Selbsthilfe

Das sollten Sie auf keinen Fall tun, wenn Ihr Privatparkplatz besetzt wurde

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Wenn Sie jemanden abschleppen lassen wollen, sollten Sie sich gewisse Probleme im Klaren sein.

Wer teuer Stellplätze mietet, ärgert sich, wenn dieser von einer fremden Person besetzt wird. Welche Mittel sind erlaubt, den Parkplatzrowdy zu vertreiben?

  • Parkplätze sind rar, nicht umsonst freuen sich Mieter über Stellplätze, die vor ihrer Wohnung zur Verfügung gestellt werden.
  • Für diese zahlen sie monatlich teils hohe Beträge, um ihre Autos darauf abstellen zu dürfen.
  • Da ist es natürlich verständlich, wenn der Ärger groß ist, sobald dieser Privatparkplatz plötzlich vom Besuch des Nachbarn oder einer anderen fremden Person besetzt wird.
  • Wie sollte man sich in dieser Situation verhalten, um seinen Anspruch geltend zu machen?

Privatparkplatz besetzt: Kann ich die Polizei rufen?

Der erste Instinkt wäre, den Falschparker mit der Polizei auf die Pelle zu rücken. Allerdings hat die Polizei keine Befugnis, Verkehrsrowdys auf Privatparkplätzen mit einem Bußgeld zu belegen oder abschleppen zu lassen. Die Polizei ist nur für Parksünder im öffentlichen Verkehrsraum zuständig. Deshalb muss der Besitzer - oder der Mieter - des Parkplatzes persönlich gegen den Falschparker vorgehen.

Einzige Möglichkeit wäre, der Polizei das Nummernschild des Verkehrsrowdys durchzugeben. Diese kann dann die Identität des Fahrers feststellen und ihn am Telefon darum bitten, den Parkplatz freizumachen. Auf diese Weise kann sich auch der Falschparker einigermaßen glimpflich aus der Affäre ziehen.

Darf ich Falschparker von meinem Privatparkplatz abschleppen lassen?

Auch ohne die Polizei zu informieren, dürfen Besitzer eines Privatparkplatzes den Abschleppdienst rufen. Das gilt auch für Besitzer eines Geschäfts oder einer Arztpraxis, die Kundenparkplätze zur Verfügung stellen, die aber von fremden Autofahrern ohne Erlaubnis belegt werden. Wer dies tut, begeht eine "verbotene Eigenmacht" nach §858 Absatz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Deshalb darf der Parkplatzbesitzer den rechtmäßigen Zustand wiederherstellen.

Auch interessant: Mann ärgert sich über Falschparker - und bestraft ihn mit irrer Aktion.

Dabei sollten einige Voraussetzungen erfüllt sein: Es sollte deutlich erkennbar sein, dass es sich bei dem belegten Stellplatz um einen Privatparkplatz handelt. Dies können Sie durch ein entsprechendes Schild sicherstellen. Zudem sollten Sie mit Fotos dokumentieren, dass das Abschleppen tatsächlich nötig war und versuchen, den Falschparker zu kontaktieren - dazu kann es schon reichen, ein paar Minuten auf ihn zu warten. Obwohl die Polizei nicht informiert werden muss, können Sie dies trotzdem tun, damit der Falschparker später sein Fahrzeug wieder findet.

Noch wichtiger ist aber, dass die Abschleppkosten bei Privatgeländen oder gemieteten Stellplätzen grundsätzlich von dem bezahlt werden müssen, der den Abschleppdienst gerufen hat. Zwar können Sie sich die Kosten vom Falschparker erstatten lassen, doch oft muss dieser Anspruch erst vor Gericht durchgesetzt werden und Sie müssen Beweise vorlegen können.

Ebenfalls spannend: 119 Strafzettel in einem Jahr: Zahlen muss der Fahrer aber bislang nicht.

Falschparker: Unterlassungsansprüche geltend machen

Um den Falschparker in Zukunft davon abzuhalten, Ihren Parkplatz zu nutzen, können Sie sich die Hilfe eines Anwalts holen, der den Fahrer des widerrechtlich geparkten Fahrzeugs schriftlich dazu auffordert, dies zu unterlassen und eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen. Diese Forderung kostet den Falschparker zwischen 250 und 300 Euro, wie das Online-Portal Anwalt.de erklärt. Wenn er danach trotzdem noch einmal auf Ihrem Parkplatz parkt, muss er eine Vertragsstrafe von mehreren tausend Euro zahlen.

Das dürfen Sie mit einem Falschparker keinesfalls tun

Wer nach Hause kommt und ein fremdes Fahrzeug auf dem eigenen Parkplatz stehen sieht, kommt schnell auf die Idee, sich an dem Falschparker zu rächen, indem er dessen Wagen zuparkt und ihn somit am wegfahren hindert. Damit schneiden Sie sich allerdings ins eigene Fleisch: Hierbei handelt es sich um eine strafbare Nötigung, für die Sie der Falschparker anzeigen kann. Ebenso dürfen Sie ihn daran hindern, den Parkplatz zu verlassen, weil der Abschleppdienst unterwegs ist - dies ist auch eine Nötigung.

Video: Gibt es bald Punkte für Falschparker?

Lesen Sie auch: Persönliche Botschaft statt Strafzettel: Falschparker muss Bußgeld nicht zahlen.

So viel kosten Sie die zehn größten Verkehrssünden

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