Fabelwesen für Individualisten

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Amphibie auf Landgang: Unser Redakteur Oliver Menner nahm den Nissan Juke unter die Lupe

Malwasganzanderes,aber sicherlich Ansichts- und Geschmackssache: der neue Juke von Nissan. Er ist laut Aussage der japanischen Autofirma ein „Crossover“.

Ein Mix also. Unten rum SUV: höhergelegt, breiter Radstand, bullig die Anmutung, hintenrum ein schlankes Coupé. Besonders von vorne aber ist er ein rechtes Fabelwesen. Mit Blinkerschlitzen über der Motorhaube und runden Fern- und Abblendlichtern tief am Kühlergrill. Das letzte Auto, das designmäßig derart befremdete, war der gute alte Fiat Multipla …

Unser Juke sieht aus, wie eine sich nach oben reckende Amphibie auf Landgang, irgendwas zwischen Schlammspringer und Frosch …

Sehenswert: Mit seinen ungewöhnlichen Formen fällt der Juke im Stadtbild garantiert auf.

Aber, alle Achtung: Dieser Frosch hier kann hüpfen! Zum einen wegen der recht strengen Fahrwerksabstimmung, die den sportlichen Stil betont, zum anderen dank des sehr direkt (ein-)spritzigen Turbo-Benziners (1,6 Liter, 190 PS) unserer Testversion und dem kraftvollen Allradantrieb mit variabler Kraftverteilung auch an der Hinterachse. Die Lenkung ist direkt, der Wagen kurventreu, untersteuert so gut wie nicht und ist wendiger, als er aussieht. Agil und dynamisch zeigt sich der Juke in Stadt und über Land. In puncto Beschleunigung (8,4 Sekunden von 0 auf 100) und Endgeschwindigkeit (200 km/h) kann der sportliche Fahrertyp nicht mäkeln. Huch, Fenster offen gelassen? Nein, unser Fabelwesen genießt nur sein amphibisches Freiheitsgefühl in vollen Zügen und berauscht sich am Fahrtwind. Ab 130 km/h wird’s echt wuschig – da helfen auch das fast unhörbare Simmern des Motors im Stand und die geradezu lauschigen Beschleunigungsgeräusche des munteren Turbos nichts …

Die Sechsgangautomatik CVT unserer Sportskanone gleitet fast zu ruhig. Puristen könnten da mit dem alternativen Schaltgetriebe sicherlich mehr vom berühmten „Fahrspaß“ haben. Achtung beim Verbrauch: satte 9,7 Liter auf 100 km zeigte uns der Bordcomputer für unseren Turbo- Kompaktwagen. Im Sparfahrmodus „eco“ wohlgemerkt und bei äußerst gutmütiger Fahrweise …

Ob’s gefällt? Oliver Menner lernte seinen Fahrkomfort und die Ausstattung schätzen: „Da ist viel Platz für Individualismus“

Schauen wir uns mal die inneren Werte an: An einen Motorradtank erinnern soll die mit viel glänzendem Lack umrahmte Kanzel; das sorgt für frischen emotionalen Wind im Cockpit. Gut übersichtliche Rundarmaturen, Chromapplikationen, die wuchtige Mittelkonsole nebst integriertem Navi mit Rückfahrkamera machen Laune, ebenso die leicht bedienbare und außergewöhnlich stylische Tastatur der Klimaanlage. Das Ablesen von Fahrparametern wie der Turboladung oder der im Auto verbrachten Fahrzeit in den wählbaren Fahreinstellungen „normal“ (griffig), „sport“ (Achtung, nervöses Rennpferd!) und „eco“ (souveränes Dahingleiten) hat uns eher verwirrt, als im Verkehrsleben weitergebracht und ist allenfalls ein nettes Gimmick für Technikfreaks …

Nissan Juke 1.6 DIG -T CVT Tekna Connect

Motor: Vierzylinder-Benzin- Direkteinspritzer mit Turbo Getriebe: Sechsgangautomatik
Antrieb: Allrad
Hubraum: 1. 618 ccm Leistung: 190 PS (140 kW) Drehmoment: 240 Nm
Von 0 auf 100: 8,4 s
Spitze: 200 km/h
Verbrauch (ECE): 7, 5 Liter CO2-Ausstoß: 175 g/km Preis: 25.240 Euro

Wahre Designwunder sind die Türgriffe: innen silbrigputzig, niedlich rund verspieltundhintenaußenim Coupé-Chassis versteckt. Positiv auch die vielen Ablagen und die überaus bequemen, hohen (Leder-) Sitze. Das alles wirkt sportlich-komfortabel und gekonnt elegant. Da sitzt man gerne. Hinten allerdings mit weniger Platz: Die flachgeschwungen, abfallende Dachlinie und das verschmälerte Heck gehen zulasten von Knie- und Kopffreiheit der Fondpassagiere, engen die Sicht ein und knipsen auch den Stauraum frühzeitig ab: Nur etwas über 500 (4x4: 506, alle anderen Ausstattungslinien 550) Liter Lade- Volumen (bei umgeklappter, dann aber komfortabel ebener Ladefläche) sind einfach wenig. Üppig dagegen die Ausstattung unseres Stilmischlings: Schon ab Grundmodell Visia bietet der Juke das volle Sicherheitsprogramm, unter anderem mit sechs Airbags und ESP. Hinzu kommen manuelle Klimaanlage, Radio-CD-Kombi, AUX Schnittstelle und vier Lautsprecher. Das neue Info- und Kontrollterminal Dynamic Control System ist ab Acenta aufpreisfrei an Bord. Tempomat mit Speed-Limit-Funktion, Bluetooth-Freisprechen, USB-Anschluss, Klimaautomatik und Nebelscheinwerfer gehören ebenfalls zur Acenta-Linie. Unsere Test-Topversion Tekna bot zusätzlich schlüsselloses Zugangsund Startsystem, sehr praktische Rückfahrkamera und elektrisch einklappbare Außenspiegel sowie Navi, Fahrtlichtautomatik und Regensensor.

Fazit: Wir nehmen dieses Auto sportlich – und loben Nissan dafür, einen Wagen mal anders zu wagen … Der Juke ist in der Vollversion ein exzellent ausgestattetes, sehr sportliches und sicheres Auto, das viel individuellen Stil bietet. Und der ist bekanntlich Geschmacksfrage.

OLIVER MENNER

Nissans Lifestyle-Stadtflitzer

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