Piaggio

Vespa Primavera - ein Schätzchen

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Zur Sache, Schätzchen: Autor Volker Pfau testet die zierlichen Schönheit.

Die Rollerwelt hat ihre eigenen Gesetze. Während die Motorradindustrie bei manchen Modellen hektisch alle zwei Jahre eine Überarbeitung präsentiert, um den anspruchsvollen Kunden stets das Neueste...

...zu bieten haben die Scooteristen die Ruhe weg, insbesondere die aus Pontedera, wo bekanntlich Piaggio seinen Firmensitz hat. Heuer kam endlich mal wieder eine neue Vespa, die Primavera 125, deren Vorgängerin stolze neun Jahre lang gut genug war.

Der Nachfolger der LX kommt äußerlich nur dezent verändert daher. Kein Wunder, denn dieses Modell ist für Piaggio etwa so wichtig wie der Golf für VW – und so ein Modell ändert man nicht radikal. Vor uns steht also eine zierlich wirkende Schönheit mit klassischen Rundungen, bei der jeder sofort auf eine Vespa tippt – die sanfte Design-Evolution ist gelungen.

Angetrieben wird die Primavera von einem Einzylinder mit 124 ccm Hubraum und bescheidenen elf PS (8 kW) Leistung. Auch wenn das Schätzchen nur 125 Kilogramm auf die Waage bringt, klingt das nicht nach atemberaubender Beschleunigung. Und so ist es auch: Die Vespa zieht unten raus ganz ordentlich, aber keinesfalls spektakulär, und verhungert jenseits der 60 km/h. Da auch nur 91 km/h als maximales Tempo angegeben sind, ist das Einsatzgebiet klar: Stadt und angrenzender Landkreis.

In diesem Umfeld macht sie sich sehr gut. Fährt erfreulich stabil auf ihren Elf-Zoll-Reifen und kurvt souverän und sauber um jede Ecke. Da kippelt nix. Weil sie so zierlich ist, wird die Vespa aber auch gerne von anderen Verkehrsteilnehmern unterschätzt. Zum Glück verzögern die Bremsen bestens, notfalls unterstützt vom serienmäßigen ABS. Überdies tragen die großen und vibrationsfreien Rückspiegel zum Sicherheitsgefühl bei.

Der Rest ist schnell erzählt: Das Cockpit ist schlicht, klar und übersichtlich, das Fach unter der Sitzbank fasst einen Helm, ansonsten gibt es noch ein Handschuhfach in der Frontverkleidung, dank des geringen Gewichts ist die Primavera einfach zu rangieren und leicht aufzubocken – so leicht, dass Piaggio sich den Seitenständer sparen konnte. Fantastisch niedrig ist der Verbrauch von knapp drei Litern auf 100 Kilometern. Einen kleinen Schock bekommt man dann beim Blick aufs Preisschild, das 4.050 Euro für die Vespa Primavera 125 ABS aufruft. Ein Schätzchen, das kostet.

Volker Pfau

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