Fahrbericht

Wie weit ist der Mercedes Vision AVTR seiner Zeit voraus?

Optisch scheint er aus einer fernen Zukunft zu stammen. Doch mit seinen Fahrleistungen passt der Mercedes Vision AVTR eher in die Gegenwart. Die theoretische Spitzengeschwindigkeit liegt bei 200 km/h. Foto: Daimler AG/dpa-mag
1 von 9
Optisch scheint er aus einer fernen Zukunft zu stammen. Doch mit seinen Fahrleistungen passt der Mercedes Vision AVTR eher in die Gegenwart. Die theoretische Spitzengeschwindigkeit liegt bei 200 km/h. Foto: Daimler AG/dpa-mag
Bei Nacht verwandelt sich der Mercedes Vision AVTR in ein leuchtendes Spacecar. Foto: Daimler AG/dpa-mag
2 von 9
Bei Nacht verwandelt sich der Mercedes Vision AVTR in ein leuchtendes Spacecar. Foto: Daimler AG/dpa-mag
Das Auto der Zukunft? In hundert Jahren könnte das futuristische Design des AVTR zur Normalität gehören. Foto: Daimler AG/dpa-mag
3 von 9
Das Auto der Zukunft? In hundert Jahren könnte das futuristische Design des AVTR zur Normalität gehören. Foto: Daimler AG/dpa-mag
Ungewöhnliche Bedienung: die Menüfunktionen des Bordcomputers werden auf die Handfläche projiziert. Das Schließen der Hand genügt, um sie zu aktivieren. Foto: Daimler AG/dpa-mag
4 von 9
Ungewöhnliche Bedienung: die Menüfunktionen des Bordcomputers werden auf die Handfläche projiziert. Das Schließen der Hand genügt, um sie zu aktivieren. Foto: Daimler AG/dpa-mag
In dem Mercedes Vision AVTR wirkt die Umgebung etwas surreal. Foto: Daimler AG/dpa-mag
5 von 9
In dem Mercedes Vision AVTR wirkt die Umgebung etwas surreal. Foto: Daimler AG/dpa-mag
Im Dunkeln wird der Mercedes Vision AVTR zu einem beeindruckenden Lichtspektakel. Foto: Daimler AG/dpa-mag
6 von 9
Im Dunkeln wird der Mercedes Vision AVTR zu einem beeindruckenden Lichtspektakel. Foto: Daimler AG/dpa-mag
Der Mercedes Vision AVTR hat mit heutigen Automodellen wenig gemeinsam: In dem "Avatar"-Mobil fühlen sich Fahrer eher wie in einem Raumgleiter. Foto: Daimler AG/dpa-mag
7 von 9
Der Mercedes Vision AVTR hat mit heutigen Automodellen wenig gemeinsam: In dem "Avatar"-Mobil fühlen sich Fahrer eher wie in einem Raumgleiter. Foto: Daimler AG/dpa-mag
Wer den Mercedes Vision AVTR selbst steuern möchte, legt seine Hand einfach auf die ausgefallene Steuervorrichtung und navigiert den Wagen in die gewünschte Richtung. Foto: Daimler AG/dpa-mag
8 von 9
Wer den Mercedes Vision AVTR selbst steuern möchte, legt seine Hand einfach auf die ausgefallene Steuervorrichtung und navigiert den Wagen in die gewünschte Richtung. Foto: Daimler AG/dpa-mag

Inspiriert vom Blockbuster "Avatar" hat Mercedes einen grünen Luxusgleiter für die Mitte des nächsten Jahrhunderts gebaut. Die erste Fahrt mit dem Flügeltürer ist deshalb eine Reise in die Zukunft - kunterbunt, flüsterleise und absolut faszinierend.

Berlin (dpa-infocom) - Gegen ihn wirken selbst die jüngsten Design-Studien von Mercedes wie Relikte aus alten Sciencefiction-Filmen in Schwarzweiß. Denn mit dem Vision AVTR schauen die Schwaben nicht wie üblich eine oder zwei Fahrzeuggenerationen in die Zukunft, sondern springen gleich ein ganzes Jahrhundert nach vorn.

Und weil das selbst für Designer mit einer visionären Weitsicht eine ziemlich große Zeitspanne ist, haben sie sich Hilfe aus Hollywood geholt. Zusammen mit Regie-Legende James Cameron ist so ein Auto im Geist des Blockbusters Avatar entstanden, das vor allem ein optimistisches Bild der Zukunft zeichnen soll. Denn so, wie die Navi auf dem Planeten Pandora in Harmonie mit der Natur leben, so nimmt auch die Luxuslimousine von über-über-morgen nicht nur Rücksicht auf die Umwelt, sondern ahmt sie regelrecht nach.

Flügeltürer mit veganer Luxus-Lounge

Der gute fünf Meter lange Futurist sieht deshalb auch nicht aus wie ein Raumschiff, sondern wie ein Lebewesen: Tausende LED bringen die ballonartigen Reifen zum Leuchten und zitieren die "Wood Sprites" vom "Baum des Lebens" aus dem Film. Auf dem Heck zucken im Fahrtwind über 30 beleuchtete Flaps, die wie der Panzer einer Echse aussehen. Und wenn die rahmenlosen Glastüren wie von Geisterhand nach oben schwingen, denkt man unweigerlich an die Flügel von Insekten.

Sie geben den Weg frei in eine ebenso luftige wie luxuriöse Lounge, in der außer dem Mercedes Stern auf der Mittelkonsole nicht mehr viel an ein Auto erinnert. Man lümmelt in einer Liege, die mit veganem Leder-Imitat bezogen ist. Der Boden ist mit Rattan ausgelegt, das im Einklang mit der Natur im Regenwälder geerntet wird. Die Konsolen sind aus Plastikmüll, der aus dem Ozean gefischt wurde. Und sobald der Wagen mit einer spektakulären Lichtshow erwacht, schimmert alles im selben Blau, das auf Pandora die Farbwelt dominiert.

