Luxus-SUV

Porsche Cayenne E-Hybrid: Steckdosen-Power!

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Edles Design und viel Power: Der Cayenne E-Hybrid ist von außen ein ganz normaler Porsche. Nur beim (Strom-)Tanken braucht man Geduld – bis zu 3,5 Stunden dauert die „volle“ Ladung an der normalen Haushaltsdose.

Man erwartet ja viel, wenn man in einem Porsche sitzt oder einigermaßen interessiert daneben steht – aber das erwartet man nicht! Der Wagen rollt an, wie er bergab rollen würde, vollkommen lautlos.

Dabei hat der Fahrer nicht bloß die Bremsen gelockert, möglicherweise steht er noch nicht mal an einem Abhang. Er hat einfach nur den Zündschlüssel herumgedreht, er hat den Schalthebel auf D gestellt, und er hat Gas gegeben. Aber eben Gas aus der Steckdose: Im Porsche Cayenne S als E-Hybrid gibt es kein Brummen und Dröhnen, nur leises Schleichen.

Je nach Aufladung der Batterie fährt man bis zu den höheren Geschwindigkeiten nahezu lautlos, erst dann schaltet sich der Benzinmotor hinzu, sorgt für das gewohnte Klang-Ambiente. Bis dahin fühlt man sich wie in einem Zustand der Schwerelosigkeit: Ein markanter Koloss bewegt sich nahezu schwebend durch die laute Stadt. Ein gutes Gefühl! Allerdings bedarf es einiger Pflege, um dieses Gefühl möglichst lange und möglichst oft auskosten zu dürfen. Wer allzu offensiv das Gaspedal durchdrückt, leert zum einen die Batterie und fordert zudem eindringlich die Unterstützung aus dem Verbrenner an. An dieser Stelle lohnt sich eine Spur Konsequenz: Per E-Charge-Knopf kann der Fahrer komplett auf den Benzinmotor umstellen und nutzt zugleich die Option, die Batterie zu laden. Eine Zeitlang auf diese Weise über die Autobahn zu fahren und dann am Zielort im Stadtverkehr auf den Strombetrieb zu wechseln, bietet sich da an – auch wenn der Verbrauch während der Ladephase um bis zu 20 Prozent höher ist. Eine weitere Lösung: Strom von außen, Strom aus der Steckdose.

Rund 3,5 Stunden dauert das Laden am normalen Haushaltsanschluss, per Starkstromanschluss lässt sich die Zeit auf 90 Minuten reduzieren. Von da an läuft der Premium-SUV, und er läuft generell wie von Porsche gewohnt auf hohem Niveau. Von null auf 100 schafft es der Öko-Porsche in beachtlichen 5,9 Sekunden, als Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller 243 km/h an. Das Fahrgefühl ist dabei zu jederzeit absolut angenehm, der Cayenne liegt eben wie ein Sportwagen auf der Straße. Dabei kann der Fahrer wählen: Entweder schaltet er die Karosserie für die Geländetauglichkeit nach oben oder für das rasante Fahrgefühl in den sportlich niedrigen Modus. Da klappt ganz nebenbei auch das Einsteigen einen Tick besser. Den Komfort der absolut perfekten Rundumsicht genießt er so oder so.

Auch der Blick durch den Innenraum ist beeindruckend. Wo es nur geht, hat Porsche seine exquisite Lederausstattung verbaut, die Armaturen sind klar angeordnet, wirken edel, aber nicht altmodisch – selbst im konsequent angewandten Braunton. Woran man sich gewöhnen muss: Die Geschwindigkeit steht beim E-Hybrid scheinbar nicht mehr im Mittelpunkt. Nur eine kleine Digitalanzeige verrät dem Fahrer, wie schnell er gerade unterwegs ist. Alle analogen Armaturen beziehen sich auf die Drehzahl oder dem Stromverbrauch, hinzu kommen die heute schon üblichen Anzeigen allerhand technischer Details. Damit lässt sich aber gut leben.

Beeindruckend am E-Hybrid ist die letzte Konsequenz des guten Willens: Porsche bietet den grünen Cayenne zu einem für das Klientel überaus erschwinglichen Preis an, geht im Vergleich zum bisherigen Kurzstrecken-Hybrid sogar um 1000 Euro runter auf gut 82 000 Euro. Selbstverständlich kosten die kleinen Helferlein und netten Annehmlichkeiten auch bei Porsche extra und lassen den Preis deutlich nach oben schnellen. Aber das kennt man ja auch von Luxus-SUVs der anderen Marken. Und auch von nicht ganz so grünen …

Der neue Porsche Cayenne

Michael Knippenkötter

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