Projektionen statt Prospekte

Digitale Revolution im Autohaus

Besserer Durchblick: Mit Hilfe von virtuellen Brillen will Volvo zukünftig den Kunden auch die Arbeit von Sensoren und Sicherheitssystemen besser erklären. Animation: Volvo Foto: Volvo
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Besserer Durchblick: Mit Hilfe von virtuellen Brillen will Volvo zukünftig den Kunden auch die Arbeit von Sensoren und Sicherheitssystemen besser erklären. 
Imagewandel: Autohäuser werden zum Teil zu Lounges, in denen Ambiente und Kultur zuweilen einen höheren Stellenwert bekommen als das pure Blech. Foto: Audi
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Imagewandel: Autohäuser werden zum Teil zu Lounges, in denen Ambiente und Kultur zuweilen einen höheren Stellenwert bekommen als das pure Blech. 
Wie per Zauberhand: Mit der Virtual Reality-Brille Hololens von Microsoft sollen Volvo-Kunden die Autos bald dreidimensional erleben können. Animation: Volvo Foto: Volvo
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Wie per Zauberhand: Mit der Virtual Reality-Brille Hololens von Microsoft sollen Volvo-Kunden die Autos bald dreidimensional erleben können. 
Exklusive Farbenspiele: Bentley hat in Dubai einen Showroom eröffnet, dessen Fassade individuell beleuchtet werden kann, etwa in der Farbe des Autos, das ein Kunde abholt. Rendering: Bentley Foto: Bentley
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Exklusive Farbenspiele: Bentley hat in Dubai einen Showroom eröffnet, dessen Fassade individuell beleuchtet werden kann, etwa in der Farbe des Autos, das ein Kunde abholt. Rendering: Bentley Foto: Bentley
Landhaus-Atmospähre bei Bugatti: Neben dem Bugatti Chiron dient eine Wand aus 16-LED-Bildschirmen den Kunden als Informationsquelle. Foto: Bugatti
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Landhaus-Atmospähre bei Bugatti: Neben dem Bugatti Chiron dient eine Wand aus 16-LED-Bildschirmen den Kunden als Informationsquelle.
Beginn der Zweierbeziehung: An großen Bildschirmen kann der Kunde sich über sein Wunschauto informiern. Foto: Audi
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Beginn der Zweierbeziehung: An großen Bildschirmen kann der Kunde sich über sein Wunschauto informieren.

Projektionen statt Prospekte und bald vielleicht sogar ein Ausflug in die virtuelle Welt. Der Autohandel geht mit der Zeit und rüstet mit digitaler Technik auf. Bits und Bytes machen dabei sogar bald das Blech überflüssig.

Die junge Dame im Autohaus kann ihren Augen kaum trauen. Denn sie sieht nicht nur einen gewöhnlichen Geländewagen. Sondern sie muss nur einmal mit dem Finger schnippen, schon werden die Bleche durchsichtig.

Virtual-Reality-Brille

Dann lässt sie den Wagen mit einem weiteren Fingerzeig auch noch vor ihren Augen rotieren, damit sie ihn aus jedem Winkel betrachten kann. Möglich macht das die Virtual-Reality-Brille Hololens des Elektronik-Riesen Microsoft, die Volvo nutzen möchte, um seinen Verkauf digital aufzupeppen: "Wir wollen den Kunden ein völlig neues Erlebnis bieten, wenn sie ihren künftigen Volvo auswählen, ausstatten und anschauen", sagt Vertriebschef Björn Anvall.

Beginn der Zweierbeziehung: An großen Bildschirmen kann der Kunde sich über sein Wunschauto informieren.

Allerdings geht es dabei nicht nur um Farben oder Felgen, sondern auch um Funktionen, sagt Volvo-Zukunftsforscher Aric Dromi: "Mit der Hololens können wir Sensoren zeigen und Sicherheitssysteme erklären, die man bei einer Testfahrt besser nicht ausprobiert." Das schaffe Verständnis für und Vertrauen in immer komplexere Technologien, die man mit Worten allein kaum beschreiben könne. Noch ist die Hololens nur ein Forschungsprojekt, das die beiden Partner erst noch im Handel ausrollen müssen. Doch bei einzelnen Veranstaltungen etwa zur Markteinführung von Volvo S90 und V90 wird sie bereits eingesetzt.

Bildschirm im Showroom

Immer öfter sieht man in den Autohäusern große Bildschirme, an denen die Kunden ihre Autos konfigurieren und variieren können. Mit solchen Simulationen folgt man nicht nur dem Zeitgeist und adaptiert den internetbasierten Konfigurationsprozess daheim im Wohnzimmer. Sondern man beuge sich auch logistischen Zwängen, sagt Sven Schuwirth. Bei Audi leitet er die Abteilung Markenstrategie und Digital Business. "Ein normaler Händler hat in seinem Showroom im Schnitt Platz für zwölf Autos. Um unsere Modellpalette abzudecken, müsste er aber fünfmal so viele Autos ausstellen." Pixel statt Blech, lautet die Devise. Mit vollständig digitalisierter Produktpräsentation stünden auf kleinster Fläche mehrere hundert Millionen Autos virtuell bereit.

Pixel statt Blech

Der Computer hilft auch schon bei Auswahl. Denn die ausufernde Vielfalt an Modellen und Varianten, Designlinien und Ausstattungsoptionen macht vielen Kunden die Entscheidung schwer, räumt Natanael Sijanta ein. Er leitet bei Mercedes die Marketing Kommunikation. Erst recht wenn sie keine ausgemachten Autonarren sind. Deshalb hat Mercedes im vergangenen Herbst den sogenannten "Life Style Konfigurator" programmiert. Der soll einen Weg durch den Modell-Dschungel weisen: Wie auf einem Dating-Portal geben Interessenten dort statt klassischer Fahrzeugvorgaben Vorlieben aus 19 Themenbereichen von der Musik bis zur Kulinarik ein. Der Computer ermittelt dann den idealen Auto-Partner mit Zubehör.

Landhaus-Atmospähre bei Bugatti: Neben dem Bugatti Chiron dient eine Wand aus 16-LED-Bildschirmen den Kunden als Informationsquelle.

Und wer am Stammsitz von Bugatti im französischen Molsheim zusammen mit einem Designer seinen Chiron konfiguriert, kann nicht nur den Gestaltungsprozess des Sportwagens im Maßstab 1:1 an einem riesigen Bildschirm mitverfolgen. "Wer uns vorab die entsprechenden Daten zur Verfügung stellt", sagt Hausherr Christophe Piochon, "sieht das Auto sogar in seiner ganz persönlichen Umgebung vor seinem Haus oder in der eigenen Garage." Allerdings nur in Bits und Bytes. Bevor man dieses Erlebnis auch in Blech genießen kann, muss man der VW-Tochter mindestens 2,4 Millionen Euro plus Steuern überweisen - am besten natürlich online.

dpa/tmn

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