So schmücken sich die Showcars aus Paris

Citroëns Showcar Divine DS hat Türen wie Scheunentore, hinter denen es Weißgold, Granit und Glaskristalle zu entdecken gibt. Foto: Thomas Geiger
1 von 6
Citroëns Showcar Divine DS hat Türen wie Scheunentore, hinter denen es Weißgold, Granit und Glaskristalle zu entdecken gibt. Foto: Thomas Geiger
Weißgold und Glaskristalle - diese ungewöhnliche Mixtur funkelt in der Citroën-Studie Divine DS. Foto: Citroën
2 von 6
Weißgold und Glaskristalle - diese ungewöhnliche Mixtur funkelt in der Citroën-Studie Divine DS. Foto: Citroën
Peugeot nutzt die Studie Exalt zu Demonstrationszwecken für ein neues Recycling-Material aus Altpapier, das wie Holz aussieht und die Mittelkonsole schmückt. Foto: Thomas Geiger
3 von 6
Peugeot nutzt die Studie Exalt zu Demonstrationszwecken für ein neues Recycling-Material aus Altpapier, das wie Holz aussieht und die Mittelkonsole schmückt. Foto: Thomas Geiger
Erinnert an Holz, ist aber Altpapier: Newspaperwood nennt Peugeot das Material. Foto: Peugeot
4 von 6
Erinnert an Holz, ist aber Altpapier: Newspaperwood nennt Peugeot das Material. Foto: Peugeot
Schmuckschatulle auf Rädern: Der Bugatti Veyron "Ettore Bugatti" ist mit Platin veredelt, das sich nicht nur im Innenraum, sondern auch am Kühlergrill findet. Foto: Thomas Geiger
5 von 6
Schmuckschatulle auf Rädern: Der Bugatti Veyron "Ettore Bugatti" ist mit Platin veredelt, das sich nicht nur im Innenraum, sondern auch am Kühlergrill findet. Foto: Thomas Geiger
Das auf drei Stück limitierte Bugatti-Sondermodell Veyron "Ettore Bugatti" ist nur mit den edelsten Materialien ausgestattet - der Supersportwagen kostet rund 2,8 Millionen Euro. Foto: Bugatti
6 von 6
Das auf drei Stück limitierte Bugatti-Sondermodell Veyron "Ettore Bugatti" ist nur mit den edelsten Materialien ausgestattet - der Supersportwagen kostet rund 2,8 Millionen Euro. Foto: Bugatti

Paris (dpa/tmn) - Lack und Leder waren gestern. Zumindest bei ihren Designstudien experimentieren die Autohersteller auf dem Pariser Salon mit ganz neuen Materialien für den Innenraum. Die meisten sind ausgesprochen edel - aber manche kommen sogar vom Müll.

Man möchte fast zur Sonnenbrille greifen, wenn man auf dem Pariser Automobilsalon (Publikumstage: 4. bis 19. Oktober) zum ersten Mal in den Innenraum des Citroën Divine DS schaut. Dabei ist es auf dem Messestand eigentlich relativ dunkel. Doch hinter den wie Scheunentore öffnenden Türen der Designstudie glitzert und funkelt es wie in einem Schmuckkästchen.

In dem Showcar sind rund um den Mitteltunnel pfundweise Weißgold und ein bisschen Granit verarbeitet, erklärt Designchef Thierry Metroz. Und in die Bezugstoffe - beispielsweise in den Türen - sind unzählige Glaskristalle von Swarovski eingewoben. "Damit wollten wir Luxus, Eleganz und Handwerkskunst einfangen und unserem Auto eine ganz spezielle Note geben", begründet Metroz den auffälligen Zierrat. Natürlich wird es so schnell kein Gold in einem Citroën geben und wahrscheinlich auch keinen Naturstein, räumt er ein. Aber zumindest die Kristalle hält er durchaus für serientauglich und berichtet von den ernsthaften Ambitionen der österreichischen Firma Swarovski: "Die drängen mit aller Macht ins Autogeschäft."

Weißgold statt Wurzelholz und Kristall statt Karbon - damit steht der Entwurf für ein kommendes Kompaktklassemodell von Citroën an der Spitze einer Entwicklung, die mittlerweile immer mehr Autobauer und deren Designer vorantreiben: die Suche nach neuen Materialien. Während Ingenieure und Konstrukteure um jedes Gramm ringen und zum Leichtbau vor allem auf Kohlefaser, Aluminium oder Magnesium setzen, lassen sich die Kreativen vom schönen Glanz inspirieren und experimentieren mit immer edleren Materialien.

