Rückruf von VW-Dieselautos soll Ende Januar 2016 anlaufen

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Ende Janauar beginnt VW mit der Rückrufaktion. Foto: Peter Steffen

Im VW-Skandal fordern Verbraucherschützer schon lange Klarheit. Nun steht fest, ab wann genau die ersten Wagen in die Werkstatt sollen. Den Kunden soll das nach Willen des Konzerns keinen Ärger mehr bereiten.

Berlin (dpa) - Der Rückruf von gut 2,4 Millionen Diesel-Autos in Deutschland wegen des VW-Abgas-Skandals soll Ende Januar anlaufen. Die Aktion startet ab der vierten Kalenderwoche 2016, die am 25. Januar beginnt, wie Vertriebschef Jürgen Stackmann sagte.

Im Januar würden die Kunden angeschrieben und zumindest grob darüber informiert, wann ihr Fahrzeug in die Werkstatt geholt wird. Der vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) angeordnete Rückruf soll dann über das gesamte Jahr hinweg in mehreren Wellen ablaufen.

Für den wesentlichen Teil der betroffenen Fahrzeuge handele es sich um eine "reine Softwaremaßnahme", bekräftigte Stackmann nach einem Gespräch mit Mitgliedern des Verbraucherausschusses des Bundestages in Berlin. "Das ist eine halbe Stunde Zeit in etwa, die dafür in Anspruch genommen wird." Angeboten werden sollen den Kunden zum Beispiel auch kostenlose Ersatzwagen. Bei allen Maßnahmen sei klar, dass sich an Verbrauch und Fahrverhalten nichts ändern solle. "Der Golf, den ich liebe, ist der Golf, den ich auch wiederbekomme nach der Reparatur."

VW hatte angekündigt, dass für Motoren mit 1,2 Litern und 2,0 Litern Hubraum nur eine Software-Änderung nötig ist. Bei 1,6-Liter-Modellen soll zusätzlich ein Bauteil eingesetzt werden. Aus allen Wagen muss eine Software entfernt werden, die Abgaswerte manipuliert.

"Wir gehen davon aus, dass die technischen Maßnahmen nicht zu Veränderungen an der Charakteristik des Fahrzeugs führen", sagte Stackmann. Damit sollten auch "weitere rückwirkende Maßnahmen auf Restwerte" gar nicht erst zu einem Thema werden. Verbraucherschützer hatten gemahnt, ein möglicher Wertverlust oder ein Mehrverbrauch nach der Umrüstung dürften nicht zulasten der Autobesitzer gehen.

Vom Abgas-Skandal betroffene VW-Kunden können nach Angaben des Konzerns jetzt bis mindestens Ende 2017 Ansprüche auf Gewährleistung stellen. Volkswagen verzichte "ausdrücklich bis zum 31.12.2017 auf die Erhebung der Verjährungseinrede im Hinblick auf etwaige Ansprüche, die im Zusammenhang mit der in Fahrzeugen mit Motortyp EA 189 eingebauten Software bestehen", teilte das Unternehmen am Mittwoch in Wolfsburg mit. Damit verlängert Volkswagen die Frist um ein Jahr - bislang war sie bis Ende 2016 gesetzt. Darüber hinaus gilt der sogenannte Verjährungsverzicht ab sofort auch für bereits verjährte Ansprüche.

So soll der Rückruf in Deutschland und Europa aussehen:

2,0-Liter-Motoren: Den meistverkauften Skandalmotor (europaweit 5,2Millionen Autos) will VW ab Januar 2016 in den Werkstätten umrüsten.Etwa 30 Minuten soll das Aufspielen einer neuen Software dauern.

1,2-Liter-Motoren: Der Rückruf für die kleinste betroffene Variante(unter anderem im VW Polo) soll zwischen April und Juni 2016 starten.Ein Software-Update reicht laut VW aus - in Europa für 300 000 Autos.

1,6-Liter-Motoren: Hier wird der Eingriff komplizierter, daher solles erst zwischen Juli und September 2016 losgehen. Zusätzlich zumSoftware-Update soll ein kleines Gitternetz hinter dem Luftfiltereingebaut werden, um die Grenzwerte für das gesundheitsschädlicheStickoxid auf dem Prüfstand einzuhalten. Bis zu eine Stunde soll dieUmrüstung dauern. Europaweit sind etwa 3 Millionen Autos betroffen.

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