Kingsize für große Tiere

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Der Liebling auch der Münchner Schickeria: Klatschreporterin Uli Schmidt testete den Porsche Cayenne - und war begeistert. Wenn da die Spritrechnung nicht wäre…

US-Stilikone Mary-Kate Olsen liebt Pfeffer unterm Hintern, auch wenn ihr das in den USA wenig nützt – bei einem Tempolimit von 121 Stundenkilometern, auf einzelnen ausgewählten Strecken auch 129. Wie viel Sinn da bis zu 550 PS machen?

Groß Gedanken darüber macht sich offenbar auch kein Hollywoodstar wie Hayden Panettiere oder ein Zac Efron, wenn sie ihren Porsche Cayenne durch Kalifornien lenken. Auch Fußballstar Fernando Torres wird in seiner spanischen Heimat durch ein Tempolimit ausgebremst– von aktuell 110 Stundenkilometern seit dem 7. März – wegen der hohen Benzinpreise und befürchteter Lieferengpässe. Trotzdem fahren all diese Stars einen Porsche Cayenne, das SUV aus Zuffenhausen – das Sports Utility Vehicle, das eine Geländelimousine ist. Wie übrigens auch viele Mitglieder der Münchner und Grünwalder High Society Cayenne fahren. Und warum? Weil er so scharf ist? Wegen der Potenz? Weil allrädrige Geländegängigkeit auf dem städtischen Asphalt en vogue ist?

Der neue Porsche Cayenne

Der neue Porsche Cayenne

Porsche Cayenne

Leistung: 294 kW/400 PS bei 6500 Umdrehungen

Spitze: 258 km/h

0-100 km/h: 5,9 Sek.

Leergewicht: 2,1 Tonnen

Verbrauch: EU-Mix 10,5 Liter/100 km

Testverbrauch: 17,0 Liter

Kofferraumvolumen: 670 bis 1780 Liter

Länge 4,85 Meter

Preis: 72.686 Euro

All diese Fragen lassen sich vermutlich weniger durch schwere Gedanken als durch Erfahrung beantworten, weshalb sich unsere Klatschkolumnistin Ulrike Schmidt selbst hinters Steuer eines Porsche Cayenne S setzte, um herauszufinden, was ihrer Klientel auf dem Weg zum Supermarkt oder vor den roten Teppich so alles widerfährt.... 400 PS, 8 Zylinder, 258 km/h Höchstgeschwindigkeit, das sind die Rahmendaten. Gewicht über zwei Tonnen. Obwohl der Cayenne S in der zweiten Generation (seit 2010) schon abgespeck t hat – nach hochbeiniger Gazelle sieht dieser Porsche- Bestseller trotzdem nicht aus. Er macht eine eher schwerfällige Figur, aber durchaus mit Sexappeal. Schon beim Einsteigen wird klar, warum sich die Grünwalder Filmproduzentengattin eher nicht den sportlicheren 911er- Straßenfeger, sondern die Geländelimousine leistet: Ist einfach wahnsinnig bequem, auf Hüfthöhe einzusteigen! Kein Knie schmerzt, kein Fitnesstraining ist vonnöten, um sich wieder in die Vertikale zu hieven, und der deutlich ältere Gatte kommt auch wieder raus. Selbst die vielen Prada und Louis-Vuitton-Taschen lassen sich bequem auf Hüfthöhe im Kofferraum verladen, nebst Hündchen. Das schont das stöckelschuhgequälte Kreuz.

Und wenn der geneigte Fahrer respektive die Fahrerin aus Grünwald doch mal flüchten muss: Dieser Porsche nimmt auch offroad jedes Hindernis. Auf Wunsch mit aktivem Fahrwerkregelsystem zur Wankstabilisierung. Sie wissen schon: Das vermindert die Seitenneigung. Und: Es gibt den Cayenne auch luftgefedert. Kostet nur 3.498 Euro mehr. Macht zwar von außen nicht noch mehr her, soll aber bei etwaigen Bandscheibenschäden ganz ungemein helfen.

Auch vom Interieur braucht man beim Cayenne nicht auf Porsche-Chic zu verzichten: Das Cockpit ist mit feinstem Leder bezogen, Ziernähte, Dekorblenden aus gebürstetem Aluminium – kein bisschen Plastik! So fährt man am roten Teppich vor!

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Zu behaupten, dass dieser Geländeporsche keine Leidenschaft auf die Straße brächte, wäre eine glatte Lüge. Schon der Sound beim Zünden der acht Zylinder erinnert an einen hungrigen Löwen. Freilich ist auch der Tank ein hungriger Geselle, wie sich schon nach 500 Kilometern herausstellen wird. Vor allem für denjenigen, für den das Gaspedal zu drücken höchste Lust und für den das dunkle Röhren aus tiefster Motorseele orgiastischer Genuss ist.

Im Gegensatz zu Mary-Kate Olsen und Fernando Torres darf man das auf deutschen Autobahnen, so sie leer sind, auch ungestraft tun und die weißen Mittelstreifen fliegen lassen, was von der erhöhten Sitzposition im Gegensatz zum asphaltnahen 911er mehr Sicherheitsund weniger Geschwindigkeitsgefühl gibt. Aber die High Society schaut gern von oben auf das Leben – so gesehen, alles auf Pfeffer!

Dass soviel Lust auch Durst macht – klar: sprintreicher Stadtverkehr und Überlandfahrten mit Vollgasattacken fressen im Schnitt 17 Liter. Theoretisch sollen es bei leidenschaftsloser Bedienung 10,5 Liter sein.

An diesem Punkt scheiden sich auch die Geister der Klatschreporterin und ihrer Klientel: 135 Euro für 83 Liter Super Plus auf 500 Kilometer könnte sie sich auf Dauer nicht leisten.

Das Auto selbst kostet im Grundpreis 72.686 Euro – da ist aber der optische und akustische Parkassistent mit Kamerabild noch nicht drin – da werden weitere 2400 Euro fällig.

Freilich – wer scharfen Cayennepfeffer liebt, braucht ausreichend Flüssiges. Und Porsche fahren war eben schon immer ein exklusiver Spaß für die Schönen und Reichen!

ULRIKE SCHMIDT

  

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