelder müssen versteuert werden, was Finanzämter auf den Plan ruft*. Diese stehen aber vor einem großen Problem.

Lesen Sie auch: Abgabefrist für die Steuererklärung naht – dieses Datum dürfen Sie nicht vergessen

Wann Kontoauszüge und Belege in den Schredder können

Aktenordner voller Papier: Wenn sich Belege, Verträge und Rechnungen anhäufen, verliert man irgendwann den Überblick. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn
Aktenordner voller Papier: Wenn sich Belege, Verträge und Rechnungen anhäufen, verliert man irgendwann den Überblick. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn © Klaus-Dietmar Gabbert
Isabel Klocke ist Leiterin der Abteilung Steuerrecht und Steuerpolitik beim Bund der Steuerzahler. Foto: Annette Koroll/Bund der Steuerzahler/dpa-tmn
Isabel Klocke ist Leiterin der Abteilung Steuerrecht und Steuerpolitik beim Bund der Steuerzahler. Foto: Annette Koroll/Bund der Steuerzahler/dpa-tmn © Annette Koroll
Annabel Oelmann arbeitet als Vorstand bei der Verbraucherzentrale Bremen. Foto: Verbraucherzentrale Bremen/dpa-tmn
Annabel Oelmann arbeitet als Vorstand bei der Verbraucherzentrale Bremen. Foto: Verbraucherzentrale Bremen/dpa-tmn © Verbraucherzentrale Bremen
Tanja Beller ist Sprecherin vom Bundesverband deutscher Banken. Foto: Die Hoffotografen/dpa-tmn
Tanja Beller ist Sprecherin vom Bundesverband deutscher Banken. Foto: Die Hoffotografen/dpa-tmn © Die Hoffotografen
Mathias Zunk ist Versicherungsexperte beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Foto: GDV/dpa-tmn
Mathias Zunk ist Versicherungsexperte beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Foto: GDV/dpa-tmn © GDV

Hohe Nachzahlungen bis Freiheitsstrafe für Steuerhinterzieher

So verschwimmen bei Influencern oft die Grenzen zwischen Beruflichem und Privatem, wie Rechtsanwalt Markus Deutsch in der „Wirtschaftswoche“ erklärt. Zudem nimmt diese Berufsgruppe nicht nur Geld ein, sondern erhält auch Geschenke und Reisen von ihren Auftraggebern. Auch diese Einkünfte sind in der Theorie steuerpflichtig, so der Business Insider. Viele der Influencer würden ihm zufolge naiv mit dem Steuerrecht umgehen, wie ihn der Business Insider zitiert.

Influencer verdienen Geld, indem sie Produkte in ihren Social-Media-Kanälen bewerben – von Bademode über Kosmetik bis hin zu Fitnessgeräten. (Archivbild)

Für Influencer gilt dabei dasselbe wie für andere Gewerbetreibende: Wer seine Einnahmen nicht korrekt deklariert und entsprechend versteuert, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Dazu zählen hohe Nachzahlungen bis Freiheitsstrafen.

Der Fiskus hat sich auf das relativ neue Berufsbild der Influencer eingestellt: In Bayern fahndet eine eigene Online-Taskforce nach Social-Media-Kanälen, die als Werbeplattform genutzt werden. Auch im Rahmen der Betriebsprüfung können steuerhinterziehende Influencer auffliegen. Die Auftraggeber müssen nämlich bei einer Betriebsprüfung ihre Bücher offenlegen. In dem Zug werden auch Vertragspartner bekannt, die Geld vom Unternehmen erhalten haben. Untersucht werden können auch Auftraggeber aus dem Ausland, so der Business Insider. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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