Wie weit das führen kann, sieht man beim letzten Bugatti Veyron aus der Legenden-Serie. Der Roadster, der dem Firmengründer Ettore Bugatti gewidmet ist, hat eine aus dem Vollen gefräste Motorhaube aus Aluminium und zum ersten Mal Sitzbezüge aus einem besonders aufwendig verarbeiteten Pferdeleder, erläutert Firmenchef Wolfgang Dürrheimer. "Und alle Zier- und Anbauteile - vom Hufeisengrill bis zur Silhouette des tanzenden Elefanten im Innenraum - sind mit Platin überzogen."

Anders als das Weißgold bei Citroën gibt es diesen vermutlich edelsten Rostschutz aller Zeiten auch in Serie. Dabei tut sich Bugatti ein wenig leichter als Citroën. Schließlich kostet das auf drei Exemplare limitierte Sondermodell mindestens 2,8 Millionen Euro.

Während Citroën und Bugatti ihren Zierrat aus der Schatzkammer holen, bedient sich Peugeot bei dem für Paris umgestalteten Innenraum der Peking-Studie Exalt quasi aus dem Müll. Denn die Mittelkonsole des eleganten Coupés ist nicht aus Walnuss oder Ahorn, sondern aus Altpapier gefertigt: Newspaperwood heißt das neue Material, erklärt Peugeot-Sprecher Ulrich Bethscheider-Kieser und schwärmt von den Materialeigenschaften. Es handele sich nicht nur um ein umweltfreundliches Recycling-Produkt, sondern sehe echtem Holz zum Verwechseln ähnlich. "Aufgrund der speziellen Verarbeitung sieht man beim Aufschneiden sogar so etwas wie Jahresringe", sagt er.

So interessant das Zeitungsholz für die Umweltbilanz und das Ambiente kommender Autos sein mag, so offen ist wie bei vielen anderen neuen Materialien im Autobau seine Zukunft, räumt Bethscheider-Kieser ein: "Ob und wann solche Konsolen in Serie gehen können, ist noch nicht abzusehen."

Webseite zum Pariser Autosalon (engl./franz.)

Das könnte Sie auch interessieren

„Wenn du denkst es geht nichts mehr, Zaubert Siebert einen Elfer her“ - Die Netzreaktionen #SVWFCB

Das DFB-Pokalspiel Werder Bremen gegen Bayern München wurde natürlich heiß im Internet Diskutiert. Vor allen Dingen eine Entscheidung: Den Elfmeter …
„Wenn du denkst es geht nichts mehr, Zaubert Siebert einen Elfer her“ - Die Netzreaktionen #SVWFCB

Mittelstandsforum in Scheeßel

Noch nie zuvor war die Schlange derer, die am Mittwochabend zum Mittelstandsforum ins Autohaus Holst strömten, so lang; Rainer Bassen von der …
Mittelstandsforum in Scheeßel

Promi-Umfrage: Werder kommt ins Finale, weil...

Bremen – Werder kommt ins Finale, weil...? Die DeichStube hat bei Prominenten und ehemaligen Spielern Gründe gesammelt, wieso die Bremer am Mittwoch …
Promi-Umfrage: Werder kommt ins Finale, weil...

Galerie der Schande: Polizei stellt Unfallgaffer bloß

Sie sind ein leidiges Thema und behindern immer wieder Rettungskräfte bei ihren Einsätzen: Gaffer. Die Polizei Dortmund hat nun genug und …
Galerie der Schande: Polizei stellt Unfallgaffer bloß

Meistgelesene Artikel

Porsche will "Familien-Kombi" in die Schranken weisen - dann erlebt er sein blaues Wunder

Porsche will "Familien-Kombi" in die Schranken weisen - dann erlebt er sein blaues Wunder

Diese Bedeutung hat das Y-Kennzeichen auf Bundeswehr-Fahrzeugen tatsächlich

Diese Bedeutung hat das Y-Kennzeichen auf Bundeswehr-Fahrzeugen tatsächlich

Völlig verrückt: Mann mietet sich einfach Einkaufszentrum für sein Auto

Völlig verrückt: Mann mietet sich einfach Einkaufszentrum für sein Auto

Dieser Supersportwagen ist etwas ganz Besonderes - erkennen Sie warum?

Dieser Supersportwagen ist etwas ganz Besonderes - erkennen Sie warum?

Kommentare