Winterreifentest: Häufig Mängel auf nasser Fahrbahn

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Für gute Performance bei Nässe sind tiefe längliche Rillen gefragt, auf Schnee sorgen eher Querrillen für Grip. Foto: Tobias Hase

Bei Winterreifen gibt es ein Problem: Überragend bei allen Witterungsbedingungen können sie nicht sein. Gute Reifen bestechen deshalb durch Ausgewogenheit. Das schaffen aber längst nicht alle, wie ein aktueller Test zeigt.

München (dpa/tmn) - Viele Winterreifen zeigen Schwächen bei nasser Fahrbahn. Das legt ein gemeinsamer Test von Stiftung Warentest und ADAC nahe, bei dem 35 Winterreifen für Klein- und Mittelklassewagen nach unterschiedlichen Kriterien geprüft wurden.

Der Grund: Für gute Performance bei Nässe sind tiefe längliche Rillen gefragt, auf Schnee sorgen eher Querrillen für Grip. Tiefe Längsrillen können zudem das stabile Kurvenverhalten auf trockener Fahrbahn beeinträchtigen.

Die Hersteller geraten bei Produktentwicklung an dieser Stelle in einen Zielkonflikt, erklärt der ADAC. Bestmögliche Performance bei Nässe steht demnach im Widerspruch zu nahezu allen übrigen Merkmalen eines leistungsstarken Winterreifens. Auf eine ausgewogene Mischung beider Anforderungen kommt es demnach an. Das bekommen jedoch nicht alle Hersteller zufriedenstellend hin.

Immerhin fünf Reifen erfüllten laut ADAC bei Trockenheit, Nässe, Eis und Schnee "anspruchsvolle Mindestanforderungen" und wurden mit "gut" bewertet. Vier der getesteten Pneus erhielten die Note "mangelhaft". Sie hatten bei Nässe sehr große Schwächen gezeigt.

Unter den 16 geprüften Winterreifen für Kleinwagen in der Dimension 165/70 R14 T überzeugten drei mit "gut": Goodyear UltraGrip 9, Michelin Alpin A4 und Dunlop Winter Response 2. Die drei Testsieger kosten zwischen 168 und 332 Euro für einen Vierer-Satz. Die übrigen Noten in der Kategorie: Neunmal "befriedigend", einmal "ausreichend" und dreimal "mangelhaft".

Für Wagen der unteren Mittelklasse wurden 19 Reifen in der Dimension 205/55 R16 H getestet. Nur zwei bekamen dabei die Note "gut". Das waren der Continental WinterCont. TS 850 und der Yokohama W.drive V905, die preislich zwischen 256 und 520 Euro für vier Stück liegen. Gleich 16 Reifen dieser Kategorie erhielten die Note "befriedigend", einer war "mangelhaft".

Wer seine Fahrgewohnheiten gut kennt, kann laut ADAC im Mittelfeld durchaus Schnäppchen machen. Unter den mit "befriedigend" benoteten Reifen seien demnach zweckmäßige Produkte zu finden, die oft deutlich günstiger als die "guten" sind. Reifen mit leichten Schwächen auf Schnee und Eis können für Autofahrer passen, die in schneearmen Regionen wohnen oder winterliche Straßen generell meiden, nennt der Autoclub ein Beispiel.

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