Studie: Tagfahrlicht bringt wenig Sicherheit 

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Licht an im Straßenverkehr: Ab dem 7. Februar 2011 dürfen europaweit neue Fahrzeugmodelle nur noch dann zugelassen werden, wenn sie mit einem sogenannten Tagfahrlicht ausgerüstet sind.

Licht an! - So lautet das Motto ab nächsten Montag. Europaweit dürfen dann nur noch neue Automodelle zugelassen werden, die mit dem sogenannten Tagfahrlicht ausgerüstet sind. Ist das sicherer? 

In einem zweieinhalbjährigen Projekt haben Forscher untersucht welche Auswirkungen das Fahren mit Licht am Tage auf die Sicherheit im Straßenverkehr hat. Im Fokus standen vor allem schwächere Verkehrsteilnehmer, wie Fußgänger und Radfahrer sowie Motorradfahrer.

Lange war vermutet worden, dass diese in dem "Mehr" an Licht untergehen und dadurch auch häufiger in riskante Situationen oder Unfälle verwickelt werden würden. In Österreich wurde deswegen das Fahren mit Tagfahrlicht am 1. Januar 2008 wieder abgeschafft.

Aus diesem Grund hat die Unfallforschung der Versicherer (UDV) in Berlin gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin und dem Forschungsinstitut Human-Factors-Consult das Autofahren mit Tagfahrlicht untersucht.

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Nach umfangreichen Versuchsreihen im Lichtkanal, im Fahrsimulator und im realen Straßenverkehr kann die UDV rechtzeitig zur Einführung des Tagfahrlichts in Europa jetzt Entwarnung geben: Weder wird der Blick von Autolenkern durch Tagfahrlicht "gebunden", noch wird ein schwacher Verkehrsteilnehmer später oder gar nicht gesehen.

Negative sicherheitsrelevante Einflüsse auf schwächere Verkehrsteilnehmer waren in verschiedenen Szenarien nicht zu messen. Auch Motorradfahrer, die bislang tagsüber schon mit Licht unterwegs sind, werden durch beleuchtete Autos nicht so "maskiert", dass sie beispielsweise dem Gegenverkehr nicht mehr auffallen.

Bei trübem Wetter oder Regen erfolgt zwar eine etwas längere Blickzuwendung auf das beleuchtete Auto, die jedoch nicht zu Lasten anderer Verkehrsteilnehmer geht.

Die wichtigsten Fakten

  • Die meisten der bisherigen Studien zum Thema Tagfahrlicht liefern keine verlässlichen Daten. Das gilt sowohl für die Pro- als auch für die Contra-Studien.
  • Tagfahrlicht gefährdet Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer nicht.
  • Vor allem bei Regen, trübem Wetter und hohen Hell-Dunkel-Kontrasten (Alleen) empfiehlt es sich, tagsüber mit Licht zu fahren.
  • Es konnten keine nennenswerten positiven Effekte auf die Verkehrssicherheit durch das Tagfahrlicht festgestellt werden.
  • Tagfahrlicht sollte künftig aus ökologischen Gründen energiesparend beispielsweise mit LED-Leuchten ausgeführt werden.
  • Wer Tagfahrlicht nachrüstet, sollte auf die richtige Schaltung (Aus beim Einschalten des Abblendlichtes) sowie auf den gesetzlich vorgeschriebenen Einbauort an der Fahrzeugfront achten.
  • Ab dem 7. Februar 2011 müssen alle neuen Pkw- und Kleintransporter-Modelle mit Tagfahrlicht ausgerüstet sein, ab dem 7. August 2012 auch alle Busse und Lkw.
  • Quelle: GDV

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