Navigieren und Fahren per Handbewegung

So ungewöhnlich wie das Materialkonzept ist auch die Bedienung: Es gibt keine Instrumente mehr und keine Schalter, sondern alles was wichtig ist, wird auf die riesige weiße Konsole vor den Passagieren projiziert. Während der Autopilot fährt, wird sie zur Kinoleinwand. Und wenn der Fahrer eingreifen will, laufen die Menüs dafür virtuell über die ausgestreckte Handfläche. Einzelne Inhalte aktiviert man dann ganz einfach, indem man die Hand schließt. Das klingt abgefahren, macht aber selbst komplexe Kommandos kinderleicht.

Das einzige reale Bedienelement ist das so genannte Merge Device, über das Mensch und Maschine eins werden - zumindest in der Philosophie der Designer. In der Praxis ist dieser mit Silikon verkleidete Knubbel mit der Form einer Qualle ein verkleideter Joystick, mit dem man dem Autopiloten die Arbeit abnehmen kann und den Wagen wie im Computerspiel steuert: Einfach Hand auflegen und Richtung vorgeben, und schon kommt die Zukunft in Fahrt.

Elektrisch ins nächste Jahrhundert

Treibende Kraft dabei sind vier Motoren, die nahe an den riesigen, von innen beleuchteten Balkon-Rädern montiert sind und natürlich elektrisch angetrieben werden. Zusammen über 350 kW/476 PS stark, werden sie aus einer Batterie gespeist, die wie das gesamte Auto von viel Weitblick zeugt. Denn in der Vision der Entwickler ist sie komplett organisch aufgebaut, kommt ohne seltene Erden und Metalle aus und kann nach ihrem Einsatz ganz einfach kompostiert werden. Die theoretischen Fahrleistungen sind einem Luxusl-Coupé angemessen: 200 km/h sollten locker drin sein und mit einer avisieren Kapazität von 110 kWh schafft der Vision AVTR 700 Kilometer.

Weil die Studie aber von Hand gebaut wurde und bisher nicht für die Straße vorgesehen ist, fällt die maximale Geschwindigkeit in der Praxis wesentlich geringer aus als in der Theorie. Trotzdem bleibt ein besonderes Fahrgefühl nicht aus. Denn der Viersitzer beherrscht nicht nur die konventionelle Kurvenfahrt wie jedes aktuelle Auto, sondern auch einen neuartigen Krebsgang: Weil alle vier Räder um etwa 30 Grad in die gleiche Richtung eingeschlagen und einzeln angetrieben werden können, fährt der Avatar auch schräg - ein Erlebnis, das die meisten Autofahrer bisher nicht kennen.

Fazit: Ausblick in eine ferne Zukunft

Dafür bleibt ihnen jedoch auch noch ein bisschen Zeit. Genau wie den Ingenieuren. Denn der Film Avatar spielt in der Mitte des nächsten Jahrhunderts. Doch so fern die Vision von der lebenden Luxuslimousine mit einer organischen Batterie und einer Lenkung per Handauflegen auch sein mag und so abgefahren der Flügeltürer auch aussehen mag - in mehr als 100 Jahren könnte das ganz normal sein.

© dpa-infocom, dpa:200710-99-747494/7

Das könnte Sie auch interessieren

Diese Dinge entsorgt fast jeder falsch - gehören Sie auch dazu?

Mülltrennung ist nicht jedermanns Sache - da glaubt man, alles richtig zu machen und plötzlich ist doch alles falsch. Wir zeigen Ihnen, welche Fehler …
Diese Dinge entsorgt fast jeder falsch - gehören Sie auch dazu?

Mit kurzer Hose ins Büro? Zehn Outfit-Fails im Sommer

Flip-Flops, Shorts und T-Shirt - ist das im Büro angemessen? Unsere Fotostrecke zeigt die zehn größten No-Gos beim Business-Outfit.
Mit kurzer Hose ins Büro? Zehn Outfit-Fails im Sommer

Diese Dinge sollten Sie schleunigst aus Ihrem Wohnzimmer entfernen

Entweder sind wir zu faul oder hängen zu sehr an unseren alten Sachen - doch in der Fotostrecke sehen Sie, welche Dinge Sie im Wohnzimmer …
Diese Dinge sollten Sie schleunigst aus Ihrem Wohnzimmer entfernen

Mit dieser Körpersprache geht das Bewerbungsgespräch schief

Ein positiver oder negativer erster Eindruck wird nicht zuletzt über Körperhaltung sowie Gestik und Mimik vermittelt. All das macht auch im …
Mit dieser Körpersprache geht das Bewerbungsgespräch schief

Meistgelesene Artikel

Dachzelte: Camping auf dem Autodach – wie damals beim Trabi

Dachzelte: Camping auf dem Autodach – wie damals beim Trabi

Durch die Waschanlage oder das Auto selbst waschen? – Das gilt es zu beachten

Durch die Waschanlage oder das Auto selbst waschen? – Das gilt es zu beachten

Fahrbericht VW Golf 8 GTI: Natürlich darf dieses Ausstattungsmerkmal nicht fehlen

Fahrbericht VW Golf 8 GTI: Natürlich darf dieses Ausstattungsmerkmal nicht fehlen

Audi Q5 Sportback: Erlkönig in China fast ungetarnt erwischt

Audi Q5 Sportback: Erlkönig in China fast ungetarnt erwischt

Kommentare