BGH: Auch bei Schimmelpilz noch Miete zahlen

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Schimmelpilze hin oder her: Mieter dürfen die Mieter deshalb nicht ganz einbehalten. Foto: Daniel Reinhardt

Niemand möchte Schimmelpilze in der Wohnung. Mieter können von ihrem Vermieter verlangen, diesen zu entfernen. Reagiert er nicht, dürfen sie die Miete kürzen. Ob sie die Zahlungen ganz einstellen dürfen, klärte der Bundesgerichtshof.

Karlsruhe (dpa) - Wenn die Wohnung mit Schimmelpilz befallen ist, dürfen Mieter ihren Vermieter zwar unter Druck setzen und Miete einbehalten. Das darf jedoch nicht so weit gehen, dass sie über einen unbefristeten Zeitraum hinweg gar nichts mehr zahlen, wie der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden hat.

Im Fall hatte ein Mieter aus Kassel (Hessen) von März 2009 bis Oktober 2012 gar keine oder nur wenig Miete gezahlt: Er minderte die Miete wegen Schimmels in der Wohnung um 20 Prozent und behielt darüber hinaus weitere 80 Prozent ein, um seinen Vermieter unter Druck zu setzen.

Miete dürfe jedoch nicht vollständig und auch nicht endlos zurückgehalten werden, entschied der BGH (Az.: VIII ZR 19/14). Der Mieter kann demnach zwar die Miete mindern und darüber hinaus auch ein sogenanntes Zurückbehaltungsrecht geltend machen. Letzteres ginge aber nur, solange es noch seinen Zweck erfülle und den Vermieter unter Druck setze. Einen zeitlichen Rahmen oder die Höhe einer Mindestzahlung nannte das Gericht nicht.

Bei einem Mangel kann der Mieter die Miete mindern. Darüber hinaus darf er Miete einbehalten. Dieses Geld muss er im Gegensatz zu der Mietminderung aber nach Beseitigung des Mangels an den Vermieter zurück zahlen.

Wer gut lüftet, verhindert eigentlich Schimmel und Feuchtigkeit im Haus. Aber im Sommer ist alles ein wenig anders: An heißen, schwülen Tagen bleiben die Fenster den Tag über zu, erklärt der Verband Privater Bauherren. Nachts oder am frühen Morgen ist das Lüften aber durchaus möglich.

Orientieren kann man sich an den Temperaturen: Ist es draußen wärmer als drinnen, sollte nicht gelüftet werden. Denn die eindringende warme Luft würde Feuchtigkeit mit ins Haus transportieren, die an den Wänden kondensiert. Feuchte Stellen, sogar Schimmel sind die Folge. Wichtig ist diese Regel vor allem für den Keller: Hier herrschen schneller kältere Temperaturen als im Freien.

Regelmäßig lüften lautet allgemein der Rat. Was genau heißt das? Der Verband rät zu mindestens zweimal am Tag jeweils fünf bis zehn Minuten, in Bad und Küche sogar öfters. Am besten reißt man die Fenster und Türen dabei ganz auf und öffnet gegenüberliegende Fenster gleichzeitig. So entsteht Durchzug, der die Luft besser und schneller austauscht, als es bei Kippstellung möglich ist.

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