Diesel Plug-in-Hybrid

Volvo V60: Elektrisch, bis der Diesel kippt

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Volvo V60 Plug-in-Hybrid braucht eigentlich keinen Tank, denn er fährt (fast) nur grün.

Wussten Sie, dass Ihr Diesel im Tank schlecht werden kann? Ja, kann er. Kein Witz! Der Volvo V60 Plug-in-Hybrid braucht eigentlich keinen Tank, denn er fährt (fast) nur grün.

So gut ein bis anderthalb Jahre dauert’s zwar, bis der Saft durch Oxidation kippt und für den Motor zum Gift wird. Klar, kommt selten vor – wer lässt seinen Wagen schon so lange rumstehen? Doch Volvo will, dass der Diesel in Ihrem fahrenden Wagen ranzig wird. Wie? Die schwedischen Autobauer bringen Ende des Jahres den weltweit ersten V60 Plug-in-Hybrid-Diesel auf den Markt: Dessen reine Elek­trokraft reicht so lange und arbeitet derart zuverlässig, dass es im Dieseltank einen Sensor braucht, der Sie warnt, wenn der Sprit schlecht wird.

Entspannt durchstarten: Der grüne Schwede erzeugt beim Fahrer ein bequemes Limousinengefühl.

Im schönen Sylt stellte Volvo Ende vergangener Woche das neue Spritsparmodell seiner Flotte vor. Wir nahmen den Elektro-Dieselflitzer genau unter die Lupe. Was sofort auffällt, ist die Kraft des Wagens. Per Knopfdruck lässt sich im Auto die gewünschte Antriebsart wählen: So geht’s rein elektrisch vorwärts, aber auch in einem Misch- und einen Power-Modus. Dann kann der Fahrer gleichzeitig die vom Fünfzylinder-Turbodiesel erzeugte Höchstleistung von 215 PS und die 70 PS des E-Motors zusammenschalten und den Wagen in gut sechs Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen. Wow! Beide Achsen werden da angetrieben. Das geht ab. Und dennoch Limousinen-Fahrgefühl – weich, mit perfekter Straßenlage. Respekt!

Aufladen und abrauschen: Keine acht Stunden an der Steckdose, und die Batterie (im hinteren Teil) ist wieder voll. Der Fahrer kann zwischen elektrischer, gemischter (hybrid) und Dieselpower per Knopfdruck wählen (o.)

Was den neuen Wagen aber besonders macht, ist sein elektrischer Modus: Der 11,2 Kilowattstunden speichernde Lithiumionenakku des Volvo V60 Plug-in-Hybrid kann über eine Steckdose geladen werden, was 50 Kilometer rein elektrischen Fahrbetrieb ermöglicht. Im Test funktionierte dies einwandfrei. Was heißt: Jeder der täglich „nur“ seine 30 oder 40 Kilometer in die Arbeit pendelt sowie mit dem Auto nur ab und an zum Einkaufen oder an den See fährt, kann ausschließlich elektrisch unterwegs sein. Und das über Monate. Daher bauten die Schweden besagten Dieselsensor ein, um zu verhindern, dass der Motor dann irgendwann schlechten Sprit serviert bekommt. Bevor das passiert, schaltet der Sensor den Elektromotor aus und den Diesel an, damit der Sprit vorher verbraucht wird. Wie viel das Auto also schluckt? Als Normverbrauch gibt Volvo 1,9 Liter pro 100 Kilometer an – im Mischmodus. Theoretisch läuft es aber auch ganz ohne Sprit.

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Den Lithiumionenakku zu befüllen, dauert übrigens an einem 10-Ampere-Anschluss rund 4,5 Stunden. Bei einer Stromstärke von sechs Ampere ist der E-Motor nach 7,5 Stunden wieder voll einsatzfähig; Also über Nacht völlig unproblematisch.

Fazit: ein schönes, umweltfreundliches Kraftpaket, das Volvo da noch am Ende des Jahres servieren will. Aber teuer! 56.900 Euro soll das Prachtstück kosten. Da hilft dann nur ganz viel sparsam elektrisch fahren – so lange, bis der Sensor anspringt …

Armin Geier

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