Zur Sache, Kätzchen - Triumph Tiger 800 XC

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Wehe, wenn sie losgelassen: Der Griff ans Gas verwandelt das sanft schnurrende Kätzchen in ein brüllendes Raubtier, das seinem Namen gerecht wird.

Dass es für die Mitte auch Käufer gibt, hat sich inzwischen in der Zweiradindustrie herumgesprochen. Nicht jeder kann oder will sich ständig ein größeres, stärkeres und teureres Motorrad anschaffen...

Tiger-Dompteur: Redakteur Volker Pfau

...zumal es in der kleineren Hubraumklassen durchaus eine Menge Moped gibt. Die neue Tiger 800 macht da keine Ausnahme: Gegenüber der Tiger 1050 mit 116 PS (85 kW) steht die kleinere Reiseenduro mit ihren 95 PS (70 kW) durchaus attraktiv da. Wir fuhren die 800 XC, deren Zusatz lautmalerisch für Cross Country steht, die etwas kernigere Version des Basismodells. Die Sitzposition ist endurogemäß aufrecht, dank breitem Lenker hat man alles bestens im Griff. Das Cockpit besteht aus einem klar gegliederten Hauptinstrument, das alle notwendigen Informationen übersichtlich liefert. Auf effektheischendes Schnickschnack- Schalter-Knopf- Gewirr haben die Erbauer zum Glück verzichtet. Der Dreizylindermotor läuft nach dem Druck auf den Startknopf seidig und angenehm leise, schnurrt wie ein Kätzchen. Aber wehe, wenn der Gasgriff aufgerissen wird, dann brüllt die kleine Tiger heiser auf, als sei das Raubtier geweckt, und entlässt den Sound der Wildnis aus dem beeindruckenden Auspuffrohr.

Klare Gliederung: Das Cockpit liefert alle Informationen auf einen Blick

Es liegt also am Piloten. Nähert sich die Nadel des Drehzahlmessers dem fünfstelligen Bereich, wird er zum Dompteur einer kleinen, giftigen Katze. Die nur 215 Kilogramm leichte Triumph zeigt dann ihre Krallen, bei 9300 U/ min ist die Topleistung erreicht, das maximale Drehmoment von 79 Nm steht bei 7850 U/min zur Verfügung. Es ist ein Riesenspaß, die Tiger so zu bewegen, insbesondere auf kleineren Straßen. Gedämpft wird der wilde Ritt nur von den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung, auf der Autobahn kann man sie im ungezügelten Ritt auf bis zu 210 km/h bringen.

Aber auch die ruhig Tour kann die 800 XC.Auchdann zieht sie souverän und ganz exakt auf der vorgegebenen Linie über den Asphalt, die sechs Gänge lassen sich sauber schalten, und die Bremsen verzögern gut und exakt dosierbar. Das ABS (Aufpreis 600 Euro) regelt bei Bedarf souverän und unspektakulär, jedoch sehr effektiv.

Die gemütlichere Fahrweise hat zwei Vorteile: Die bei höheren Drehzahlen auf Dauer lästigen Vibrationen in den Lenkerenden bleiben aus, und der Verbrauch sinkt auf ein erträgliches Maß. Gut sechs Liter konsumiert die Tiger nämlich, wenn Autobahnetappen Teil der Strecke sind, ansonsten begnügt sie sich mit gut fünf Litern. Lästig ist, dass zwei Metallstreben in der Tanköffnung dafür sorgen, dass bei unvorsichtigem Befüllen der kostbare Saft verspritzt wird. Charakteristika der Triumph Tiger 800 XC gegenüber dem Grundmodell sind ein 21- Zoll-Speichenrad vorn, eine stärkere Gabel, mehr Federweg, eine um 34 Millimeter auf 847 Millimeter gewachsene Sitzhöhe, ein breiterer Lenker – und sie kostet mit 9890 Euro auch noch 900 Euro mehr. Dafür ist das Kätzchen aber auch echt ein Brüller.

VOLKER PFAU

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