Vermehrt schwere Unfälle auf Autobahnen

Tipps: Wie wird eine Rettungsgasse gebildet?

Das Stauende zu spät gesehen, der Bremsweg zu lang- es kracht, Autoblech verformt sich knirschend und im schlimmsten Fall sind nun Menschenleben in Gefahr. Jede Sekunde zählt, damit Rettungskräfte das Schlimmste verhindern können.

Damit Polizei, Notarzt und Feuerwehr den Unfallort so schnell, wie möglich erreichen können, müssen Verkehrsteilnehmer eine Rettungsgasse bilden. Paragraph 38 der Straßenverkehrsordnung schreibt vor, dass für Einsatzfahrzeuge mit eingeschaltetem Blaulicht und Signalhorn sofort die Straße freizumachen ist. Dies gilt auch, sobald sich stockender Verkehr oder Stau auf Autobahnen und Außerortsstraßen ankündigt. Rücksichtsloses Verhalten und die Unwissenheit der Autofahrer, wie man eine korrekte Rettungsgasse für Einsatzfahrzeuge bildet, bedeutet Stress und Zeitverlust für die Rettungskräfte. Wichtig ist vor allem, dass die Gasse nicht erst gebildet wird, wenn sich Rettungsfahrzeuge nähern, denn dann dauert es zu lang, bis der Weg frei ist.

So wird eine Rettungsgasse gebildet:

- Bei der Annäherung an einen Stau Fuß vom Gas nehmen und langsam an das Stauende ranfahren

- Warnblinkanlage einschalten und das Auto mit 10 bis 15 Meter Abstand zum Vordermann seitlich der Rettungsgasse anhalten

- Auf Straßen mit zwei Spuren muss bei stehendem oder stockendem Verkehr muss sie in der Mitte zwischen den beiden Spuren gebildet werden. Die Autos auf dem linken Fahrstreifen fahren an den linken Fahrbahnrand, die auf der rechten Spur an den rechten.

- Bei dreispurigen Autobahnen ist die Rettungsgasse zwischen dem ganz linken und dem rechts danebenliegenden Fahrstreifen freizulassen.

- Für Autobahnen mit vier Spuren  ist die Gasse in der Mitte  zwischen allen Fahrstreifen zu bilden.

- Auf Standstreifen wird grundsätzlich keine Rettungsgasse gebildet! Oft sind sie nicht durchgehend ausgebaut oder von liegen gebliebenen Fahrzeugen blockiert.

Die Nachrichtenagentur NonstopNews hat ein Video zur Veranschaulichung erstellt:

Wichtig: Der Rettungsweg muss frei bleiben, selbst wenn das Rettungsfahrzeug bereits vorbeigefahren ist. Bei größeren Unfällen können weitere Fahrzeuge folgen. Das Hinterherfahren von Einsatzfahrzeugen sowie Überholmanöver auf der Standspur sind verboten! Autos, die an der nächsten Autobahnausfahrt abfahren wollen, dürfen schon ab der 300 Meter Bake mit den drei weißen Streifen auf blauem Grund die Standspur nutzen. Dabei wird rechts geblinkt. Autofahrer, die von links auf die Abfahrtspur fahren, müssen einscheren können. Bei Blockade von Rettungswagen droht ein Bußgeld.

Autofahrer sollten sich bewusst machen, dass bei einem Einsatz auch um ihr eigenes Leben gehen kann und das das oberste Gebot im Straßenverkehr beachten: Vorsichtig und rücksichtsvoll sein!

Rubriklistenbild: © dpa

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