Porsche 911er Turbo S

Achterbahnfahrt mit 560 PS

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Nur nicht vom Weg abkommen: Autorin Katrin Basaran im 911er Turbo S auf der Rennstrecke Bilster Berg

„Immer mehr Frauen fahren Porsche“, so Porsche-Vorstandschef Matthias Müller. Ob er damit auch den neuen 911er Turbo und den Turbo S meint?

Deren Vorgänger galten als reine Männerautos. Bislang. Denn zunehmend mögen auch Frauen Power, Dynamik und Geschwindigkeit. Allerdings wollen diese Gewalten gehändelt werden. Gleich vorweg: Es funktioniert!

Erster Eindruck: Dickes Teil! Vor allem die Hinterbacken sind ordentlich ausgeprägt, tatsächlich ist der Turbo knapp drei Zentimeter breiter als der Carrera. Die Hinterachse überragt den Vorderachse um gute acht Zentimeter. 20-Zoll-Räder unterstreichen den prallen Auftritt.

Erste Eindrücke vom neuen Porsche 911er Turbo S.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, den allradgetriebenen Turbo S, den wir auf der Rennstrecke Bilster Berg testen durften, mit Respekt zu behandeln. Er will zwar ein alltagstauglicher Supersportwagen sein, dennoch warten hier 560 Pferdestärken darauf, endlich loslegen zu dürfen (Turbo mit 520 PS). Beim Anlassen bollert der satte und unverwechselbare Porsche-Sound des 3,8 Liter-Sechszylinders und sorgt für den nötigen Adrenalinschub. Also rauf aufs Gas – in 3,1 Sekunden schafft das Geschoss den Sprint von null auf 100 km/h. Doch weil wir (zum Glück mit Instrukteur) über eine anspruchsvolle Rennstrecke donnern, fällt der Spurt etwas gedämpfter aus. Neben den rasanten geraden Linien, in denen der Porsche so richtig beschleunigt und die Welt einfach nur am Fahrer vorbeizurauschen scheint, fällt auf, mit welcher Selbstverständlichkeit und Ruhe der Turbo S auch knackige Kurven bei ordentlich Tempo meistert. Das liegt zum einen an der verbreiterten Spurweite aber auch an der aktiven Hinterachslenkung. Letztere wertet die Agilität noch einmal auf und reduziert den Wendekreis, spontaneres und harmonisches Einlenken sind die Folge.

Glücksgefühle nach fünf Runden mit dem "besten Elfer aller Zeiten".

Erwähnenwert ist der neue dreiteilige Frontspoiler. Im Ruhemodus bleibt er unsichtbar (alltagstauglicher Nebeneffekt: Die Gefahr des gefürchteten Aufsetzens in Parkhäusern oder an Bordsteinen reduziert sich enorm). Je nach Tempo fahren die drei Teile dann aus, bei 120 km/h komplett – als Effekt wird der Anpressdruck erhöht. Manuell ist dies auch über die Aerodynamik- oder Sport-Plus-Taste steuerbar. Der bekannte aber optimierte Heckspoiler tut sein Übriges. Adaptive Aerodynamik nennt Porsche das. Wir formulieren es mal so: Der Turbo S scheint dank des Zusammenspiels auf dem Asphalt zu kleben, sorgt so für ein persönliches Sicherheits und Kontrollgefühl.

Männerauto auch für Frauen?

Neu sind zudem die virtuellen Zwischengänge des Siebengang-Doppelkupplungsgetriebes PDK. Sie greifen bis etwa 65 km/h – am besten bei ruhiger und konstanter Fahrt. Dabei legt die Getriebsteuerung zwei benachbarte Gänge gleichzeitig ein, die beiden Kupplungen werden auf einen bestimmten Schlupf geregelt. Als Effekt wird die Drehzahlgesenkt und Sprit gespart (Laut Porsche liegt der Verbrauch kombiniert bei von uns weit verfehlten 9,7 Litern auf 100 Kilometern). Gibt der Fahrer Gas, geht’s wieder ab.

Nach aufregenden und rasanten fünf Runden, steigen wir vollgepumpt mit Glücksgefühlen aus. Besser als August Achleitner, Chef der 911er Baureihe, kann man das Urteil zum Turbo S, der heuer 40. Geburtstag feiert, wohl nicht formulieren: „Das ist der beste Elfer aller Zeiten.“

Neuer Porsche 911 Turbo

Neuer Porsche 911 Turbo 

(Der Turbo S kommt im September ab 195.256 Euro auf den Markt, der Turbo im Dezember für Preise ab 162.055 Euro. Ein Cabrio ist für das Frühjahr in Planung).

Katrin Baseran

Super-Elfer mit 560 PS: Neuer Porsche 911 Turbo

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