Steuererklärung

Was ist ein Arbeitnehmer-Pauschbetrag – und wo wird er in der Steuererklärung eingetragen?

Blauer Kugelschreiber liegt auf ausgedrucktem Formular der Steuererklärung – Abschnitt Werbungskosten.
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Bei nicht-selbstständiger Tätigkeit können Sie eine Werbungskostenpauschale in der Steuererklärung angeben.

Wer eine Steuererklärung abgibt, hat bestimmt schon einmal vom Arbeitnehmer-Pauschbetrag – oder auch Werbungskosten-Pauschbetrag – gehört. Das steckt dahinter.

Jeder, der sich einmal mit der Steuererklärung beschäftigt hat, ist einmal auf den Begriff Arbeitnehmer-Pauschbetrag (bzw. Werbungskosten-Pauschbetrag oder Werbungskostenpauschale) gestoßen. Worum es sich dabei handelt und ob er auch für Sie gilt, erfahren Sie im Folgenden.

Definition: Was ist ein Arbeitnehmer-Pauschbetrag?

Als Arbeitnehmer können Sie in der Steuererklärung Werbungskosten* angeben. Das sind „Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen“ (§ 9 Abs. 1 Satz 1 Einkommensteuergesetz, EStG). Dazu gehören „alle Aufwendungen, die durch den Beruf veranlasst sind“ (R 9.1 Abs. 1 Satz 1 Lohnsteuer-Richtlinien, LStR). Heißt: Ausgaben, die Sie aufgrund Ihres Berufs getätigt haben, können Sie in der Steuererklärung geltend machen. Konkret können das unter anderem folgende Aufwendungen sein:

  • Arbeitsmittel
  • Bewerbungskosten
  • Kosten für Arbeits- und Dienstbekleidung (wenn es sich dabei um typische Berufsbekleidung handelt z.B. Arztmantel, Sicherheitsschuhe oder Uniformen)
  • Beiträge zu Berufsverbänden
  • Kontoführungsgebühren
  • Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte

Wichtig ist: Den Arbeitnehmer-Pauschbetrag gibt es nur für Einkünfte aus nicht-selbstständiger Tätigkeit. Auf Einnahmen aus Selbstständigkeit, Vermietung oder Verpachtung kann er also nicht angewendet werden.

Auch interessant: Steuererklärung: Was Elster wirklich bringt – und was Sie beim Sparen wissen sollten.

Wie hoch ist der Arbeitnehmer-Pauschbetrag?

Die Werbungskosten können mit einem Pauschbetrag oder anhand von Einzelnachweisen der Kosten in der Steuererklärung angegeben werden. Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag beträgt 1.000 Euro jährlich. Dieser wird bei der Einkommenssteuerveranlagung von den Einnahmen aus nicht-selbstständiger Tätigkeit, also dem Bruttoarbeitslohn, abgezogen. Was danach an Einkünften verbleibt, wird versteuert. Die Werbungskostenpauschale kann jedoch nicht zu negativen Einkünften führen. Wenn sich Ihr Arbeitslohn unter 1.000 Euro bewegt, reduziert der Arbeitnehmer-Pauschbetrag Ihre Einnahmen auf null Euro.

Wenn keine oder nur geringe Werbungskosten angefallen sind, darf das Finanzamt den Pauschbetrag nicht kürzen. Auch nicht, wenn das Arbeitsverhältnis noch nicht das ganze Jahr über bestanden hat. Sollten die Werbungskosten den Pauschbetrag von 1.000 Euro übersteigen, können Arbeitnehmer den höheren Betrag in der Steuererklärung geltende machen. Die Beträge müssen belegt werden.

Lesen Sie auch: Fünf legale Tricks für Ihre Steuererklärung: So einfach bekommen Sie jetzt Geld zurück.

Werbungskostenpauschale bei Ehepaaren, Minijobbern und Rentnern

Ehepaare dürfen jeweils ihren „eigenen“ Werbungskosten-Pauschbetrag angeben – insgesamt also 2.000 Euro, wenn die Einkünfte beider Partner aus nicht-selbstständigen Tätigkeiten stammen. Die Pauschale kann nicht den Partner oder Dritte übertragen werden.

Wer eine geringfügige Beschäftigung hat (z.B. Minijob), kann keine Werbungskosten geltend machen und deshalb auch keine Werbungskosten-Pauschale angeben. Personen mit einem zweiten Arbeitsverhältnis erhalten den Arbeitnehmer-Pauschbetrag nur einmal.

Für Versorgungsempfänger, zum Beispiel Rentner, gilt: Sie dürfen einen Werbungskosten-Pauschbetrag von jährlich 102 Euro nutzen. Es ist aber auch möglich, die Werbungskosten einzeln nachzuweisen und so eventuell höhere Werbungskosten in der Steuererklärung geltend zu machen.

Erfahren Sie hier: Geld zurück nach Homeoffice: Was Sie bei der Steuererklärung angeben sollten.

Wo wird der Arbeitnehmer-Pauschbetrag in der Steuererklärung angegeben?

Die Werbungskostenpauschale müssen Sie nicht extra in der Steuererklärung angeben, da sie vom jeweils zuständigen Finanzamt automatisch berücksichtigt wird. Wenn Sie allerdings Werbungskosten haben, die den Pauschbetrag übersteigen, tragen Sie diese in der Anlage N der Steuererklärung ein. (fk) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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